Resolution an das Bayerische Staatsministerium

Stadtrat kämpft um Erhalt der Bad Aiblinger Geburtsstation

Hebamme
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Bad Aibling - Das letzte Wort um die Schließung der Geburtsstation ist noch nicht gesprochen. Der Stadtrat stimmte am Donnerstagabend einstimmig für eine Resolution an Staatsministerin Melanie Huml.

Die Aiblinger halten zusammen und kämpfen für den Erhalt der Geburtsstation am RoMed Klinikum. Es wurde bereits eine Online-Petition gestartet, bei der in gerade mal 28 Tagen knapp 4000 Stimmen eingingen. Nun sprach sich auch der Bad Aiblinger Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung geschlossen für den Erhalt der Station aus und wendet sich mit einer Resolution an das Bayerische Staatsministerium. 

Diese soll ein politisches Zeichen für den Erhalt und die dringende Notwendigkeit der Geburtshilfestation in Bad Aibling zum Ausdruck bringen.

Zur Verdeutlichung der Dringlichkeit des Erhalts der Geburtshilfestation in Bad Aibling wird die Resolution persönlich bei Frau Staatsministerin Melanie Huml überreicht.

Die Resolution im Wortlaut:

"Resolution des Stadtrates der Stadt Bad Aibling zum Erhalt der Geburtsstation im RoMed Klinikum Bad Aibling 

Die drei fusionierten Krankenhäuser des Landkreises Rosenheim und das Klinikum Rosenheim arbeiten wirtschaftlich sehr erfolgreich. Dies ist maßgeblich auf die engagierte Arbeit der Klinikleitung zurückzuführen. Der Stadtrat der Stadt Bad Aibling würdigt deshalb die kompetente Geschäftsführung der RoMed Kliniken – Kliniken der Stadt und des Landkreises Rosenheim GmbH. 

Gleichfalls honoriert der Stadtrat das hervorragende und stets äußerst zuverlässige Wirken der Ärzte mit allen Mitarbeitern in dem Klinikverbund. 

Der Dank der Gremiumsmitglieder gilt insbesondere den Beschäftigten des RoMed Klinikums Bad Aibling für ihr Engagement, welches den guten Ruf des Hauses maßgeblich prägt. Das hohe Ansehen der Geburtshilfestation im Bad Aiblinger Krankenhaus ist hierbei besonders hervorzuheben. 

Gerade aufgrund der guten Ausgangsfaktoren – wirtschaftlicher Erfolg, kompetente Arbeit des Personals und hohes Ansehen in der Bevölkerung – traf den Stadtrat die Nachricht über die Schließung der Geburtshilfestation zum 15. August 2017 besonders hart. Die Schwierigkeiten und komplexen Zusammenhänge im Bereich der Belegärzte und der Hebammen waren den Damen und Herren des Stadtrates teilweise bekannt, stellten sich bislang jedoch immer als lösbar dar und konnten vor allem als kein spezielles Aiblinger Problem gesehen werden. 

Festzustellen ist, dass Städte und Gemeinden Millionenbeträge in ihren Haushalten für Kinderbetreuungseinrichtungen aller Art sowie für die Schulen einschließlich der dort betriebenen Jugendsozialarbeit aufwenden. Die Notwendigkeit einer flächendeckenden Versorgung und eines wohnortnahen Angebots ist hierbei vollkommen unstrittig. Zu vorderste Aufgabe des kommunalen Klinikverbundes in Stadt und Landkreis Rosenheim ist die Sicherstellung der örtlichen Grundversorgung, zu der ebenso die Geburtshilfe zählt. Weshalb anders als bei der Betreuung und Beschulung unserer Kinder die Geburt als Beginn des Lebens nicht wohnortnah in Bad Aibling, welches den gesamten westlichen Landkreis und darüber hinaus mitversorgt, stattfinden kann, sondern aus finanziellen Gründen auf wenige Großgeburtshäuser zentralisiert werden muss, erschließt sich den Mitgliedern des Stadtrates in keiner Weise. 

Nichts ist einmaliger und persönlicher als eine Geburt. Das Wunder der Geburt, der Beginn menschlichen Lebens, darf nicht betriebswirtschaftlichen Erwägungen unterworfen werden, weder seitens der Geschäftsführer der Krankenkassen noch der hohen Politik, die hier anscheinend nur den Zuschauer spielt. 

Unsere Frauen sollen selbst entscheiden, wo sie ihre Kinder gebären wollen. Die vielen Reaktionen der (werdenden) Mütter zeigt eindeutig, dass der Geburtsort in einer familiären Atmosphäre und in der vertrauten Umgebung, also wohnortnah stattfinden soll. Daneben ist es ein Gebot des Schutzes der Gesundheit von Mutter und Kind, dass die Erreichbarkeit einer Geburtsstation beim Einsätzen der Wehen durch kurze Anfahrtswege gewährleistet ist. 

Bad Aibling als ehemalige Kreisstadt im Mangfalltal mit über 80.000 Einwohnern und weiterem Bevölkerungswachstum hat die besten Voraussetzungen für eine Geburtshilfestation. Die bestehende Infrastruktur, die hohe und steigende Nachfrage und die schlichte Notwendigkeit der medizinischen Grundversorgung in diesem Bereich in einer Wachstumsregion, sowie der gute Ruf der gynäkologischen Einrichtung berechtigen den Stadtrat, den Erhalt der Geburtsstation mit allem Nachdruck zu fordern. 

Der Stadtrat der Stadt Bad Aibling fordert aus diesen Gründen das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege mit Frau Staatsministerin Melanie Huml an der Spitze auf, alles zu unternehmen, damit die Geburtshilfestation im Krankenhaus Bad Aibling dauerhaft erhalten bleibt! 

Ferner fordert der Stadtrat der Stadt Bad Aibling die Stadt und den Landkreis Rosenheim dazu auf, sich im Falle einer unabwendbaren, zwischenzeitlichen Schließung der Bad Aiblinger Geburtshilfestation dafür einzusetzen, eine zügige Wiedereröffnung anzustreben. Um dies zu ermöglichen sind die Ausstattung und die Räumlichkeiten, in welche die Geburtshilfestation untergebracht ist, nicht anderweitig zu verwenden."

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