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Streit im Bad Aiblinger Bauausschuss

„Einfach nur schockiert“: Geschosshöhe eines Aiblinger Wohngebiets führt zu hitzigen Diskussionen

Die Willinger Straße und die Höhe der dort geplanten Wohngebäude bleiben ein heißheiß diskutiertes Thema im Bad Aiblinger Bauausschuss..
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Die Willinger Straße und die Höhe der dort geplanten Wohngebäude bleiben ein heißheiß diskutiertes Thema im Bad Aiblinger Bauausschuss..

Welches Haus darf wie hoch sein? Beim Thema Wohngebiet in der Willinger Straße trafen unterschiedliche Meinungen im Aiblinger Bauausschuss aufeinander. Nun sind einige Fragen nach der Anzahl der Geschosse geklärt. Doch ein paar Streitpunkte bleiben offen.

Bad Aibling – Drei Geschosse? Vier Geschosse? Flachdach? Es besteht noch Klärungsbedarf bei den geplanten Gebäuden in der Willinger Straße. Die Aufstellung des Bebauungsplans „Östlicher Teilbereich ehemaliges Firmengelände Taussig“ sorgte im Bauausschuss erneut für Gesprächsstoff.

Auf den dortigen Grundstücken befinden sich derzeit zwei größere Wohngebäude und zahlreiche kleinere Nebengebäude. Hier sollen nun innerstädtische Flächen nachverdichtet werden, wodurch neuer Wohnraum entsteht. Doch ab welcher Höhe stören die Häuser das Stadtbild?

„Weitestgehend berücksichtigt“

Der Bauausschuss hatte das Thema bereits Ende Mai behandelt und damals beschlossen, dass zur erneuten Behandlung im Gremium eine überarbeitete Version der Planung vorzulegen sei. Dabei wurde etwa festgelegt, dass die fünfgeschossigen Gebäude auf vier Geschosse zu reduzieren sind, die viergeschossigen auf drei. Zumal sollen die viergeschossigen Gebäude im Bereich der Trafostation angeordnet werden. Außerdem sollen die Bäume entlang der Willinger Straße einen „Grünzug“ bilden.

Von einem „wunderschönen Grundstück“, sprach die Architektin Claudia Petzenhammer, als sie dem Gremium nun die neue Version vorstellte. Die überarbeitete Planungsvariante sieht im östlichen Bereich ein Gebäude (Grundfläche 365 Quadratmeter) entlang der Willinger Straße vor, dass im östlichen Bereich drei Vollgeschosse und im westlichen Teil vier Vollgeschosse mit Flachdach vorsieht. Ein zweites Gebäude (Grundfläche 110 Quadratmeter) entlang der Willinger Straße beinhaltet drei Vollgeschosse, ein drittes Gebäude (215 Quadratmeter) wiederum vier Vollgeschossen.

Wie Bürgermeister Stephan Schlier (CSU) mitteilte, wurden die Forderungen des Bauausschusses weitestgehend erfüllt. „Einzig die Reduzierung des viergeschossigen Gebäudes auf ein dreigeschossiges Gebäude wurde nicht berücksichtigt“, so der Bürgermeister.

„Oder ist das hier eine Investorenplanung?“

Dass die Maßgaben des Bauausschusses weitestgehend eingehalten wurden, war für Stadtrat Richard Lechner (SPD) „schlicht einfach nicht richtig“. Er stellte in Frage, ob die Pläne wirklich so gestaltet sind, dass sie die Nachbarschaft möglichst wenig beinträchtigen. „Oder ist das hier eine Investorenplanung?“, fragte Lechner. Mit seinem Antrag, wonach die Gebäude durchgängig dreigeschossig errichtet werden sollen, scheiterte er allerdings erneut im Gremium mit 3:8 Stimmen.

Stadtrat Richard Lechner.

Ein weiteres Thema: Die Dachform. „Unsere Idee war, nicht alle Häuser mit einem geneigten Dach zu versehen“, erklärte Architektin Petzenhammer. Deshalb biete ein Flachdach gute Voraussetzungen für eine Photovoltaikanlage. Als einen „sehr wichtigen Punkt“ bezeichnete Florian Weber (Bayernpartei) daraufhin die Frage, wie sich die Dachform in die Umgebung einfügen kann. „Ich fürchte, dass ein Flachdach hier überhaupt nicht reinpasst“, so Weber.

„Ich sehe das nicht so negativ“, betonte Martina Thalmayr (Grüne) und begrüßte den Flachdach-Vorschlag. „Gut, dass inzwischen an vielen Stellen angekommen ist, dass wir Voraussetzungen für PV-Anlagen schaffen müssen“, so Thalmayr. Neben der energetischen Ausrichtung spielte aber auch die Optik eine Rolle. Stadtrat Thomas Höllmüller (CSU) stellte klar: „Bei unterschiedlichen Dachformen stimme ich nicht zu.“ Für Petzenhammer sei das Flachdach „nur ein Vorschlag, kein Muss“.

Das neue Wohngebiet sorgte nicht nur im Gremium für Diskussionen. Auch ein Nachbareinwand liegt vor. Darin wandte sich ein Eigentümer der nördlich gelegenen Grundstücke an die Stadtverwaltung, da er vom Vorhaben „schwerpunkmäßig betroffen“ sei. „Grundsätzlich bin ich froh, dass in diese jahrelange Hängepartie, mit ständigen neuen Ideen, wieder Bewegung kommt“, schreibt der Nachbar. Der westliche Teil des ehemaligen Firmengeländes ist schon seit vielen Jahren fertig gestellt. Als der Nachbar jedoch von den angestrebten Geschosshöhen gehört hatte, „war ich einfach nur schockiert“.

Nachbar findet Plan rücksichtslos

In seinen Augen sei das Vorhaben „rücksichtslos“. Das im Umfeld über die letzten Jahrzehnte entstandene Wohngebiet sei ausschließlich mit zwei- und dreigeschossigen Gebäuden bebaut. „Wie kann man im Zuge der Nachverdichtung mitten in dieses Gebiet eine erheblich höhere Bauhöhe, zu Lasten der vorhandenen Grundstücksbesitzer, fordern?“. Man leide ohnehin schon seit vielen Jahren unter der völlig übermäßigen Bepflanzung mit hohen Bäumen, die das Grundstück „für zwei Drittel des Jahres beschattet“.

Architektin Claudia Petzenhammer.

Zwar begrüße er die Entscheidung, dass der Bauausschusses einige Stockwerke streichen will. „Ich kann aber nicht nachvollziehen, dass man entlang der Willinger Straße, weil es das Stadtbild stören könnte, auf drei Geschosse begrenzt, jedoch im Bereich der Trafostation, also vor mein hinteres Grundstück, vier Geschosse für akzeptabel hält“, heißt es im Nachbareinwand.

Stadträtin Thalmayr beantragte, dass zunächst eine entsprechende „Beschattungsstudie“ durchgeführt werden soll. Mit 8:3 Stimmen beschloss der Bauausschuss, dass der Beschluss erst dann behandelt wird, wenn das Ergebnis vorliegt.

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