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Schwerer Unfall auf Baustelle im Landkreis Landshut

Rettungshubschrauber im Einsatz: 100 Meter lange Betondecke stürzt ein - Mehrere Verletzte

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Aus dem Schöffengericht

Falschaussagen eines Bad Aiblingers: Freispruch für Häftling der JVA Bernau

In der Justizvollzugsanstalt Stammheim kam es zu einem Corona-Ausbruch.
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Ein Bad Aiblinger wollte in München Drogen an eine verdeckte Ermittlerin verkaufen – so flog der 37-Jährige auf. (Symbolbild)

Das Schöffengericht sprach einen 36-jährigen Strafgefangenen der JVA Bernau vom unerlaubten Handel mit Betäubungsmitteln frei. Denn wie sich während der Verhandlung herausstellte, hatte ein 37-jähriger Belastungszeuge aus Bad Aibling falsche Angaben gemacht.

Bad Aibling – Sportlich, athletisch, groß gewachsen – so hatte ein 37-jähriger Bad Aiblinger einen ihm unbekannten Mann beschrieben, der ihm Anfang des vergangenen Jahres auf dem Parkplatz vor dem Inn-Salzach-Klinikum (ISK) in Wasserburg 167,9 Gramm Amphetamin auf Kommission zu einem Preis von 2.000 Euro verkauft und anschließend per Post an die Wohnadresse geschickt haben soll.

Verdeckter Ermittler

Aufgeflogen war der Bad Aiblinger, als er in München Drogen an eine verdeckte Ermittlerin verkaufen wollte. Wohl um eine Strafmilderung zu bekommen, hatte der 37-jährige Angaben zu angeblichen Hintermännern gemacht, ohne jedoch konkret Namen zu nennen.

Über die Handyauswertung rückte der Angeklagte ins Visier der Ermittler, denn unter den Kontakten die auf dem Handy des Bad Aiblingers gespeichert waren, war auch eine Telefonnummer, die der Mutter des Angeklagten zugeordnet werden konnte.

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Der Angeklagte bestritt jegliche Tatbeteiligung. Fakt sei zwar, dass er zur fraglichen Zeit im ISK gewesen sei, sagte der 36-jährige. Bei einem Besuch habe ihm seine Mutter drei freigeschaltete Handykarten mitgebracht.

Zwei habe er für je 50 Euro weiterverkauft. Die Karten seien auf den geschlossenen Stationen von mehreren Insassen benutzt worden. Die Weitergabe sei nicht richtig gewesen, aber mit den Drogen habe er nichts zu tun.

Eine Verwechslung?

Den Aiblinger kenne er nicht, beteuerte der Angeklagte. Es müsse sich um eine Verwechslung oder falsche Angaben handeln. Das sei doch offensichtlich, schließlich sei er nur 1,70 Meter groß und weit entfernt von einer sportlichen Statur.

Der Sachbearbeiter der Kripo Rosenheim sagte aus, dass der Bad Aiblinger den Angeklagten bei einer Wahllichtbildvorlage eindeutig erkannt habe.

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Er habe ihn als 1,90 Meter großen, dunkelhäutigen, athletischen Mann, Mitte 30 beschrieben, der Skater-Klamotten getragen habe. „Das passt nicht zum Angeklagten“, sagte der Polizeibeamte bei der Gegenüberstellung im Gerichtssaal. Aus seiner Sicht gab es berechtigte Zweifel zur Befragung des Bad Aiblingers.

Möglicherweise habe der willkürliche Angaben gemacht, um sich Vorteile in seinem Strafverfahren zu verschaffen. Auf den sichergestellten Drogen seien zudem nur DNA-Spuren des Aiblingers gefunden worden. Der habe das damit begründet, das er den Stoff umverpackt habe.

Bad Aiblinger kann sich vor Gericht nicht erinnern

Der Bad Aiblinger konnte sich vor dem Schöffengericht an den Tatvorgang nicht mehr erinnern, aber er war sich sicher, dass er den Angeklagten noch nie gesehen hat. Da sich die Anklage im Wesentlichen auf die Angaben des Bad Aiblingers stützte, war dem Angeklagten die Tat aus Sicht der Staatsanwaltschaft somit nicht nachzuweisen.

Verteidiger Vogel plädierte ebenfalls für Freispruch. Die Angaben seien schon im Ermittlungsverfahren nicht stimmig gewesen. Für den Angeklagten sei die Sache gut ausgegangen, denn es gebe keine belastbaren Hinweise für dessen Schuld. Die logische Konsequenz sei ein Freispruch.

Für den Aiblinger könnte das Ganze jedoch noch ein Nachspiel haben. Wegen falscher Angaben könnte ihn möglicherweise ein neues Verfahren erwarten.

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