Ex-Hüttenwart von Aiblinger Hütte über Kündigung schockiert

Rausschmiss nach 40 Jahren: "Ich verstehe es einfach nicht!"

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Otto Bodner war über 40 Jahre lang Hüttenwart der Aibinger Hütte. Die Entscheidung des Rauswurfs von Seiten der DAV-Sektion Bad Aibling kann der 78-Jährige nicht nachvollziehen. 

Bad Aibling - "Wie aus heiterem Himmel" sei sie eingetroffen, die Kündigung der Aiblinger Hütte. Der ehemalige Hüttenwart Otto Bodner kann die Entscheidung der DAV-Sektion Bad Aibling einfach nicht nachvollziehen, wie er im Gespräch mit rosenheim24.de betont. Und: Ihn ärgert in erster Linie die Art und Weise. 

"Bis heute habe ich die Beschwerdeschreiben nicht lesen dürfen, sie wurden mir nicht ausgehändigt", erklärt Otto Bodner aufgebracht. Dabei wolle er doch nur verstehen, warum man ihm die Aiblinger Hütte "praktisch von heute auf morgen" gekündigt habe.


Kein persönliches Gespräch, keine Möglichkeit zur Stellungnahme, die Kündigung kam per Einschreiben. "Das ist doch keine Art, sowas - man kann doch miteinander reden. Da macht man 40 Jahre lang seinen Dienst ehrenamtlich und wenn die Schuldigkeit getan ist, lässt man einen fallen wie eine heiße Kartoffel. Das verstehe ich einfach nicht", sagt der 78 Jahre alte Hüttenwirt, der mit seiner Frau Katharina die Hütte betrieben hat. 

Was ihn besonders ärgere: Seiner Frau sei übrigens ebenfalls gekündigt worden - dabei habe die mit den Beschwerden gleich gar nichts am Hut, kaum mit den Gästen von der Sektion Oberland geredet. "Aber an meiner Frau, da hänge ich ja freilich dran und das geht ja dann auch nicht", betont Bodner resigniert. 


Beschwerde von einer Gruppe der Sektion Oberland 

Alles begann mit einer einer Gruppe der Sektion Oberland, die im Frühjahr diesen Jahres in der Aiblinger Hütte übernachtet hätten. Sechs Erwachsene und Kinder zwischen sechs und elf Jahren. Die erste Meinungsverschiedenheit in Bezug auf Sicherheitsvorrichtungen habe es Bodner zufolge bereits bei der Einteilung der Betten gegeben. Aus brandschutzrechtlichen Gründen und damit kein Kind in Gefahr gebracht werden könnte, sei es in der Hütte üblich, dass die Kinder bei den Erwachsenen untergebracht werden würden. Doch die hätten das abgelehnt, sagten, es sei ihnen untersagt, gemeinsam mit den Kindern in einem Raum schlafen zu dürfen. "Da wurde ich schon bisserl zintig, schließlich geht es doch um die Sicherheit der Kinder - aber ich habe nicht geschrien oder die Kinder gar verängstigt, wie es von Seiten des DAV behauptet wird - so etwas liegt mir wirklich fern", untermalt der ehemalige Hüttenwart. 

In der Küche sei man dann ein weiteres Mal aneinander geraten - Bodner und seine Frau hätten gerade gegessen und die Gäste gebeten, den Abwasch später zu erledigen. "Wir wollten in Ruhe kochen und in der Spüle Nudelwasser abseien während die Gäste angefangen haben abzuspülen - die Spüle ist aber eben sehr klein. Da geht's um Sicherheitsmaßnahmen, die von der Jugendgruppe ignoriert wurden. Ich wurde im Ton etwas schärfer und habe sie gebeten, später abzuspülen - ich bin eben auch konsequent. Das Ende vom Lied war dann, dass sie kein Wort mehr mit uns geredet haben und am nächsten Tag ohne Frühstück und Verabschiedung gegangen sind. Was folgte, war ein Beschwerdeschreiben an den DAV und daraufhin die Kündigung meines Vertrags." 

"Viele lieber wäre ich aus eigenen Stücken gegangen" 

Das Beschwerdeschreiben und damit die genauen Gründe der Kündigung sind ihm bis heute unbekannt. "Ich weiß nur, was mir die DAV-Vorstandschaft gesagt hat, aber die können mir theoretisch das Blaue vom Himmel erzählen." Doch der DAV, so erklärt Bodner weiter, würde sich mitunter "auf datenschutzrechtliche Gründe" berufen, deshalb die Schreiben nicht herausgeben. "Ich habe vorgeschlagen, sie sollen die Passagen schwärzen - erhielt aber wieder keine Antwort. Die einzige Möglichkeit, die mir bleibt ist gerichtlich dagegen vorzugehen - doch einen Rechtsanwalt kann ich mir doch nicht leisten." 

"Ich bin 78 Jahre alt, ich hätte früher oder später ohnehin aufgehört - aber nicht auf diese Art und Weise. Viel lieber wäre ich aus eigenen Stücken und aus Altersgründen gegangen", unterstreicht Bodner. 

Er habe 40 Jahre lang "sehr gerne" Hüttenwart gemacht: "Es ist schön in den Bergen, der Kontakt mit den Gästen und das Zusammensitzen. Ich habe schon von vielen Zuspruch erhalten und die, die mich kennen und von der Kündigung erfahren haben, erklärten, dass ihnen das leid tue, sie den Rauswurf nicht verstehen und mich vermissen würden. Die Leute sind überrascht wenn sie von den Beschwerden hören. Wenn es so viele Beschwerden gab, warum weiß ich denn dann nichts davon und darf die Inhalte nicht wissen?", fragt sich Bodner abschließend.

DAV-Vorstandschaft sieht Rausschmiss gerechtfertigt

Es sei allerdings nicht die erste Beschwerde gewesen. Gäste hätten sich in den vergangenen Jahren "wiederholt bei der DAV-Vorstandschaft und beim Hüttenreferent über Bodner beschwert", wie die Bad Aiblinger Sektions-Vorsitzende Sylvia Klimesch auf Nachfrage von rosenheim24.de erläutert. Sie verweist in diesem Zusammenhang auf die schriftliche Stellungnahme dazu, die man auf der Homepage der Sektion Bad Aibling veröffentlich habe

Weiterführende Informationen zu den genauen Gründen und wie es mit der Hütte jetzt weitergeht wolle sie zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht herausgeben, beruft sich auf "vereinsinterne Angelegenheiten", die erst geklärt werden müssten, bevor man damit an die Öffentlichkeit gehe.  

mb

Quelle: mangfall24.de

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