Bürgersorgen: Hochwasser und Funk

Es war mehr als nur ein Tropfen, der im Juli das Fass für Willinger Bürger zum Überlaufen brachte: Nach Starkregen trat der Feldbach massiv über die Ufer und setzte Teile der Ortschaft unter Wasser. Nun fordern die Betroffenen umgehende Schutzmaßnahmen.
+
Es war mehr als nur ein Tropfen, der im Juli das Fass für Willinger Bürger zum Überlaufen brachte: Nach Starkregen trat der Feldbach massiv über die Ufer und setzte Teile der Ortschaft unter Wasser. Nun fordern die Betroffenen umgehende Schutzmaßnahmen.

Bad Aibling - Die Hochwassergefahr am Feldbach, der Brandschutz an Luitpold- und Hofbergschule, der geplante Digitalfunkmast - allesamt Schwerpunkte bei der Bürgerversammlung.

297 Unterschriften überreichten die Gegner der Aufstellung eines Digitalfunkmastens bei der Versammlung an die Stadtverwaltung mit Bürgermeister Felix Schwaller. Aus dem Schreiben zitierte eine Sprecherin, dass sich der Großteil der Bevölkerung im nordöstlichen Stadtgebiet von Bad Aibling entschieden gegen die Aufstellung eines Digitalfunkmastens im Bereich Zeller Weg/Dieselstraße wehre.

Die Errichtung eines (an der Antennenunterkante) 40 Meter hohen, nackten Betonturmes mitten auf der grünen Wiese bedeute die Zerstörung des beliebten "Großvenediger-Panoramablickes" vom dortigen Aussichtspunkt aus.

"Soll der mit Antennen bestückte Funkturm den barocken Stadtkirchturm als Kennzeichen des bekannten Kurortes Bad Aibling verdrängen?", fragen die Unterzeichner. Sie betonen, dass die Bürger ein Recht auf Respekt vor ihren Ängsten hätten.

Die große Mehrheit der anliegenden Bewohner fürchte gesundheitliche Beeinträchtigungen sowohl körperlicher als auch psychischer Natur, solange keine wissenschaftlich belegte Klarheit über die Auswirkungen einer solchen Anlage bestehe. Der "strahlende" Wendelstein, so heißt es in dem Schreiben weiter, sorge bereits für eine große Verunsicherung.

Schwaller bestätigte, dass die genannten Standorte "denkbar ungünstig" erschienen. Er erklärte jedoch, dass die Regierung das letzte Wort haben werde, wenn man keinen anderen Standort finde. Wie schon im Hauptausschuss (wir berichteten) teilte er mit, dass die Firma Telent gebeten worden sei, nun auch noch den Standort Ghersburgwald auf seine Eignung hin zu überprüfen.

Dieser wäre ebenfalls in der Nähe zur Nachbarstadt Kolbermoor gelegen, um deren Funk-Versorgung es in erster Linie gehe (deren Bürgermeister lehne jedoch einen Standort auf eigenem Stadtgebiet ab).

Sorge regt sich auch im Bereich Willing, vor allem nachdem im Juli dieses Jahres der Feldbach über die Ufer getreten ist. Die Anwohner reichten zur Bürgerversammlung einen Antrag zur Besprechung des Hochwasserschutzes des Feldbaches ein. Der Bach sei in den letzten Jahren schon mehrmals über die Ufer getreten, jedoch seien die Auswirkungen noch nie so schlimm gewesen wie heuer.

Willing: Die Folgen des Unwetters

Willing: Die Folgen des Unwetters

 © Josef Reisner
 © Josef Reisner
 © Josef Reisner
 © Josef Reisner
 © Josef Reisner
 © Josef Reisner
 © Josef Reisner
 © Josef Reisner
 © Josef Reisner
 © Josef Reisner
 © Josef Reisner
 © Josef Reisner
 © Josef Reisner
 © Josef Reisner
 © Josef Reisner
 © Josef Reisner
 © Josef Reisner
 © Josef Reisner
 © Josef Reisner
 © Josef Reisner
 © Josef Reisner
 © Josef Reisner
 © Josef Reisner
 © Josef Reisner
 © Josef Reisner
 © Josef Reisner
 © Josef Reisner
 © Josef Reisner
 © Josef Reisner
 © Josef Reisner
 © Josef Reisner
 © Josef Reisner
 © Josef Reisner
 © Josef Reisner
 © Josef Reisner
 © Josef Reisner
 © Josef Reisner
 © Josef Reisner
 © Josef Reisner
 © Josef Reisner
 © Josef Reisner
 © Josef Reisner
 © Josef Reisner
 © Josef Reisner
 © Josef Reisner
 © Josef Reisner
 © Josef Reisner
 © Josef Reisner
 © Josef Reisner
 © Josef Reisner
 © Josef Reisner
 © Josef Reisner
 © Josef Reisner

Es sei nun zwingend notwendig, entsprechende Gegenmaßnahmen einzuleiten, fordern die Betroffenen: "So etwas darf nicht wieder passieren".

Der Bürgermeister, der am Tag des Geschehens selbst vor Ort gewesen war, erklärte, dass die beiden Hochwasserrückhaltebecken für den Feldbach mit geschätzten Kosten in Höhe von zwei Millionen Euo gegenwärtig nicht durchsetzbar seien. Erforderliche Grundstücke hätten nicht erworben werden können, zudem sei bei Sondierungsarbeiten in dem betreffenden Bereich Hausmüll entdeckt worden.

Schwaller konnte aber vermelden, dass in Kürze ein Gespräch über die Situation am Feldbach mit einem Vertreter eines Ingenieurbüros und dem Bauamt stattfinden wird. Dabei werde es um Möglichkeiten für eine gezielte Ausleitung vom Feldbachwasser bei Hochwasserereignissen sowie um Sofortmaßnahmen für 2012 gehen. Die Mittel dafür - rund 150000 Euro - sollen laut Schwaller für den Haushalt 2012 angemeldet werden.

Zudem kündigte der Bürgermeister einen Termin im November an, bei dem er gemeinsam mit seinen Amtskollegen von Irschenberg und Bruckmühl sowie den Landräten von Rosenheim und Miesbach, Josef Neiderhell und Jakob Kreidl, über die Problematik beratschlagen werde.

Denn das meiste Wasser komme, so Schwaller bereits aus Richtung Irschenberg und Oberstaudhausen (Gemeinde Bruckmühl). Allerdings dauere es sicher noch einige Jahre, bis eine Gesamtmaßnahme in Angriff genommen werden könne, bremste er zu hohe Erwartungen.

Eva Landwieder / Mangfall-Bote

Kommentare