Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Sachbeschädigung statt Argumente

„Pro-Impf-Plakat“ in Bad Aibling beschmiert: „Das war leider zu erwarten“

„Impfen für alle statt Lockdown für alle“ ist das Motto der Plakat-Aktion der meisten Parteien in Bad Aibling. Rund 100 Plakate wurden in der Stadt aufgehängt. Jetzt wurde eines an der Bahnhofstraße verunstaltet.
+
„Impfen für alle statt Lockdown für alle“ ist das Motto der Plakat-Aktion der meisten Parteien in Bad Aibling. Rund 100 Plakate wurden in der Stadt aufgehängt. Jetzt wurde eines an der Bahnhofstraße verunstaltet.

Professor Dr. Benno Weber ist einer von sechs Bad Aiblingerin, die sich für eine Pro-Impf-Kampagne in der Kurstadt ablichten ließen. Nun haben mutmaßliche Impfgegner eines seiner Plakate verunstaltet. Weber sieht es gelassen, die Polizei geht der Sache dennoch nach.

Bad Aibling – Rund 100 Plakate werben im Stadtgebiet im Rahmen der Aktion „Pro Impfen“ dafür, sich gegen Corona immunisieren zu lassen. Auf den Weg gebracht haben die Initiative die im Bad Aiblinger Stadtrat vertretenen Parteien mit Ausnahme der AfD.

Einer der sechs Bad Aiblinger, die auf den Aushängen mit Foto abgebildet sind, ist Professor Dr. Benno Weber, der eine Hals-Nasen-Ohren-Praxis in der Mangfallstadt betreibt. Eines seiner Plakate, das in der Bahnhofstraße hängt, wurde jetzt verunstaltet. Aus „Jetzt impfen lassen“ haben Unbekannte „Nicht impfen lassen“ gemacht. Auch darunter formulieren sie ihre Botschaft erneut. Obendrein beschmierten sie das Gesicht des Mediziners: Er bekam mit einem dicken schwarzen Stift einen Pony und sein Schnurrbart verpasst.

Arzt erstattet keine Anzeige

Weber nimmt es sportlich und sagt: „Für mich gibt es bisher keine bessere Option, als sich impfen zu lassen, und wir gewinnen Zeit, um bessere Kenntnisse über Prävention und Therapieoptionen zu erarbeiten“, so der Mediziner, der von der Verunstaltung bisher nichts wusste. „Schließlich könnten so auch unsere Krankenhäuser entlastet, Ältere und Schwächere häufig vor schwerer Erkrankung bewahrt und traurige Verläufe sehr oft vermieden werden“, um nur einige Beispiele zu nennen, ist er überzeugt. Will er Anzeige erstatten? „Nein, das mache ich nicht“, sagt Weber.

Bisher liegt der Bad Aiblinger Polizei keine Anzeige in Zusammenhang mit der Aktion vor. „Aber wir gehen der Sache jetzt nach“, sagt ein Sprecher der Bad Aiblinger Polizei. Ihm sind bislang keine weiteren Schmierereien zu Ohren gekommen.

Petra Keitz-Dimpflmeier, Vorsitzende der Bad Aiblinger SPD, kennt zumindest eine weitere: „Nahe des Mühlbachs habe ich ein Plakat gesehen, dass zur Hälfte heruntergerissen wurde“, sagt Keitz-Dimpflmeier. Auch sie unterstützt die Aktion. „Wir haben uns viele Gedanken gemacht und wollen alles tun, dass wir die Pandemie in den Griff bekommen.“

„Das war leider zu erwarten“

Das will auch Martina Thalmayr (Grüne), die erklärt, dass sie eine Verunstaltung der Plakate „leider erwartet hat“. Und weiter: „Uns war wichtig, dass wir darstellen, wie wir es als Politiker sehen. Wir wollten ein Zeichen setzen“, sagt sie. „Jeder soll seine Meinung frei äußern dürfen, das ist ja auch den Gegnern immer wichtig.“ Und auch deshalb habe sie sich sofort für die Aktion ausgesprochen.

Florian Weber, Vorsitzender der Bad Aiblinger Bayernpartei und Bruder von Professor Dr. Benno Weber, erklärt, dass es ja nicht um eine Impfpflicht geht, sondern „um eine reine Aufforderung zum Impfen“. Mehr nicht. Und deshalb sollte „jeder tolerant sein und keine Plakate verunstalten“.

Kirsten Hieble-Fritz (ÜWG) „fehlen die Worte“ ob der Sachbeschädigung, erklärt sie dem Mangfall-Boten. Sie nehme es zur Kenntnis, dass es Kontroversen gibt. „Ich glaube nicht, dass es reiner Vandalismus ist.“ Sondern vielmehr soll hier eine Meinung kundgetan werden. „Die Person ist im Persönlichkeitsrecht betroffen – das spricht gegen Recht und Gesetz“.

„Bad Aiblinger zeigen Courage“

Initiator der Plakataktion ist der CSU-Ortsvorsitzende Dr. Thomas Geppert. „Ich habe die Aktion damals in nichtöffentlicher Sitzung vorgeschlagen“, sagt er auf Anfrage. Für ihn ist eine Impfung „der einzig richtige Weg. „Die Impfquote in unserer Region war ja niedrig, deshalb wollte ich es machen.“ Die Verunstaltung findet er „schade, aber es ist nicht zu ändern“. Er erinnert sich noch an den Beginn der Aktion: Schnell fanden sich die sechs Bad Aiblinger, die quasi die breite Masse darstellen sollten. Mit dabei: Rentner, Gastronomen, Mediziner, Erzieher und Mütter. „Sie haben Courage gezeigt. Und bisher auch positive Rückmeldungen erhalten“, sagt er. Professor Weber hatte in der Bad Aiblinger Romed-Klinik von der Initiative erfahren und war sofort bereit, mitzumachen. Und das würde er auch wieder tun, sagt er.

Kommentare