Weihbischof Bischof besuchte Flüchtlinge in der Turnhalle

"Die Geschichten gehen mir unter die Haut"

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Bad Aibling - Am Dienstag besuchte Weihbischof Bischof die Flüchtlingsunterkunft in der Turnhalle des Gymnasiums. Er informierte sich über die Lage der dort untergebrachten Flüchtlinge. Seine Eindrücke und wie die Kirche zur Flüchtlingslage steht:

"Das hier ist gelebte Humanität", so eröffnete Weihbischof Wolfgang Bischof, zuständig für die Seelsorgsregion Süd der Erzdiözese München und Freising das Pressegespräch, das an seinen Besuch der Turnhalle anschloss.

v.r. Wolfgang Bischof, Erwin Lehmann, Kreisgeschäftsführer der Caritas, Claudia Huber, Fachdienstleistung Soziale Dienste der Caritas

Wolfgang Bischof, Erwin Lehmann, Kreisgeschäftsführer der Caritas, sowie Claudia Huber, Fachdienstleistung Soziale Dienste der Caritas informierten sich bei einem Besuch am 24. November in der Erstaufnahmeeinrichtung in der Turnhalle des Gymnasium Bad Aibling über die Lage der dort untergebrachten Flüchtlinge, die dort von der Caritas betreut werden. Bischof kam mit Flüchtlingen ins Gespräch und tauschte sich mit Mitarbeitern der Caritas über ihre Arbeit aus.

"Wenn sich hören und Erleben miteinander verbinden, ist das für mich sehr beeindruckend", so Bischof über das Gespräch mir den Flüchtlingen. "Die Spirale der Gewalt muss durchbrochen werden. Es geht darum Ängste abzubauen, es muss um die Vision der Zukunft gehen.Da sehe ich den großen Auftrag bei den Kirchen."

Mehr Geld für die Flüchtlingshilfe

Laut Bischof will sich die Erzdiözese München Freising noch mehr in der Flüchtlingshilfe engagieren und ist bereit sich finanziell mehr einzusetzen. Bisher hat sie einen Fond von fünf Millionen Euro bereitgestellt, "das reicht nicht, hier wird noch mehr getan", so Bischof.

Dank an die ehrenamtlichen Helfer

Besonderer Dank galt vor allem auch den vielen ehrenamtlichen Helfern. Er sei „froh und dankbar über alles, was hauptamtlich und ehrenamtlich geschieht, wo Menschen sich mit ihrer Überzeugung einbringen“. Das vielfältige Engagement sei „gelebte Nächstenliebe, gelebte Humanität, gelebte Solidarität“, so der Weihbischof an die Flüchtlingshelfer gewandt: „Sie geben mit Ihrem Engagement dem Evangelium ein Gesicht in der Welt.“

Dran bleiben und engagiert bleiben

Wichtig sei jedoch auch, „dass wir dranbleiben und engagiert bleiben“,  betonte Bischof, „dass sich über die erste Euphorie hinaus auch eine Verstetigung zeigt“. Um die langfristige Integration der Flüchtlinge zu unterstützen, werde die Erzdiözese München und Freising beispielsweise in einem eigens übernommenen ehemaligen Kloster in München ein „Zentrum für Flucht, Asyl und Integration“ einrichten.

Rund 500.000 Euro für Betreuung durch die Caritas

Erwin Lehmann, Kreisgeschäftsführer der Caritas, Claudia Huber, Fachdienstleistung Soziale Dienste der Caritas

Erwin Lehmann und Claudia Huber informierten über die Asylsozialberatung der Caritas für Flüchtlinge in Stadt und Landkreis Rosenheim. Neben der Erstaufnahmeeinrichtung in Bad Aibling würden drei weitere Unterkünfte in Hallen von der Caritas betreut, dazu rund 2.500 Flüchtlinge in rund 140 dezentralen Unterkünften. Die Erzdiözese München und Freising investiere dafür in Stadt und Landkreis rund 500.000 Euro jährlich. Huber betonte, dass mit Blick auf die langfristige Integration der Flüchtlinge zusätzlich zur Asylsozialberatung auch die Migrationsberatung ausgebaut werden müsse, die sich an anerkannte Flüchtlinge richtet.

jb/gob

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