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Gas und Betrieb wird teurer

„Eine Frage der Perspektive“: Droht die Schließung der Bad Aiblinger Therme?

So sieht es derzeit noch ohne Erweiterungen aus.
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So sieht es derzeit noch ohne Erweiterungen aus.

Seit 2007 kamen über vier Millionen Besucher in die Therme Bad Aibling. Durch einige Neuerungen sollen in Zukunft noch mehr Gäste angelockt werden. Doch die Sorge aufgrund der Gasknappheit ist groß – Was nun mit dem „touristischen Zugpferd“ passiert.

Bad Aibling – Von „beeindruckenden Ideen“ spricht Aiblings Bürgermeister Stephan Schlier. Ein „Leuchtturmprojekt“, dessen Attraktivität immer weiter gesteigert werden muss, nennt es Werkleiter Stefan Barber von den Stadtwerken. Die Rede ist von der Therme Bad Aibling, die in den kommenden Jahren um einige Neuerungen bereichert werden soll. Die neuesten Visionen stellte Barber nun im Aiblinger Werkausschuss vor und ging dabei auch auf die angespannte Lage aufgrund der Gasknappheit ein.

Doch der Reihe nach: Die Therme Bad Aibling wurde am 17. September 2007 eröffnet. Seitdem verzeichnete man über vier Millionen Besucher. Laut Barber habe man die Aufgabe, das architektonische „Meisterstück“ weiterzuentwickeln, um die Attraktivität auch in Zukunft beizubehalten und zu steigern.

Die Illustration zeigt rot markiert geplante Neuerungen für die Bad Aiblinger Therme.

„Orte, die man sonst nirgendwo findet“

Erneut habe man deshalb Vertrauen in das bisher zuständige Architekturbüro Behnisch gesteckt. „Es geht um eine Erweiterung mit eigenständigen Örtlichkeiten, die man sonst nirgendwo findet“, betont Barber. Hierfür wolle man naturgegebene Vorteile, wie etwa den Bergblick und den angrenzenden Triftbach nutzen. Die Visionen, die freilich noch keiner konkreten Planung gleichzusetzen sind, sollen einen Ausblick auf „die Therme in fünf Jahren“ geben, erklärte der Werkleiter dem Gremium.

Das klare Ziel: Den Gästen sollen in den nächsten Jahren zusätzliche Angebote zur Verfügung gestellt werden. Laut Barber gehöre dazu etwa ein Thermal-Außenbecken, eine Wendelsteinsauna (Sauna mit Bergblick), ein Ruhedeck im Saunabereich mit einer Liegefläche direkt am beziehungsweise über dem Triftbach, separate Einheiten am Triftbach im Thermenbereich (Spa-Cubes / Day Spa) und eine „Zonierung“ des Thermengartens, also eine Unterteilung. Letztere biete dem Gast die Möglichkeit, sich an verschiedenen Orten zurückzuziehen.

Wendelsteinsauna hat höchste Priorität

Grundsätzlich, betonte Barber, wolle man sich auch bei den Neuerungen möglichst an der „Kuppel-Optik“ orientieren. Neben den genannten Vorhaben will man sich etwa auch mit der Überdachung im Eingangsbereich beschäftigen, damit Besucher auch bei großem Andrang im Trockenen warten könnten.

CSU-Stadtrat Johann Schweiger wollte während der Sitzung wissen, ob man sich seitens der Verwaltung auf eine „Prioritätenliste“ geeinigt habe. Laut Barber gelte für die Wendelsteinsauna „Prio eins“. Er verwies dabei auf die vielen Saunagäste. Für Florian Weber (Bayernpartei) stehe es außer Frage, „dass wir die Therme weiterentwickeln müssen“. Allerdings brachte er seine Sorge bezüglich des umgreifenden Gasnotstandes zum Ausdruck. „Sollte der Gau eintreten und die Gasversorgung eingestellt werden müssen, wie gehen wir damit um?“, fragte Weber.

In etwa so soll die Sauna mit Blick in die Berge aussehen.

„Wenn die Notfallstufe greifen würde, dann wären wir mit der Schließung der Freizeitanlage dabei“, machte Stefan Barber deutlich. Davon wären neben der Therme auch die Eishalle und das Schwimmbad betroffen. Dass eine sogenannte „Mangellage“ eintritt, hielt Martina Thalmayr (Grüne) für realistisch. „Für mich stellt sich aber jetzt schon grundsätzlich die Frage, ob es vertretbar ist, unter diesen Umständen Therme und Eishalle weiter zu betreiben“, so Thalmayr.

Schließung der Therme – Perspektive?

Bei allem Verständnis entgegnete Barber der Ausführung mit einer entscheidenden Frage: „Was ist die Schließung denn für eine Perspektive?“ Er sprach deshalb auch über Überlegungen zu Möglichkeiten mit anderen Energieträgern. „Aber natürlich sprechen wir hier von einer Notfallsituation.“ Auch für Bürgermeister Stephan Schlier sind all die Sorgen berechtigt. „Dennoch ist die Therme ein touristisches Zugpferd für Bad Aibling.“ Es entspreche deshalb dem städtischen Interesse, die Therme über den Winter hinweg offen zu halten.

Unklar bleibt also die unmittelbare Zukunft der Therme aufgrund der unsicheren Gaslage. Klar ist dagegen, dass die Architekten bereits im Dezember 2021 mit der Überplanung der Gesamtanlage beauftragt wurden. Anfang Juni 2022 stellte Robert Hösle vom Architekturbüro Behnisch in München die ersten Ergebnisse vor. In weiteren Arbeitsschritten sollen die Ideen nun konkretisiert und nach und nach verwirklicht werden.

Eine Gasmangellage in Deutschland hätte nach dem „Notfallplan Gas“ der Bundesregierung Auswirkungen auf alle Bäder, die mittels Gasheizung oder Gasblockheizkraftwerken ihre Wärme erzeugen. Bäder oder Freizeiteinrichtungen gehören zum Bereich der „nicht geschützten Kunden“. Bei Eintreten der sogenannten „Notfallstufe“ innerhalb des Drei-Stufen-Plans Gas wäre die Gasversorgung für solche Einrichtungen nicht mehr gesichert, eine Schließung der Bäder unumgänglich.

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