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Stadtrat entscheidet über Wohnbauprojekt

Leben in der „Alten Molkerei“ – Wie in Bad Aibling 100 neue Wohnungen entstehen sollen

Die Visualisierung zeigt, wie das neue Wohnquartier künftig von oben aussehen könnte.
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Die Visualisierung zeigt, wie das neue Wohnquartier künftig von oben aussehen könnte.

Auf dem Areal der ehemaligen Molkerei Ziegenhain mit der stillgelegten Tankstelle sowie der Sattlerei sollen rund 100 neue Wohnungen entstehen. Doch wie haben sich die Planer das vorgestellt? Der Stadtrat diskutierte nun über das Konzept.

Bad Aibling – Entsteht in Bad Aibling schon bald ein neues Wohnquartier? Schließlich befasste sich der Bad Aiblinger Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung mit einem großen städtebaulichen Entwicklungskonzept. Auf dem Areal der ehemaligen Molkerei Ziegenhain mit der stillgelegten Tankstelle sowie der Sattlerei sollen rund 100 neue Wohnungen entstehen. Die 9500 Quadratmeter große Grundstückfläche nördlich der Münchner Straße soll – neben den sieben neuen Gebäudekörpern – zudem Platz für rund 205 Stellplätze in einer Tiefgarage sowie Gewerbeflächen im Erdgeschoss beinhalten.

„Wir bauen nicht für uns“

Laut „Alte Molkerei Immobilien GmbH“ seien die Bestandsgebäude – mit Ausnahme eines Gebäudes, das stehen bleiben soll – wirtschaftlich nicht mehr sinnvoll nutzbar. Man strebe eine Umnutzung des Industriegebietes in ein „urbanes Gebiet mit überwiegend Wohnbebauung“ an. Architekt Bernd Perner, technischer Geschäftsführer der Immobilien GmbH, stellte das Konzept in der Stadtratssitzung vor und machte deutlich: „Wir bauen nicht für uns, sondern für die Menschen.“ Man freue sich, gemeinsam mit der Stadt ein modernes Wohnquartier entwickeln zu können. Dabei sei die Nachhaltigkeit, etwa durch Photovoltaikanlagen, Dachgärten oder begrünte Flachdächer, elementarer Bestandteil.

Noch sieht es so in der Münchner Straße aus.

Auch deshalb wolle man als Außenanlage eine „grüne Oase“ schaffen, die sich etwa durch Fassadenbegrünung und einem zentralen Treffpunkt für Bewohner auszeichne. Die Tiefgarage solle dabei für eine „größtenteils autofreie“ Anlage sorgen. Platz für Fahrradstellplätze und E-Ladestationen sei ebenfalls vorgesehen. „Geplant sind Wohnungen, die langfristig vermietet werden“, so Perner. Man wünsche sich auf dem Areal zudem Möglichkeiten der Begegnung, beispielsweise durch begrünte Plätze aber etwa auch durch ein Café an der Münchner Straße.

Diskussionen um die Geschosshöhe

Bürgermeister Stephan Schlier betonte, dass es seitens des Gremiums bislang viele positive Rückmeldungen gegeben habe. Ein wichtiger Diskussionspunkt sei jedoch etwa die Geschosshöhe. Denn die zum Teil geplanten fünf Stockwerke seien aus Sicht mehrer Stadträte zu hoch. Deshalb solle auch eine Variante mit vier Stockwerken vorgestellt werden, forderte Dieter Bräunlich(ÜWG). Gerade im Hinblick auf die umliegenden Bauten dürfe man den „Rahmen nicht sprengen“. Ansonsten kann er sich die Pläne jedoch gut vorstellen, „das würde das Gebiet aufwerten“, so Bräunlich.

Auf die Frage von Richard Lechner (SPD), ob auch ein Teil für geförderten Wohnungsbau angedacht sei, betonte Perner: „Unser Ziel ist ganz klar, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.“ Anna Maria Kirsch (ÖDP) fand das Projekt indes „sehr attraktiv“ – allerdings nur für eine Großstadt. Für Bad Aibling sei es eine „zu große Dimension“, zudem störe sich Kirsch an der extremen Versiegelung. Laut Perner plane man überall dort, wo Flächen bebaut werden, Dachgärten, um genau dieser Entwicklung entegegen zu treten.

„Müssen schauen, wie weit wir es wirklich treiben wollen“

Kirsten Hieble-Fritz (ÜWG) wünschte sich indes, dass man die Gestaltungssatzung wenigstens an der Münchner Straße einhalte. „Wir sollten uns städtebaulich immer auch anschauen, wie weit wir es wirklich treiben wollen.“ Petra Keitz-Dimpflmeier (SPD) schlug vor, bei der Planung auf ein Baukörper zu verzichten, um mehr Plazt für einen Quartiersplatz im Grünen zu schaffen. Für AfD-Stadtrat Andreas Winhart müsse man großen Wert auf die „soziale Komponente“ legen. Sonst „verstoßen wir die Aiblinger und die Münchner ziehen hier ein.“

Zukunft der Münchner Straße?

Die Grünen zeigten sich gegenüber der Planung grundsätzlich aufgeschlossen. Allerdings störe man sich etwa an den oberirdischen Besucherstellplätzen. „Denn wo Parkplätze sind, stehen auch Autos“, so Katharina Dietel. Zudem wünsche man sich eine „gewisse Staffelung“, damit nicht alle Gebäude gleich hoch sind und somit „gestalterisch sehr gleich aussehen“, so Dietel. Christian Schönberger (CSU) gab zu bedenken, dass die Bauten Auswirkungen auf die Nachbarbebauung im Heckenweg haben werden, was den Schatten angeht.

Diskussionen um Zufahrtssituation

Ein weiterer Diskussionspunkt war die Zufahrtssituation. Geplant sei bislang nur eine Zufahrt. Dieter Bräunlich (ÜWG) bezweifelte, dass dies ausreiche. Bernd Perner betonte, dass es nun viele Gutachten geben werde und etliche Themen noch geprüft würden. Auch Bürgermeister Schlier machte deutlich, dass noch vieles geklärt werden müsse. Nun gehe es zunächst darum, ob sich der Stadtrat eine solche Bebauung grundsätzlich vorstellen könne. Das Gremium stimmte dem Entwicklungskonzept sodann mit 19:2 Stimmen zu. Auf dieser Grundlage wird nun ein Bebauungsplan erstellt. Gegenüber dieser Redaktion teilte Architekt Perner mit, dass dies voraussichtlich innerhalb eines Jahres geschehe. Mit Baumaßnahmen sei also frühestens im kommenden Jahr zu rechnen. „Nächstes Jahr vermutlich aber erst noch mit vorbereitenden Maßnahmen“, so Perner.

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