Weitere Mitarbeiter der RoMed-Klinik Bad Aibling in Quarantäne

„Jede Positivtestung besorgniserregend“ - Corona-Ausbruch lähmt Klinik-Betrieb

Covid-Ausbruch in der RoMed-Klinik Bad Aibling
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Ein Covid-Ausbruch in der RoMed-Klinik Bad Aibling setzt Teile des Betriebs auf Standby.

Bad Aibling - Die RoMed-Klinik Bad Aibling ist coronabedingt geschlossen, nachdem mehrere Mitarbeiter und Patienten positiv auf Sars-CoV-2 getestet wurden. Wie geht es jetzt weiter?

Mittlerweile befinden sich 17 Mitarbeiter in Quarantäne, nachdem sie positiv auf das Corona-Virus getestet wurden. Nachdem am Wochenende bzw. Anfang dieser Woche die ersten Fälle bekannt worden waren, wurden alle Personen in der Klinik getestet. Das seien zum Stichtag 2. November 64 Patienten und insgesamt 384 Mitarbeiter gewesen, erklärt Elisabeth Siebeneicher, Pressesprecherin der RoMed-Kliniken, auf Nachfrage von rosenheim24.de den gegenwärtigen Stand.

Inzwischen liegen die Ergebnisse von etwa 260 Abstrichen vor. Mit den übrigen Testergebnissen wird bis Donnerstag, 5. November, gerechnet. Weitere Patienten seien Siebeneicher zufolge indes nicht infiziert. Ursprünglich hab es sich um neun infizierte Patienten gehandelt, wobei zwei Patienten nach Rosenheim verlegt worden seien.

Aufnahmestopp für stationären Patienten in der RoMed-Klinik Bad Aibling

Trotz des Covid-Ausbruchs sei die Klinik „nicht gänzlich geschlossen“. Sicherheitshalber bestehe jedoch ein „Aufnahmestopp für das ganze Haus“. Wie Siebeneicher weiter betont, werden derzeit keine stationären Patienten aufgenommen. Die Klinik sei ferner bei der zentralen Rettungsleitstelle für die Notfallaufnahme abgemeldet.

Was bedeutet das für die mit dem neuartigen Virus infizierten Patienten? „Die Corona-Patienten sind einzeln isoliert. Alle Patienten, die aktuell in der Klinik sind, werden selbstverständlich weiter versorgt. Es erfolgt derzeit allerdings keine Entlassung in Pflegeheime.“

Einzelne Mitarbeiter der RoMed-Kliniken Bad Aibling sind Ende September dem Aufruf der Dienstleistungsgewerkschaft verdi gefolgt und haben im Rahmen der Tarifverhandlungen gestreikt - unter anderem ging es dabei um Überlastung. Nun sind Mitarbeiter wegen Corona auch noch in Quarantäne. Um einem personellen Engpass gegenzusteuern, hätten in den letzten Wochen bereits Personalplanungen stattgefunden. Diese treten in Kraft, sobald es zu krankheitsbedingten Ausfällen komme, sodass der Klinikbetrieb und die Versorgung der Patienten gesichert sei, unterstreicht Siebeneicher.

RoMed-Klinik Bad Aibling: Wieder Normalbetrieb ab Mitte nächster Woche?

Die RoMed-Klinik Bad Aibling stehe seit der teilweisen Schließung durch Corona in enger Abstimmung mit dem Gesundheitsamt. Sobald Testergebnisse vorliegen, erfolgt im Laufe der Woche eine Besprechung mit dem Gesundheitsamt über das weitere Vorgehen. „Wir hoffen ab Mitte nächster Woche Schritt für Schritt wieder in den Normalbetrieb übergehen zu können“, gibt Siebeneicher eine erste vage Einschätzung ab. Der Fokus liege dabei auf der zentralen Notaufnahme, diese soll in erster Linie wieder den Betrieb aufnehmen können.

Wie die Ansteckung hat passieren können, sei derzeit noch unklar. Siebeneicher zufolge laufen aktuell Analysen in enger Abstimmung mit dem Gesundheitsamt. „Wir kennen derzeit noch keine Ursachen, erhoffen uns aber Erkenntnisse von den laufenden Testungen.“

„In dieser Pandemiesituation, die nach wie vor für uns alle eine besondere Herausforderung ist, ist jede Positivtestung besorgniserregend - daran hat sich nichts geändert“, erklärt Siebeneicher auf die Frage, ob sich die Klinik im Frühjahr im Rahmen der ersten Corona-Welle bereits in einer ähnlichen Lage befunden habe. „Im Klinikverbund gibt es Standards, die das weitere Vorgehen bei Positivtestungen vorgeben. Diese Standards werden durch die Hygieneabteilung laufend unter andrem an die RKI-Empfehlungen angepasst.“ 

mb

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