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Extremismus

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„Uns geht die Arbeit nie aus“

Was machen die Bad Aiblinger Stadtgärtner eigentlich im Winter?

Beratung am Baumstumpf einer wegen Pilzbefall gefällten Linde: (von links) Stadtgärtnermeister Andreas Arnold und Bauhofmitarbeiter Josef Bachmeier.
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Beratung am Baumstumpf einer wegen Pilzbefall gefällten Linde: Stadtgärtnermeister Andreas Arnold (links) und Bauhofmitarbeiter Josef Bachmeier.

Rasen mähen, Blumen gießen oder Grünflächen düngen – damit sind die Bad Aiblinger Stadtgärtner im Sommer beschäftigt. Doch was gibt es in den kalten Monaten zu tun?

Bad Aibling – „Grundsätzlich hat jeder Winterdienst, das ist die Priorität eins und hat Vorrang“, sagt Stadtgärtnermeister Andreas Arnold. Wenn aufgrund der Wetterlage nicht viel zu räumen oder streuen sei, kommt die Gehölzpflege an die Reihe. Die Stadtgärtner trimmen Bäume und Sträucher, entfernen Totholz oder Bruchäste, um die Verkehrssicherheit in Bad Aibling zu gewährleisten.

Das optimale „Lichtraumprofil“ – also wie tief Äste maximal hängen dürfen – ist an Straßen viereinhalb Meter und an Fuß- und Radwegen zweieinhalb Meter. Lastwagen dürfen maximal vier Meter hoch sein, den halben Meter „Puffer“ gibt es, weil Äste tiefer hängen, wenn es regnet oder schneit.

Keine Fällungen in der Vogelbrutzeit

Vor Winterbeginn steht die Baumkontrolle an, das übernimmt Arnold persönlich. „Wenn die Bruch- und Standsicherheit eines Baumes nicht mehr gegeben ist, muss er gefällt werden“, so Arnold. Das könne durch starke Unwetter und Stürme geschehen. Doch die Stadtgärtner dürfen die Bäume nicht zu jeder Zeit entfernen. Sie müssen die Vogelbrutzeit von März bis September strikt beachten. In diesen Monaten dürfen sie keine Bäume fällen – außer in Absprache mit der Naturschutzbehörde und wenn eine Gefahr durch den Baum entsteht.

Ansonsten verschiebt Arnold die Fällungen auf die Winterzeit. Wie viele Bäume wegkommen sei ganz unterschiedlich, in einem Jahr seien es fünf und im nächsten 15. In den vergangenen Jahren seien viele Eschen gefällt worden wegen des Eschentriebsterbens. „Immer mehr werden von einem Pilz befallen, der die Leitungsbahnen verschließt“, weiß Arnold. Dadurch sterben die Bäume langsam ab.

Robert Brandmeyer beim Abschleifen der Holzlatten für die neuen Kurparkbänke.

Damit Autofahrer, Fußgänger und Radfahrer sicher sind, werden die befallenen Äste entfernt. Die Sträucherpflege erfolgt in einem Turnus, nicht alle werden jedes Jahr geschnitten. „Wir setzen immer Prioritäten, weil wir nie alles schaffen“, so Arnold. Zu viel werde nicht von den Sträuchern entfernt, sondern nur wenige Äste – das sei nachhaltig und man habe so länger etwas von den Pflanzen.

„Die Bürger wollen, dass wir alles in Schuss halten“

Für die ganze Arbeit werden viele Hände gebraucht. 19 Stadtgärtner hat Bad Aibling insgesamt. Zwei kümmern sich um den Friedhof und sechs um den Kurpark. „Die Bürger wollen, dass wir alles in Schuss halten“, sagt Arnold. Der Kurpark sei ein ganz spezielles Gebiet, unter anderem wegen der Biber, die an der Glonn unterwegs ist. Damit sie die Bäume nicht umnagen, werden sie mit sogenannten Drahthosen eingewickelt wie ein Wildverbissschutz. Im Kurpark bauen die Stadtgärtner auch Mülleimer und Bänke ab. 30 neue Abfalleimer werden installiert. Die Bänke werden abgeschliffen und bekommen einen neuen Anstrich.

Wenn es sehr kalt ist, schickt er sein Team nicht nach draußen, damit niemand krank wird. Statt Gehölzpflege steht dann der Maschinencheck an – von kleinen Handgeräten wie Motorsägen über Traktoren bis hin zu Lkw. Arnold gibt auch Maschinenunterweisungen, aus versicherungstechnischen Gründen.

Gehölzpfelge ist eine Hauptaufgabe der Gärtner. Hier arbeiten (von links) Stefan Drexl und Reinhard Habl.

Im Winter gibt es nicht nur zahlreiche Aufgaben zu erledigen, auch die Arbeiten im Frühjahr plant Arnold bereits. Durch den Winterdienst können Flurschäden entstehen, die die Stadtgärtner dann wieder beseitigen müssen. Etwa wenn der Winterdienst den Humus mit dem Schneepflug weggeschoben hat.

Blumenwiese auf 2000 Quadratmetern

Der Stadtgärtnermeister plant auch neue Projekte. Dieses Jahr wird er mit seinen Kollegen eine neue Blumenwiese anlegen, auf der auch Obstbäume, Wildhecken und Blühsträucher stehen sollen. 2000 Quadratmeter hat die Fläche in der Nähe der Mangfall, an der Kranzhornstraße. Auch Sandbänke und eine Trockenmauer werden angelegt. Das sei optimal für Insekten, Eidechsen und kleine Vögel.

Im Frühjahr legen die Gärtner zudem die Saisonbepflanzung an, unter anderem im Stadtpark und im Kurpark. Als Ersatz für die gefällten Bäume werden neue gepflanzt. Auch Hecken und Staudenbeete setzen sie. Im März beginnen die Stadtgärtner die Sportplätze aufzubereiten und zu düngen. Mitte April mähen sie die großen Rasenflächen dann. „Uns geht die Arbeit nie aus“, sagt Arnold und lacht.

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