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Auf dem B&O-Gelände in Mietraching

Große Freude bei den Tafeln: Regionallager kommt nach Bad Aibling

Eine Zusage, die Freude auslöste: Dr Ernst Böhm (Bildmitte), Geschäftsführer der B&O-Gruppe, versprach bei einem Ortstermin mit Altbürgermeister Felix Schwaller (rechts) und Tafelleiter Dr. Stefan Stöckel im Lager der Bad Aiblinger Tafel, dass diese die Räumlichkeiten auch weiter kostenlos nutzen darf.
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Eine Zusage, die Freude auslöste: Dr Ernst Böhm (Bildmitte), Geschäftsführer der B&O-Gruppe, versprach bei einem Ortstermin mit Altbürgermeister Felix Schwaller (rechts) und Tafelleiter Dr. Stefan Stöckel im Lager der Bad Aiblinger Tafel, dass diese die Räumlichkeiten auch weiter kostenlos nutzen darf.

Der Landesverband der bayerischen Tafeln errichtet in Bad Aibling ein Regionallager für gespendete Lebensmittel. Es soll im B&O-Gelände im Ortsteil Mietraching entstehen, wo die örtliche Tafel bereits seit ihrer Gründung einen Lagerraum kostenlos nutzen darf.

Bad Aibling – Es war ein Ortstermin, von dem der Bad Aiblinger Altbürgermeister Felix Schwaller und Tafelleiter Dr. Stefan Stöckel erfreut zurückkehrten. Sie trafen sich in der Lagerstätte mit Dr. Ernst Böhm, dem Geschäftsführer der B & O-Gruppe, die das Areal des ehemaligen US-Stützpunktes in Mietraching entwickelt. Böhm hat den beiden zugesagt, die rund 300 Quadratmeter großen Räumlichkeiten der sozialen Einrichtung auch weiterhin kostenlos zur Verfügung zu stellen, und die geplante Zusatznutzung sehr begrüßt.

„Wir sind dankbar für diese Zusage, mit der Dr. Böhm seine soziale Einstellung und Großzügigkeit wieder einmal unter Beweis stellt. Er hat wirklich eine Ader für Bedürftige“, sagt Schwaller, der auch Vorsitzender der Bad Aiblinger Bürgerstiftung ist. Unter deren Dach ist die Tafel verankert, die ihren Sitz in der Rosenheimer Straße hat. Böhms Zusage bringt das aktuelle Vorhaben einen wichtigen Schritt voran, das Tafelleiter Dr. Stefan Stöckel vor wenigen Monaten am Rande der jüngsten Landesversammlung der bayerischen Tafeln mit deren Geschäftsführer Peter Zilles besprochen hat.

Landesverband will Netz erweitern

Der Landesverband möchte sein Netz an regionalen Lagerstätten erweitern, weil die Tafeln immer öfter Großspenden von Herstellern erhalten, die einer Überproduktion entstammen. „Solche Spenden kann man nicht in kleinen Mengen abholen. Dazu bedarf es eines Logistikkonzeptes, das der Landesverband entwickelt. Um die Lebensmittel nicht durch ganz Bayern karren zu müssen, brauchen wir solche Regionallager als Stützpunkte“, erläutert Stöckel. Erst kürzlich habe beispielsweise die Saline in Bad Reichenhall etliche Paletten Salz gespendet, die in einem solchen Lager aufbewahrt und an die Tafeln in der Region verteilt werden könnten.

Im Zusammenhang mit der Errichtung der Lagerstätte in Bad Aibling sind laut Stöckel noch einige offene Fragen zu klären. So muss noch festgelegt werden, welches Gebiet genau von der Kurstadt aus versorgt werden soll. Unklar ist zudem, ob ehrenamtliche Helfer ausreichen, um die Anlieferung und Weitergabe der Lebensmittel zu koordinieren. Im Moment überlege man auch noch, wie man den Einsatz eines Gabelstaplers für das Be- und Entladen der Transportfahrzeuge baulich sicherstellen könne, berichtet Stöckel.

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„Wir haben noch keinen Vertrag geschlossen“, der solche Details klärt“, sagt der Tafelleiter. Dennoch ist für ihn eines bereits jetzt sicher. „Die Pläne des Landesverbandes stellen eine Aufwertung unserer Einrichtung dar.“ Der örtlichen Tafel käme dabei nicht nur die unentgeltliche Nutzung der Räumlichkeiten sehr entgegen. „Wir sind auch in der glücklichen Lage, über eine begehbare Kühlzelle zu verfügen.“

Freude beim Geschäftsführer

Auch wenn noch offene Fragen zu klären sind: Peter Zilles freut sich sehr über die neue Lagerstätte in Bad Aibling. „Im Süden sind wir bisher in dieser Richtung schwach aufgestellt“, bekennt er. In Schweinfurt, Augsburg, Regensburg, Feucht und Nürnberg gebe es solche Lager bereits. Er geht davon aus, dass von Bad Aibling aus künftig mehrere Dutzend Tafeln mit Lebensmittelspenden versorgt werden können, die sich in einem Umkreis von etwa 50 bis 60 Kilometern zur Kurstadt befinden. Solche Lager nähmen an Bedeutung für die Arbeit der Tafeln zu. Während Spenden von regionalen Geschäften zurückgingen, steige die Zahl der Großspenden, die direkt von den Herstellern kämen, weiß Zilles.

„Überaus dankbar“

Die Regionallager dienten auch dazu, die Transportkosten möglichst niedrig zu halten. Der Landesverband verfüge über einen eigenen Lkw, der größere Lieferungen abholen und zu den Lagerstätten bringen könne. Bei Bedarf greife man aber auch auf die Hilfe von Speditionen zurück. „Einzelne Tafeln wären nicht in der Lage, die Abholung zu organisieren“, so der Geschäftsführer. Träfen Großspenden im Regionallager ein, würden die Tafeln darüber informiert, die von dort aus Ware bezögen. Ideal wäre es, wenn sich dann mehrere Tafeln zu einem Verbund zusammenschlössen und ihren Lebensmittelbedarf gemeinsam abholen könnten. „Wir müssen die Logistik hierfür in Bad Aibling noch aufbauen, aber wir sind auf einem guten Weg“, betont Zilles.

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Grundsätzlich geht der Landesgeschäftsführer davon aus, dass das Regionallager ehrenamtlich betreut wird. Ganz ausschließen möchte er jedoch nicht, für all diese Lagerstätten in Bayern künftig jeweils eine geringfügig beschäftigte Person anzustellen. „Dass dies möglich wird, daran arbeiten wir. Im Moment sehe ich hierfür aber noch keine allzu großen Chancen“, räumt Zilles ein. Eine Kraft, die etwa zehn Wochenstunden arbeitet, erachtet er als ausreichend. „Da kann man ja fixe Ausgabezeiten festlegen. Mit hauptamtlicher Unterstützung wäre es auch möglich, die Ware zu kommissionieren. Derzeit können wir nur Paletten im Original an die Tafeln abgeben“, weiß der Landesgeschäftsführer.

Wenn es auch noch viel zu tun gibt, bis der Betrieb im Regionallager reibungslos laufen kann, macht ihn die Option „sehr glücklich“, die sich dem Landesverband im B & O-Gelände bietet. „Wir freuen uns, dass wir dort kostenlos Räume nutzen dürfen. Dass darüber hinaus Ehrenamtliche aus ihren Reihen den Betrieb des Lagers ermöglichen, dafür sind wir der Aiblinger Tafel überaus dankbar“, so Zilles, der die Örtlichkeit bald besichtigen möchte.

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