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Ersatz für das verbotene Wort gesucht

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Die Kirchzeile wird während der Bauarbeiten im Zentrum zwar zur Sackgasse, ist aber weiterhin befahrbar.

Bad Aibling - "Zu negativ behaftet" sei der Begriff Vollsperrung. Deswegen sucht man in Aibling nun kurzerhand nach einem schöneren Ausdruck für die Baustelle im Zentrum.

Während das deutsche Unwort des Jahres 2012 erst Anfang 2013 gekürt wird, steht für viele Aiblinger ihres bereits fest: Den Begriff "Vollsperrung" deklarierten sie im Zusammenhang mit den Baumaßnahmen im Zentrum in der jüngsten Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses als ab sofort verboten: "Er ist zu negativ behaftet."

Vehement forderten die Gewerbetreibenden ihre Mitstreiter auf, sich gemeinsam wirksame Werbemethoden einfallen zu lassen, mit denen Kunden auch dann in die Innenstadt gelockt werden können, wenn der Durchgangsverkehr draußen bleiben muss.

Wenn das Aiblinger Zentrum ab April neu gestaltet und umgebaut wird, ist die Durchfahrt vom Marienplatz bis Münchener Straße/Ecke Bahnhofstraße zwar nicht mehr möglich. Bad Aibling bleibe aber dennoch offen - für die Kunden ändere sich nicht viel betonte Bürgermeister Felix Schwaller.

"Der Begriff Vollsperrung setzt sich in den Köpfen sofort als negativ fest, da fragt keiner mehr weiter, sondern fährt gleich woanders zum Einkaufen hin", erörterte auch Geschäftsfrau Christine Schönmetzler beim teils kräftigen Schlagabtausch zwischen Gewerbetreibenden, Verwaltung und Ausschuss.

Ein Ersatz für das "verbotene Wort" mochte an diesem Abend keinem einfallen, fest steht aber wohl, dass in den umliegenden Kommunen Flyer verteilt werden, die darauf hinweisen, dass die Aiblinger Geschäfte, Praxen, Lokale sowie Parkplätze nach wie vor erreichbar sind und lediglich die Durchfahrt nicht möglich sein wird.

So sei unter anderem das Semmelholen in der Kirchzeile für die Autofahrer weiterhin möglich und das Hotel Lindner könne während der Bauzeit "sogar von zwei Seiten angefahren werden, wenn die Einbahnregelung in der Rosenheimer Straße aufgehoben wird", so Ingenieur Denis Weisser und Bürgermeister Felix Schwaller auf besorgte Fragen der Anlieger.

Kreative Ideen für den Informationsfluss

Nur richtig kommunizieren müsse man die durchgehende Erreichbarkeit. "Da sind Sie mit Ideen gefordert, auch in Zusammenarbeit mit Wirtschaftsförderin Alexandra Birklein", erklärte Schwaller den Gewerbetreibenden. Unbeantwortet blieb an diesem Abend die Frage nach bereits in die Wege geleitete Maßnahmen, die über die Pläne für Jazzfrühschoppen oder Baustellenfest (wir berichteten) hinausgehen.

Max Regensburger vom Wirtschaftsforum kritisierte die Vorgehensweise der Stadt: Diese habe die betroffenen Anlieger viel zu spät - "erst, als die Planungen schon beschlossen waren" - ins Boot geholt und einen Großteil von ihnen nicht einmal zu der Sitzung eingeladen. Dabei sorge sich so manch einer sogar um seine Existenz.

Unter anderem richteten sich die Augen im Verlauf der Ideenfindung auch auf Benno Kretschmann. Der Initiator der erfolgreichen Kunstvereins-Aktion "Rathaus-Vor-Abriss" und Vorsitzende der Werbegemeinschaft forderte alle im Saal auf, der Phantasie sofort freien Lauf zu lassen, um baldmöglichst werbeträchtige Aktionen in die Wege zu leiten (siehe Kasten "Kreativ-Treffen").

Schwaller stellte die Überlegung in den Raum mit der Innenstadt als "Fußgängerzone" zu werben, Straßen vor deren Umgestaltung bunt zu bemalen oder die Baustelle direkt als "Kulisse" zu nutzen. Zudem gebe es Ideen für ein Punktesystem, mit dem treue Kunden beispielsweise mit Thermengutscheinen, die die Stadt zur Verfügung stellen würde, belohnt würden.

Bürgermeister und Bauamtsleiter Andreas Krämer sicherten künftig einen regelmäßigen Informationsfluss bezüglich der Bauzeiten und des Ablaufs zu. Überdies soll neben der Durchführung von weiteren Anliegerversammlungen eine aussagekräftige, nachts auch beleuchtete Beschilderung angebracht werden, durch die klar erkennbar ist, welche Anwesen wie erreichbar sind.

Lastzüge, die in die Kirchzeile fahren, würden laut Planer Weisser rechtzeitig darauf hingewiesen, dass sie sich einer Sackgasse mit beschränkten Wendemöglichkeiten näherten.

Durchfahrtsperre jetzt erst ab April

Die Durchfahrt durch Bad Aibling soll im März doch noch möglich sein. Wie Planer Denis Weisser in der Stadtentwicklungsausschusssitzung erklärte, wurden die Bauphasen noch einmal genau aufeinander abgestimmt, so dass sich Sperrung für den Verkehr nun von neun auf sieben Monate - von April bis Oktober - verkürze. Für die Restarbeiten bis Ende November könne die Sperrung bereits aufgehoben werden und sei zum Abschluss nur noch einmal für etwa eine Woche während der Asphaltierungsarbeiten erforderlich.

Im Regelfall soll montags bis freitags tagsüber gearbeitet werden, Ver- und Entsorgung bleiben aufrecht erhalten, ebenso die Zugänglichkeit und Anfahrbarkeit der Anliegergebäude.

Derzeit werde noch an Planungen und Ausschreibungen gearbeitet, die Hauptvergaben erfolgen in den beiden kommenden Monaten. Nachdem die Stadtwerke ab April die Versorgungsleitungen (Strom, Wasser etc.) verlegen, werden als erstes der Brückenneubau über die Glonn sowie die Sanierung der Mühlbachbrücke in Angriff genommen. Dauer: bis in den Sommer hinein. Ab Mai wird parallel dazu bereits der kleine Kreisverkehr am Marienplatz/Rosenheimer Straße errichtet, gefolgt von den jeweiligen "Kreisel-Ästen". Überall dort, wo dann bereits etwas fertiggestellt sei, werde es keine Sperrung mehr geben.

Zum Schluss ist der Bereich unmittelbar am Rathaus an der Reihe, der ja selbst noch Baustelle sei und durch alle anderen Umbaumaßnahmen möglichst wenig beeinträchtigt werden soll. "Unsere Ziele sind maximale Bauzeitverkürzung, minimale Beeinträchtigung der Anlieger optimale Sicherheit, wirtschaftliche Abwicklung und eine hohe Qualität, die uns allen Freude machen wird", betonte Weisser unter Applaus der Sitzungsbesucher, die trotz ihrer Sorgen auch bekundeten, sich sehr auf das neue Zentrum zu freuen.

Kreativ-Treffen am 5. März

Die Maschinerie ist bereits angelaufen: Benno Kretschmann (Kunstverein und Werbegemeinschaft) sitzt an den ersten Ideen für Veranstaltungen während der Baumaßnahmen im Zentrum, hat aber auch schon ein Treffen im Kurhaus für Montag, 5. März, 19 Uhr, anberaumt. "Wir hoffen auf viele kreative Köpfe, die sich mit einbringen. Schließlich ist ja die ganze Stadt betroffen." Selbst hat er bereits etliche Vorschläge im Kopf, es stelle sich jedoch die Frage der Finanzierung. Unter anderem könne er sich eine Aktion "Größtes Osterei der Welt" (aus Pappmaché) vorstellen: "Wir haben einen tollen Bauhof, der das unterstützen könnte, Kräne stehen sowieso schon im Zentrum und wenn die Attraktion dann ein, zwei Wochen stehen bleibt, wäre das doch ein toller Werbeeffekt." Neben weiteren, noch nicht spruchreifen Ideen sind heuer wieder ein Entenrennen sowie ein Kunstpfad angedacht.

Eva Langwieder/Mangfall-Bote

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