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Kommt jetzt Kameraüberwachung?

Bad Aibling: Unbekannte Täter zerstören wieder Kunstwerke im Kurpark

Peter Schwenk mit seinem Kunstwerk „Erzählkugel“. Er hat das Objekt jetzt abgeholt, da Unbekannte es aus der Verankerung gerissen haben, obendrein zeigen sich viele Dellen. Der entstandene Schaden beläuft sich laut Bildhauer auf etwa 1000 Euro. Foto: re
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Peter Schwenk mit seinem Kunstwerk „Erzählkugel“. Er hat das Objekt jetzt abgeholt, da Unbekannte es aus der Verankerung gerissen haben, obendrein zeigen sich viele Dellen. Der entstandene Schaden beläuft sich laut Bildhauer auf etwa 1000 Euro.

Jetzt wurden wieder Kunstwerke Opfer von Vandalismus im Kurpark. Einer der Künstler hat jetzt sogar sein demoliertes Objekt abgeholt. Die Stadt und der Kunstverein sind fassungslos und treffen sich jetzt zu einem Gespräch. Der Bürgermeister zieht auch eine Videoüberwachung in Betracht.

Bad Aibling – Unbekannte Täter haben wieder randaliert: Das Team des Bad Aiblinger Kunstvereins ist „fassungslos“. „Es ist eine riesengroße Enttäuschung“, sagt die Vorsitzende Martina Thalmayr im Hinblick auf die Zerstörung zweier Kunstwerke des Skulpturenpfades in der vergangenen Woche. Der Verein erwägt jetzt sogar eine vorzeitige Beendigung der Kunst-Aktion, sollte sich nichts ändern. Denn eigentlich sollen die rund 24 Kunstwerke der 17 Künstler bis Herbst 2021 im Kurpark ausgestellt sein.

Bildhauer bringt Objekt nach Hause

Einer der Künstler hat jetzt bereits seine Konsequenzen gezogen: Peter Schwenk aus Maithenbeth hat seine riesige, zerstörte „Erzählkugel“ abgeholt und mit nach Hause genommen. „Ich hatte keine Wahl“, sagt er auf Anfrage des Mangfall-Boten. An Fronleichnam habe die Polizei ihn morgens um 8.30 Uhr angerufen und informiert, dass seine Kugel, die einen Durchmesser von etwa 1,50 Meter hat, durch den Kurpark rollt. Sie war an drei dicken Stahlseilen im Boden verankert, damit sie festsitzt – „die wurden einfach herausgerissen, das ist nicht leicht. Dafür benötigt man viel Kraft“.

Keine Ausleihe mehr nach Bad Aibling

Bildhauer Schwenk hat sich sofort ins Auto gesetzt und ist in die Kurstadt gefahren. „Ich konnte sie nicht befestigen und habe keine andere Möglichkeit gesehen, sie mit nach Hause zu nehmen.“ Jetzt muss er sie reparieren, sie ist voller Dellen. Der Schaden: Rund 1000 Euro. „Das ist Vandalismus pur.“

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Und so etwas hat er in seiner künstlerischen Laufbahn noch nicht erlebt. Hat er jetzt noch ein anderes Kunstwerk im Kurpark? „Nein.“ Und er möchte auch kein anderes nach Bad Aibling mehr ausleihen. Er erzählt auch, dass „die Polizei ihm gesagt hat, dass der Vandalismus im Kurpark mit dem Pfingstfest zusammenhängt“.

Polizei bittet um Hinweise

Das kann Michael Fritz von der Bad Aiblinger Polizei nicht bestätigen, da es lediglich „zwei Einsätze hinsichtlich von unterschwelliger Körperverletzung im Rahmen des Pfingstfestes“ gegeben hat. Aber warum liegt dem Mangfall-Boten hinsichtlich des Einsatzes um die „zerstörte Erzählkugel“ kein Pressebericht vor? „Wir wussten nicht, dass sie zerstört wurde. Lediglich rollte sie durch den Park“, so Fritz.

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Die Bad Aiblinger Polizei wurde am 2. Juni gegen 22 Uhr von Bürgern informiert, dass Schwenks Erzählkugel nicht mehr an ihrem Platz sei. Daraufhin sei eine Streife in den Kurpark gefahren, habe alles aufgenommen und am Donnerstagvormittag den Künstler benachrichtigt. Fritz weist daraufhin, dass die Polizei dringend auf Hinweise angewiesen ist. Und deshalb fordert er die Bürger auf, sich bei der Polizei zu melden, wenn ihnen etwas verdächtig vorkommt.

Christine Eyrainer hat bei einem Spaziergang ein Teil des zerstörten Kunstwerkes von Cornelia Hinkel nahe der Glonn gefunden.re

Bürgermeister: Eventuell Kamera

Rathauschef Stephan Schlier (CSU) ist ob der Zerstörung „entsetzt und kann es nicht fassen, dass man nichts mehr draußen stehenlassen kann“. Er sagt, dass man sich jetzt mit dem Verein und der AIB-Kur zusammensetzten wolle, um weitere Schritte zu klären. Schlier spricht auch eine Videoüberwachung an. „Das müsse allerdings erstmal rechtlich geklärt werden“, so der Rathauschef. Denn neben den Kunstwerken wurden in den letzten Wochen im Kurpark auch Laternen beschädigt und Äste junger Bäume abgesägt. So gehe es nicht weiter.

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Das sieht Thalmayr genauso: Sie sagt, dass „während des Pfingstfestes der Vandalismus am Skulpturenpfad nochmal erschreckend zu genommen hat“. Denn sowohl die „Erzählkugel“ sowie die Stehlen von Cornelia Hinkel wurden im Zeitraum des Festes zerstört. Eine engagierte Bürgerin fand Teile der Hinkel-Skulptur und informierte den Kunstverein: „Christine Eyrainer vom Brautmodengeschäft ,Freudentränen‘ hat fehlende Teile der Skulptur beim Spaziergang am Ufer der Glonn in der Nähe des Kurparkbahnhofes entdeckt.“

Die Zerstörungswut beim Skulpturenpfad besteht seit Mitte April: Zu diesem Zeitpunkt wurde ein Bronze-Hase vom Sockel gerissen. Seither hat der Kunstverein rund 15 Mal die Kunstwerke wieder hergerichtet. Jetzt reicht es ihnen. Obendrein fürchtet Thalmayr um den guten Ruf der Kurstadt: „Es wirft ein schlechtes Bild auf Bad Aibling.“

Unbekannte Täter reißen Bronze-Hasen Ohren ab – Objekt soll als Mahnmal im Sommer zurück kommen

Bereits Mitte April haben Unbekannte zwei Kunstwerke zerstört: Einen Bronze-Hase und eine Skulpturengruppe. Es geschah am helllichten Tag zwischen 8.30 und 16.30 Uhr. Die Figur eines Hasen des Künstlers Winfried Becker wurde in diesem Zeitraum vom Sockel gerissen. Obendrein wurden die Ohren der rund 50 Kilogramm schweren Bronze abgebrochen.

Und das war nicht der erste derartige Vorfall: Denn laut Polizei wurde vorher eine Skulpturengruppe der Künstlerin Cornelia Hinkel im Kurpark angegangen. „Dort wurden mehrere Figuren durch Gewalt aus ihrer ursprünglichen Standform gebracht“, hieß es im Polizeibericht. Rund einen Monat später berichtet der Mangfall-Bote, dass vier Bad Aiblinger diesen Fall von Vandalismus auf dem Skulpturenpfad nicht einfach zu den Akten legen. Der Bronze-Hase soll als Mahnmal zurückkehren. Wann der wiederhergestellte Hase in den Kurpark kommt, steht jetzt noch nicht fest, sagt Kunstverein-Vorsitzende Martina Thalmayr auf Anfrage. Es soll aber noch im Sommer sein. „Er wird dann hinter einen Käfig gesetzt um eine gewisse Symbolik zu erreichen.“

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