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Knapp 100 Kilometer Straßen im Blick

Bad Aiblinger Bauhof sorgt bei Eis und Glätte für Sicherheit

Der Bauhof ist bestens für den Winterdienst ausgestattet: Leiter Josef Feuersinger (links) und Wetterbeobachter Christian Hilz vor dem Dienstwagen.
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Der Bauhof ist bestens für den Winterdienst ausgestattet: Leiter Josef Feuersinger (links) und Wetterbeobachter Christian Hilz vor dem Dienstwagen.

Aktuell muss der Winterdienst wieder ausrücken, die Temperaturen liegen um den Gefrierpunkt. Falls es zu Schneefall oder Glatteis kommt, sind die 37 Bauhofmitarbeiter vorbereitet und sofort einsatzbereit, um die Bad Aiblinger Straßen, Geh- und Radwege sicherer zu machen.

Bad Aibling – Lastwagen, Schmalspurfahrzeuge, Traktoren und Radlader – insgesamt 19 eigene Fahrzeuge stehen dem Bauhof für den Winterdienst zur Verfügung. Eine Streu- und Räumtour mit einem Lkw ist sogar an eine Fremdfirma vergeben, so viel zu tun gibt es in der Kurstadt. Je nach Witterung beginnt der Winterdienst schon ab 2.30 Uhr, um verkehrswichtige Straßen für den Berufsverkehr zu sichern. „Für den Streueinsatz benötigen wir circa vier Stunden. Ein Räumeinsatz dauert mindestens sieben Stunden und je nach Schneemenge auch mehr“, sagt Bauhofleiter Josef Feuersinger.

Der Melder ist 24 Stunden erreichbar

Er beobachtet den Wetterbericht des Deutschen Wetterdienstes täglich und entscheidet so, ob er eine Rufbereitschaft für seine Kollegen anordnen muss. Einen wichtigen Job hat der sogenannte Melder. Um 2 Uhr morgens kontrolliert er das erste Mal das Wetter. Bei Schneefall alarmiert er das ganze Team, dass sie zu räumen beginnen müssen. Wenn es nicht schneit, prüft er das Wetter erneut um 3.30 Uhr. Ist es glatt, informiert der Melder die Truppe um 4 Uhr, dass es Zeit zum Streuen ist.

Den Wetterbeobachtungsdienst übernehmen zwei Mitarbeiter des Bad Aiblinger Bauhofes im wöchentlichen Wechsel. Neben der Wetterlage prüfen die Melder den Straßenzustand vor Ort, um einen differenzierten Winterdiensteinsatz zu koordinieren. „Differenziert heißt, dass der Einsatz von Fahrzeugen, Personal und Streumitteln den unterschiedlichen, Wetter- und Straßensituationen und den Sicherungsprioritäten flexibel angepasst wird“, erklärt der Bauhofleiter.

Feuersinger weiß, wie schwierig dieser Job sein kann – besonders, wenn jemand außerhalb von Bad Aibling wohne. Denn er war selbst schon Melder und lebt in Kolbermoor.

„Ich kann nicht von Kolbermoor aus beurteilen, wie in Bad Aibling das Wetter ist“, sagt Feuersinger. Auswärtige Melder müssten deshalb schon um 2 Uhr morgens in die Arbeit fahren und die Straßen kontrollieren. Ein Ortsansässiger könne hingegen einfach aus dem Fenster sehen und prüfen, ob es geschneit hat und danach noch einmal für eine Stunde oder zwei schlafen. Für die auswärtigen Melder gebe es dafür ein Flachbett im Bauhof.

Ruft der Melder die Truppe zusammen, gibt es viel zu tun. Insgesamt räumen die Bauhofmitarbeiter eine Strecke von rund 95 Kilometern bei Schneefall, 48 Kilometer streuen sie. Davon entfallen 17 Kilometer auf die Radwege im Bad Aiblinger Gebiet. Der Winterdienst sorgt durch seine Arbeit für Sicherheit an 37 Bushaltestellen und dem Schulzentrum, 31 Fußgängerüberwegen und Kreuzungen sowie neun Treppenanlagen.

Wenn es die Witterung verlangt, müsse die Truppe sogar mehrere Einsätze am Tag fahren. Bei extremen Wetterbedingen werden nur noch festgelegte Gefahrenstellen und Verkehrsknotenpunkte betreut, damit der Verkehr flüssig bleibt. Laut Feuersinger ist das bei hohem Verkehrsaufkommen gar nicht so einfach. Während der Hauptverkehrszeit könnten die Bauhofmitarbeiter nicht effektiv räumen und streuen, weil zu viele Fahrzeuge auf der Straße seien.

Für die Touren braucht der Winterdienst auch einiges an Material. Dazu zählen rund 323 Tonnen Salz, 50 Tonnen Streusplitt und die Restbestände vom Vorjahr mit 25 Tonnen sowie rund sieben Tonnen Blähschiefer. Im ganzen Stadtgebiet sind 65 Splittkästen verteilt. Die Zahlen stammen aus dem Abschlussbericht der vergangenen Saison.

15 Gramm auf den Quadratmeter

Die Ziele des Winterdienstes sind laut Bauhofleiter „ein hohes Maß an Verkehrssicherheit mit möglichst geringer Umweltbelastung“. Denn jedes Streumittel belaste die Umwelt in irgendeiner Art.

Die Menge werde so dosiert, dass bei größtmöglicher Wirkung die geringste Umweltbelastung entsteht. „Mithilfe modernster Technik können wir die Streumittel präzise dosieren“, so Feuersinger. In der Regel seien das nicht mehr als 15 Gramm auf den Quadratmeter.

Grundstückseigentümer müssen sich indes selbst um angrenzende Gehwege kümmern und einen rund 1,50 Meter breiten Streifen am Fahrbahnrand sichern. Dabei sollten sie Sand oder Splitt verwenden, Salz ist aus Umweltschutzgründen nicht erlaubt.

So erleichtern die Bürger den Mitarbeitern ihre Tätigkeit bei Schnee

„Nicht alle Fahrbahnen können und müssen gleichzeitig von Schnee befreit und gestreut sein“, sagt Bauhofleiter Josef Feuersinger. Trotz aller Räum- und Streumaßnahmen könne es glatt auf den Straßen und Gehwegen sein. Damit der Winterdienst seine Arbeit bestmöglich verrichten kann, bittet er die Bürger, den Räum- und Streufahrzeugen Vorfahrt zu gewähren und nicht zu dicht aufzufahren. Radfahrer ohne Beleuchtung seien schlecht zu erkennen.

Auto- und Motorradfahrer sollten ihre Fahrweise an die Wetter- und Straßenverhältnisse anpassen und Rücksicht auf alle Verkehrsteilnehmer nehmen, so Feuersinger. Weil der Winterdienst nicht räumen kann, wenn parkende Fahrzeuge die Straße blockieren, fordert er die Besitzer auf, wenn möglich, nicht auf der Straße zu parken. Der Bauhofmitarbeiter rät den Bürgern, versetzt zu parken, damit die Räumfahrzeuge durchkommen. Autofahrer sollten zudem darauf achten, dass ihr Fahrzeug entsprechend der Witterung ausgestattet ist. „Ihren Reifen sollten sie besondere Bedeutung schenken.“

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