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In der Villa Maria in Bad Aibling

Wiederentdeckung des Bruno Tausend: So hat der Künstler die Naturwelt des Samerbergs spürbar gemacht

Elisabeth, 1949.
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Elisabeth, 1949.

In den 50er bis 80er Jahren war Bruno Tausend ein herausragender Maler, der die Kunstwelt in der Region und im Ausland faszinierte. Zuhause am Samerberg, wurde seine Werke weltweit gesammelt, nach seinem Tod jedoch geriet er in Vergessenheit. Eine Werkschau in der Villa Maria in Bad Aibling.

Bad Aibling/Samerberg – Dass die Villa María jetzt 43 Bilder des Oeuvres zeigen kann, ist dem Sammler und Freund von Tausend, Heiner Schäfer, und weiteren Sammlern zu verdanken. Schäfer hat in akribischer Kleinarbeit ein Werkverzeichnis der Bilder erstellt, das einen detaillierten Überblick über das malerische Schaffen Tausends gibt. Dieses Werkverzeichnis ist in der Galerie erhältlich.

Bruno Tausend, 1915 geboren, lebte mit Vater und Schwester, die beide ebenfalls malten, auf einem Hof am Samerberg. Tausend hat sich bereits früh, inspiriert durch die landschaftliche Schönheit, als Maler betätigt. Von 1939 bis 1945 studierte er an der Akademie der Bildenden Künste in München bei den Professoren Constantin Gerhardinger und Hermann Kaspar, war ab 1944 Meisterschüler bei Kaspar. Eine Zeit lang sah es so aus, als ob Tausend den von den Professoren erlernten Malstil fortsetzen würde.

Alte und neue Werke

Dazu gibt es Bilder in der Ausstellung, und das Gegenüber „alter“ und „neuer“ Werke fasziniert. Ab den frühen 50er Jahren erfährt Tausends Malstil einen radikalen Wandel. Der Betrachter sieht mit den Augen des Malers die Naturwelt neu: sie wird, genau wie die Darstellung der menschlichen Gestalt, auf das Wesentliche reduziert. Die Fichtenwälder des Samerbergs, ein immer wieder dargestelltes Motiv, werden durch nahezu leuchtende Stämme und grüne Dreiecke in Szene gesetzt. Tausend schuf eine eigene abstrahierte Sicht auf diese Landschaft, und dennoch, so formulierte es ein Kunsthistoriker, ist die Welt des Samerbergs zu erspüren.

Auf geistiger Ebene

Die Konsequenz, mit der Tausend sein strenges Konzept verfolgte, hebt seine Bilder weit über eine Beliebigkeit hinaus, führt sie auf eine geistige Ebene. Weitere Themen Tausends waren Frauengestalten, Himmel, Wasser, Vögel und religiöse Motive, die seine tiefe Gläubigkeit offenbaren. Ein Christuskopf fällt ins Auge: Das bleiche Gesicht geometrisch als Dreieck geformt, die Augen geschlossen, eine Dornenkrone auf dem Haupt und acht große, fallende Bluttropfen, die nicht nur den Schmerz zeigen, sondern auch die Bildfläche akzentuieren. Nicht zufällig hängt der Christuskopf neben dem „Apfelpflücker“, denn Tausend sinniert in einem Brief: „So wie der Apfel am Baum ist, so sicher ist auch Gott. Er schuf Himmel und Erde“. Die Naturdarstellung, mit der er auf die ursprüngliche Schöpfung hinweisen will, gerät zur Fortsetzung der religiösen Bilder, die im Laufe der Jahre seltener wurden.

Ursula, 1950.

Ein Einzelgänger

Weibliche Akte, frontal gestaltet, gerade und aufrecht, stehen immer in Kunstlandschaften, vor einem Rosenbeet, zwischen hohen Blumen und vor Fichten. Himmel, Wasser, Vögel runden die Thematik des Malers ab.

Bruno Tausend pflegte freundschaftlichen Kontakt zu den im Rosenheim der Nachkriegszeit lebenden Künstlern. Als diese die Gruppe 51 gründeten, trat der Einzelgänger zwar nicht bei, bestärkte sie aber in ihrer Abkehr von der traditionellen Malerei und der Hinwendung zu neuen künstlerischen Formen.

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