„Wir sind schockiert, traurig, fassungslos, auch wütend“

So leiden unsere heimischen Kinos und Thermen unter dem Teil-Lockdown

Das Aibvision Filmtheater in Bad Aibling und die Chiemgau Thermen in Bad Endorf leiden unter dem neuen Lockdown
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Das Aibvision Filmtheater in Bad Aibling und die Chiemgau Thermen in Bad Endorf leiden unter dem neuen Lockdown

Landkreis - Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder haben sich auf verschärfte Corona-Maßnahmen geeinigt. Diese treffen vor allem Gastronomie, Kultur und die Freizeitbranche hart. Das Aibvision Filmtheater in Bad Aibling und die Chiemgau Thermen in Bad Endorf haben sich zur Lage geäußert.

„Ich weiß selber ehrlich gesagt auch nicht mehr, was man zu der momentanen Situation in 2020 noch sagen soll oder könnte“, so Patric Kuhn vom Aibvision Filmtheater in Bad Aibling gegenüber rosenheim24.de. Ab Montag muss das Kino den Spielbetrieb wegen des von Bund und Ländern beschlossenen Teil-Lockdowns wieder komplett einstellen.

So leiden Kultur und Freizeiteinrichtungen in der Region unter dem Corona Teil-Lockdown

„Wir sind schockiert, traurig, fassungslos, auch wütend und können es nicht nachvollziehen. Weltweit keine einzige nachgewiesene Infektion in einem Kino. Wir haben ein top Hygienekonzept, 100 Prozent Frischluftzufuhr und 1,5 Meter Abstand - der uns seit Ende Juni dazu zwingt, nicht kostendeckend arbeiten zu können, nachdem wir 3,5 Monate komplett schließen mussten“, so die Kinobetreiber. „Viele Nerven, Mühen, Umstände, Ideen und Aktionen haben wir in den letzten Monaten investiert - und jetzt das! Ehrlich? Irgendwie, wie im falschen Film.“

Der Dank der Betreiber geht an die Gäste und deren durchweg positives Feedback und den schönen Stunden, in denen man eine Filmlänge in eine andere Welt abtauchen konnte. „Wäre das nicht genau in solch komischen Zeiten wichtig? Viele Fragen und auch Sorgen, die einem durch den Kopf schießen.“ Die Betreiber möchten ihre Gäste auch darüber informieren, dass betroffene Tickets via eingesetzte Zahlungsweise zurückerstattet werden. Auch für den bereits begonnenen VVK für „Kaiserschmarrndrama“.

Chiemgau Thermen: „Entscheidung für den erneuten Lockdown bitter für uns“

Auch die Chiemgau Thermen Bad Endorf müssen vom 2. bis zunächst 30. November aufgrund behördlicher Anordnung erneut den Betrieb einstellen. Und das während der Hochsaison für diese Branche. Von der Schließung sind alle Bereiche betroffen, auch das direkt angeschlossene PROMOVEO Fitnesszentrum.

„Dass wir uns wenige Monate, nachdem wir wieder aufsperren durften und die Gäste langsam zurückkehrten, trotz eines perfekt umgesetzten und bewährten Hygienekonzeptes wieder in der gleichen Situation befinden, damit haben wir nach all unseren Anstrengungen und dem überaus positiven Feedback unserer Gäste nicht gerechnet. Und das setzt uns sehr zu“, fasst Geschäftsführer Markus Füller die aktuelle Gemütslage zusammen. „Bei allem Verständnis dafür, dass die Pandemie mit aller Kraft eingedämmt werden müsse und der Gesundheitsschutz höchste Priorität habe, ist die Entscheidung für den erneuten Lockdown bitter für uns“, ergänzt er, „zumal der November ein klassischer Thermen- und Saunamonat ist“.

Bei Fragen steht im November das Empfangsteam der Chiemgau Thermen jeweils Montag bis Freitag ab 9 bis 13 Uhr telefonisch unter 08053 200-900 oder per E-Mail an info@chiemgau-thermen.de zur Verfügung. Gutscheine behalten natürlich ihre Gültigkeit und können zu einem späteren Zeitpunkt eingelöst werden. Gutscheine können zudem wie gewohnt im Onlineshop gekauft und selbst ausgedruckt werden. Änderungen zur derzeitigen Situation auf www.chiemgau-thermen.de, die sozialen Medien sowie über den Online-Newsletter.

Dehoga prüft rechtliche Schritte gegen Lockdown

Auch die Gastronomie ist von dem Teil-Lockdown hart getroffen. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) prüft rechtliche Schritte gegen den Beschluss von Bund und Ländern zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Das kündigte Sachsen-Anhalts Dehoga-Chef Michael Schmidt am Mittwochabend im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur an.

jb

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