Verband: Bayerns Apotheken für Ausgabe von Gratis-Masken gerüstet

Kostenlose FFP2-Masken ab heute: Aiblinger Apotheker berichtet wie es läuft

Der Ansturm auf die kostenlosen FFP2-Masken ist auch in der Bad Aiblinger Marien Apotheke groß
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Der Ansturm auf die kostenlosen FFP2-Masken ist auch in der Bad Aiblinger Marien Apotheke groß.

Bad Aibling - Apotheken verteilen ab heute, 15. Dezember kostenlose FFP2-Masken an Risikopatienten. Die entsprechende Verordnung der Bundesregierung tritt nun in Kraft. Ein Bad Aiblinger Apotheker berichtet wie es läuft und was die Herausforderungen waren.

Reges Treiben herrscht am Dienstag, 15. Dezember bei der Marien Apotheke in der Bad Aiblinger Innenstadt. Viele Risikopatienten und Personen über 60 Jahren strömen in die Apotheke, um sich die von der Bundesregierung versprochenen kostenlosen FFP2-Masken abzuholen. Zu den Risikofaktoren zählen etwa chronische Lungenkrankheiten, Asthma, Herzinsuffizienz oder Diabetes. 27 Millionen Menschen sollen so bis Jahresende mit jeweils drei Masken versorgt werden, so der Plan von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. Doch die Verordnung stellte die Apotheken vor große Herausforderungen.

Kostenlose FFP2-Masken stellen Apotheker vor große Herausforderungen

„Wir haben selber erst am Donnerstagabend davon erfahren, dass die Abgabe ab heute stattfinden soll und wir hatten jetzt praktisch die paar Tage Zeit, die Logistik auf die Beine zu stellen und uns einen entsprechenden Lieferanten zu suchen, der uns in dieser Zeit auch beliefern kann“, so Matthias Gries, Leiter der Marien Apotheke in Bad Aibling im Gespräch mit mangfall24.de. Die Apotheken müssen sich selber um die Beschaffung der Masken kümmern. „Das ist für manche Apotheken dann auch das Problem gewesen, weil es zwar viele Lieferanten gibt, aber wir sind natürlich angewiesen, einen Lieferanten zu finden, der auch die entsprechenden Zertifikate hat. Da ist jeder Apotheker auf sich selbst gestellt gewesen sich da was zu organisieren“, so Gries. Er habe auch von Apotheken gehört, die erst nächste Woche beliefert werden können. „Wir haben uns gegenseitig ausgeholfen, ich habe beispielsweise einer Kollegin in Rosenheim Masken zur Verfügung gestellt, die ich dann von ihr wieder bekomme.“

Auch die Finanzierung der Masken sei laut Gries noch unklar gewesen. „Ich musste praktisch die Masken schon bestellen und wusste gar nicht wer mir das jemals bezahlt.“ Inzwischen sei die Bezahlung aber geklärt. „Ich hoffe, dass das alles so funktioniert. Wir wurden im Grunde ins kalte Wasser geschmissen. Ich habe mehrere tausend Masken bestellt und ich wusste erst gar nicht wer sie mir bezahlt. Aber das Geld wird kommen.“

Angebot wird sehr gut angenommen

Wie der Apotheker berichtet, werde das Angebot der kostenlosen Masken sehr gut angenommen. „Als ich heute in die Apotheke kam, stand schon eine Schlange davor und die ist bis jetzt noch nicht abgerissen. Meine Mitarbeiter sind am Springen und Rennen.“ Um zu verhindern, dass Patienten sich in verschiedenen Apotheken Masken holen, hat Gries ein datenschutzrechtlich konformes Formblatt einer Kollegin eingeführt, das die Patienten unterzeichnen müssen. Man müsse sich aber auf die Patienten verlassen.

Um die Masken zu erhalten, müssen die Patienten in der Apotheke ihren Personalausweises oder irgendein Dokument, das das Alter nachweist, wie beispielsweise auch der Führerschein, vorlegen. Menschen, die einer Risikogruppe angehören müssen eine nachvollziehbare Eigenauskunft über die Zugehörigkeit zu einer der Risikogruppen vorlegen. Oder die Patienten werden gebeten, in ihre Stammapotheke zu gehen, wo man die Menschen auch kennt. „Die Leute sind aber sehr verständnisvoll und kooperativ“, berichtet Gries.

Partikelfiltrierende Masken (FFP) müssen bestimmte Normen erfüllen. Foto: Friso Gentsch/dpa/dpa-tmn

Bayerischer Apothekerverband sieht Apotheken gut gerüstet

Bayerns Apotheken sind nach Angaben des Inhaberverbands gut auf die Ausgabe kostenloser FFP2-Masken an Menschen aus Corona-Risikogruppen vorbereitet. „Wir gehen davon aus, dass das funktionieren wird“, sagte ein Sprecher des Bayerischen Apothekerverbands (BAV) am Montag. 

Der Sprecher betonte, die Apotheken hätten seit Mitte vergangener Woche Vorräte bestellt und könnten anhand der Zahl chronisch kranker Stammkunden abschätzen, wie viele Masken sie bräuchten. Nach Angaben der Bayerischen Landesapothekerkammer kann es in manchen Apotheken aber noch bis Mittwoch oder Donnerstag dauern, bis die bestellten Masken ankommen.

Auch deshalb sei es „wichtig, dass nicht schon morgen alle Bezugsberechtigten auf Biegen und Brechen versuchen, ihre drei Masken zu bekommen“, hieß es vom BAV. Apotheken seien schließlich nicht vom Lockdown betroffen, daher sei die Abholung der Gratis-Masken bis zu den Weihnachtsfeiertagen möglich.

jb

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