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Urteil am Amtsgericht Rosenheim

Betrüger muss 10.000 Euro an Hotels im Mangfalltal zurückzahlen

Um mehr als 10000 Euro hat ein Geschäftsreisender Hotels im Mangfalltal geprellt. Jetzt wurde er dazu zu einer Haftstrafe auf Bewährung verurteilt. Das Geld muss er den Hotels nach und nach zurückzahlen.
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Um mehr als 10000 Euro hat ein Geschäftsreisender Hotels im Mangfalltal geprellt. Jetzt wurde er dazu zu einer Haftstrafe auf Bewährung verurteilt. Das Geld muss er den Hotels nach und nach zurückzahlen.

Um Übernachtungskosten von mehr als 10.000 Euro hat ein Geschäftsreisender Hotels im Mangfalltal betrogen. War der Mann vermindert schuldfähig oder einfach nur ein Einmiet-Betrüger?

Feldkirchen-Westerham/Bruckmühl/Bad Aibling – Hat ein Reiseverkehrskaufmann Hotelrechnungen geprellt oder war es seine Firma? Der Fall des „Spesenritters aus dem Mangfalltal“ wurde jetzt vor dem Amtsgericht Rosenheim ein zweites Mal verhandelt. Mit dem Ergebnis, dass der Einmietbetrüger zur Kasse gebeten wird. Zudem wurde er zu einer Gesamtstrafe von einem Jahr und zehn Monaten verurteilt, die zur Bewährung ausgesetzt wurde.

Zweimal bezahlt und dann nicht mehr

Im ersten Teil des Verfahrens hatte sich der 58-jährige Reiseverkehrskaufmann darauf berufen, im Auftrag einer Bielefelder Firma im Mangfalltal unterwegs gewesen zu sein. Dabei hätte er darauf vertraut, dass diese seine anfallenden Hotel- und Reisekosten übernimmt. Im Juni 2019 habe die Firma das auch zweimal getan, erklärte eine Hotelmanagerin, die im zweiten Teil des Verfahrens vor dem Amtsgericht in Rosenheim als Zeugin gehört wurde. Danach allerdings nicht mehr. So blieben ihr Hotel und auch zwei andere in Bad Aibling und Bruckmühl auf den Übernachtungskosten sitzen.

Der Angeklagte war im Februar festgenommen worden und befindet sich derzeit in Untersuchungshaft, wo er eine nicht bezahlte Geldstrafe absitzt.

Rechtsanwalt Martin Menges hatte als Verteidiger die Möglichkeit einer verminderten Schuldfähigkeit nach Paragraph 21 des Strafgesetzbuches ins Spiel gebracht. Daher beobachtete der forensisch-psychiatrische Gutachter Dr. Lorenz Schweyer das Verfahren.

Die Hoffnung des Verteidigers, damit zu einer Strafminderung zu kommen, löste sich aber in Wohlgefallen auf. Der Gutachter erklärte den Angeklagten für voll schuldfähig. Der Befund des Hausarztes sei in keiner Weise geeignet, irgendwelche relevanten Hinweise auf eine psychische Störung zu belegen. Im Gegenteil sei der Angeklagte zu jeder Zeit in der Lage gewesen, sich für oder gegen ein Verhalten zu entscheiden. Es gebe bei ihm keine krankhaften Ausprägungen. Die Einträge im Bundeszentralregister belegten, dass der Angeklagte in den zurückliegenden fünf Jahren mehrfach vergeblich versucht hatte, den Weg in die Selbstständigkeit zu gehen. Dies hatte ihn aber immer wieder in die Insolvenz geführt, wobei er auch gegen geltendes Recht verstoßen hatte.

Der Verteidiger bat um ein Rechtsgespräch, um auszuloten, welche Möglichkeiten seinem Mandanten bleiben. Staatsanwalt, Verteidiger und Gericht verständigten sich schließlich darauf, dass eine Strafe zur Bewährung ausgesetzt werden könnte – unter der Voraussetzung, dass der Angeklagte ein umfassendes Geständnis ablegt. Der Staatsanwalt beantragte in seinem Schlussvortrag eine Gesamtstrafe von zwei Jahren, die zur Bewährung ausgesetzt wird. Der Verteidiger stellte keinen konkreten Antrag zum Strafmaß, bat aber darum, im Urteil am unteren Rand der Verständigung zu bleiben.

240 Arbeitsstunden unter Aufsicht

Das Gericht unter dem Vorsitz von Richterin Dr. Dorith Rose verhängte eine Gesamtstrafe von 22 Monaten, die sie zur Bewährung aussetzte. Die Bewährungsauflagen schmieden ein enges Korsett: Der Angeklagte muss 240 gemeinnützige Arbeitsstunden unter der Aufsicht eines Bewährungshelfers ableisten. Darüber hinaus wurde er zum Wertersatz von mehr als 10 000 Euro verpflichtet, sodass die Hoteliers zumindest nach und nach ihren Schaden ersetzt bekommen werden.

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