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Podiumsdiskussion der Grünen Offenen Liste Bad Aibling

Pflegealltag bleibt oftmals verborgen

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Podiumsdiskussion der Grünen Offenen Liste Bad Aibling über das Thema Pflege.

Bad Aibling - Wenn die Pflege überfordert: Die Grüne Offene Liste beschäftigte sich mit dem Pflegealltag in Deutschland und fordert mehr Unterstützung für Angehörige.

„Mehr als ich kann – allein gelassen mit der Pflege“ unter diesem Motto stand die Podiumsdiskussion der Grünen Offenen Liste Bad Aibling, zu der Ellen Fischer am Montag zahlreiche Gäste im Haus Wittelsbach begrüßen konnte. Neben Vertretern ambulanter und stationärer Einrichtungen und betroffenen Angehörigen, waren auch der Aiblinger Bügermeister Felix Schwaller und die zweite Bürgermeisterin Heidi Benda anwesend.

Etwa 2,5 Millionen Menschen in Deutschland bekommen derzeit offiziell Leistungen aus der Pflegeversicherung - rund 70% von ihnen werden zu Hause gepflegt und betreut: von ambulanten Pflegediensten, in der Hauptsache aber von Angehörigen. Grund genug, sich die Situation dieser pflegenden Angehörigen genauer anzuschauen. Die Familienpflegezeit der Bundesregierung wurde bisher wenig in Anspruch genommen. Offenbar passt das Angebot nicht in die Lebenswirklichkeit von pflegenden Angehörigen.

Aber: Wie bewältigen sie die häusliche Pflege? Wie sieht ihr Alltag aus? Welche Auswirkungen hat häusliche Pflege auf die Lebensgestaltung?

Die Podiumsgäste Elisabeth Scharfenberg, MdB und pflegepolitische Sprecherin der Grünen, Eva Untergehrer, pflegende Angehörige, Krankenschwester und Trägerin der bayerischen Pflegemedaille und Roland Legat, Leiter der Caritas-Fachstelle für pflegende Angehörige, stellten eindrücklich die Lebensrealität der Betroffenen und die aktuellen Unterstützungsmöglichkeiten dar.

„Häusliche Pflege bedeutet sich kümmern und das Tag für Tag und Stunde für Stunde. Ganz unabhängig, wie man sich fühlt“ schilderte Elisabeth Scharfenberg den Alltag von pflegenden Angehörigen. Sie wies darauf hin, dass sich daraus spannungsgeladene Situationen ergeben können, in der pflegende Angehörige mitunter völlig überlastet sind und keinen Ausweg mehr für sich sehen.

Roland Legat kennt derartige Verhältnisse. Er weiß um die Probleme der pflegenden Familien und auch der professionell Pflegenden vor Ort. Er wies auch auf die besondere Situation von an Demenz erkrankten Personen hin. „Da kann Pflege zum 24-Stunden-Job werden“ Frau Untergehrer konnte dies durch ihre Alltagsberichte anschaulich bestätigen. Sie habe sich häufig mehr Unterstützung gewünscht, zumal sie in den ersten acht Pflegejahren auch selber noch berufstätig war. Eine Selbsthilfegruppe sei für sie ein wichtiger Anker gewesen.

„Es ist leider ein allgemeines Problem, dass den pflegenden Angehörigen viele Hilfsangebote gänzlich unbekannt sind“, so Ellen Fischer. Deshalb brauche es mehr unabhängige Beratung, die nach Hause kommt und alle Facetten der Pflege und Unterstützung aufzeige. Auch Scharfenberg stellte die Bedeutung niederschwelliger und vernetzter Angebote heraus. So gebe es neben der Beratung in den Caritas-Zentren auch die Möglichkeit, einen Pflegepartner bei den Fachstellen für pflegende Angehörige anzufragen. Ein laut Fischer tolles Angebot, bei dem die pflegenden Angehörigen für ein paar Stunden Entlastung erfahren können. Die zwei Stunden in der Woche, in denen der Pflegepartner anwesend ist, sei für die Angehörigen eine Zeit zum Energie tanken für die weiteren Tage.

Die lebhafte und bisweilen sehr emotional geführte Diskussion aller Anwesenden bewies wie wichtig der Austausch und die Information ist. „Ich habe vorher nichts davon wissen wollen und dann war es plötzlich soweit und ich fühlte mich überfordert und hilflos“ diese Äußerung einer betroffenen Angehörigen macht deutlich, das Thema Pflege sollte kein Tabu mehr sein.

Pressemitteilung GOL Bad Aibling

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