Revival für AIB-Kennzeichen?

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Der rote BMW von Ulli Nowak wird gepflegt und gehegt. Der Oldtimer ist eines von 676 Fahrzeugen, die noch das Kennzeichen des Altlandkreises mit AIB haben.

Bad Aibling - Eine Rarität ist inzwischen das so genannte Kennzeichen alter Art, das noch aus den Zeiten des Aiblinger Altlandkreises stammt.

Zu finden ist das Nummernschild mit AIB noch an einigen Oldtimern und auch nur solange diese noch fahrtüchtig sind. Eine Initiative von zwölf Städten fordert jetzt die Wieder-Einführung der alten Bezeichnung. Aktuell sind noch 676 Fahrzeuge mit einem AIB-Kennzeichen auf den Straßen des Landkreises unterwegs - hauptsächlich Oldtimer.

Was als Marketing-Projekt der Hochschule Heilbronn begann, zieht nun seine Kreise - bis nach Bad Aibling und Wasserburg. Die beiden Städte hatten bis zur Gebietsreform zum Landkreis Rosenheim ebenfalls eigenständige Autokennzeichen. Wie berichtet, gibt es in Deutschland noch zahlreiche dieser alten, auslaufenden Kennzeichen, allein in Bad Aibling aktuell 676 AIB-Schilder.

Während sich Wasserburg mit WS-Kennzeichen gut eine Wiedereinführung vorstellen könnte, ist in der Aiblinger Zulassungsstelle die Nachfrage nach dem "historischen" Nummernschild" gleich Null. "Es gibt lediglich Fragen zur An- und Abmeldung der Fahrzeuge", erklärte der stellvertretende Leiter der Aiblinger Zulassungsstelle, Walter Martin gegenüber unserer Zeitung. Dabei sei zu beachten, dass man nach einer "Außerbetriebssetzung" das Kennzeichen noch 18 Monate reservieren kann, ehe es erlischt. Ansonsten endet die Gültigkeit dieses alten Kennzeichens mit dem "Aus" für den Oldtimer.

Dabei hatte Hochschulprofessor Ralf Borchert in Bayern eine 68-prozentige Zustimmung zu den Altkennzeichen erfragt - gerade bei den 16- bis 30-Jährigen.

Diese interessieren sich aber in der Kurstadt mehr für das sogenannte Wechselkennzeichen welches es in Österreich gibt. "Dort hat man für mehrere Autos nur ein Kennzeichen und montiert dieses auf das jeweilige Fahrzeug, das man nutzt", so Martin.

Auch auf diesem Hintergrund sieht man im Landratsamt Rosenheim die Idee, WS- und AIB-Schilder wieder einzuführen, ohne Aufregung aber mit einer gewissen Skepsis. Denn: "Wir glauben eigentlich, dass das RO-Kennzeichen durchaus auch identitiätsstiftend ist", so Landratsamts-Sprecher Michael Fischer. Sollte aber die jetzt angestoßene Rechtsänderung kommen, werde man sie eben vollziehen.

Dass dies grundsätzlich rechtlich möglich ist, zeigen Beispiele aus Hessen. Dort hat Hanau sein HU behalten, parallel wird MKK für den Main-Kinzing-Kreis vergeben.

Wie berichtet, unterstützt Bayerns Verkehrsminister Martin Zeil (FDP) die Wieder-Einführung und will sich in den nächsten Wochen auf Bundesebene dafür einsetzen. Eher zurückhaltend will Bürgermeister Felix Schwaller die Idee angehen. Er beabsichtigt in der nächsten Hauptausschusssitzung darüber zu informieren. "Sollte es der Wille der Politik sein, dass die Kennzeichen wieder eingeführt werden, will ich aber zuvor auch mit den Altlandkreis Bürgermeisterkollegen sprechen", so Schwaller.

Mangfall-Bote

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