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Rosenheims Landrat im Interview - Aufruf zur Impfung

Otto Lederer: „Die Lage ist derzeit wirklich sehr, sehr ernst!“

Rosenheims Landrat Otto Lederer ruft die Bevölkerung zu mehr Impfbereitschaft auf.
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Rosenheims Landrat Otto Lederer ruft die Bevölkerung zu mehr Impfbereitschaft auf.

Im Vorfeld einer Besprechung von Vertretern des Gesundheitswesens und der Politik zur aktuellen Pandemie-Lage mit Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) in Bad Aibling hatten wir die Gelegenheit für ein Gespräch zur aktuellen Lage mit dem Landrat des Landkreises Rosenheim, Otto Lederer (CSU).

Sie treffen sich gleich mit Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek. Worum wird es in dieser Runde gehen? Was werden Sie von ihm fordern oder erbitten?

Lederer: Zum einen geht es darum, die Situation zu schildern, wo die Sorgen und Nöte bei uns in der Region sind und Pläne zu schmieden, wie man Besserung schaffen kann. Ich werde ihn speziell auch bitten, im Rahmen seiner Möglichkeiten, darauf hinzuwirken, dass die Bundeswehr die Kommunen bei Pflege und ärztlicher Versorgung die Kommunen unterstützt. Sie ist uns schon jetzt bei der Kontakt-Nachverfolgung im Landratsamt eine große Hilfe.

Wir erleben gerade eine besondere Lage: Inzidenzzahlen jenseits der 700 im Landkreis, jenseits der 500 in Rosenheim, Intensivstationen am Rande ihrer Kapazitäten. Wie ernst sehen Sie die Lage?

Die Lage ist derzeit wirklich sehr, sehr ernst. So ernst, wie wir sie seit Beginn der Pandemie kaum je gehabt haben! Vergleichbar war es nur in der ersten Welle.

Was kann man jetzt seitens der Politik noch konkret tun, um dieser Lage Herr zu werden?

Ich gehe davon aus, dass sowohl auf Bundes- wie auch Landesebene weitere Maßnahmen geprüft werden. Derzeit sind ja wieder neue Maßnahmen in Kraft getreten. Ein Stück weit muss man dann natürlich auch schauen, wie sie wirken. Und wir müssen versuchen, im Gesundheitssystem noch effektiver zu werden. Beispielsweise werden wir, wie gesagt, auf die Bundeswehr zugehen und versuchen, Pflegekräfte und Ärzte zu finden, um vielleicht die Anzahl der Intensivbetten zu erhöhen.

Das Interview in Video-Form:

Was muss geschehen, damit wir einen derartigen Kollaps des Gesundheitswesens, wie wir ihn gerade erleben, auszuschließen?

So eine Pandemie, wie wir sie gerade erleben, hat es seit Jahrzehnten hierzulande nicht mehr gegeben. Daher glaube ich, es ist sehr schwer auf so etwas immer vorbereitet zu sein. Was wir unbedingt machen müssen, um einen Weg aus dieser Pandemie zu finden ist, die Impfrate zu erhöhen. Wir versuchen derzeit, die Menschen zur Erst- oder Auffrischungsimpfung zu bewegen, damit sie besser geschützt sind.

Sie haben es gerade selber gesagt: Die Impfrate muss gesteigert werden. Nun hat Bayern in Deutschland, im Vergleich mit den restlichen Bundesländern, eine relativ niedrige Impfquote. Und Rosenheim im Durchschnitt des Freistaats noch einmal eine besonders niedrige. Wie erklären Sie sich das?

Das hat wohl viele verschiedene Hintergründe. Es gibt allgemein, auch deutschlandweit, ein Nord-Süd-Gefälle und ein Stadt-Land-Gefälle. Es mag auch sein, das bei uns die Querdenker-Szene oder esoterische Zirkel besonders Fuß gefasst haben. Oder, oder, oder ... Aber das alles ist Kafffeesatzleserei! Definitiv wissen wir es nicht. Deswegen müssen wir uns weiter engagieren, um die Impfquote so gut, wie möglich zu steigern.

Ein abschließendes Wort an die Bürgerinnen und Bürger, Herr Landrat?

Ich kann nur an alle appellieren: Es ist nach wie vor eine besondere Zeit. Die Pandemie hat uns wieder unglaublich stark im Griff. Wenn jeder die AHA-Regeln befolgt, richtig lüftet und sich impfen lässt, dann können wir einen Weg aus dieser Lage finden! An dieser Stelle möchte ich allen, die im gesundheitlichen Bereich tätig sind ein großes Lob aussprechen! Allen voran den Pflegekräften, Ärzten und medizinischen Mitarbeitern, sowohl in den Kliniken als auch den Hausarztpraxen, die aktiv helfen, diese Pandemie zu bekämpfen. Ein ganz herzliches Dankeschön!

Das Interview führte Michael Weiser.

hs