Teil des Kellerbergs wird versteigert

Bad Aibling - Am Donnerstag geht's zur Sache: Sieben Grundstücke vom Areal Kellerberg im Verkehrswert von rund 3,4 Millionen Euro stehen zur Versteigerung an.

Die Sitzung beim Amtsgericht Rosenheim ist öffentlich und beginnt um 9 Uhr.

Hauptgläubiger ist eine regionale Bank. Die Stadt Bad Aibling hofft nun, dass wieder Bewegung ins Problem-Baufeld Kellerberg kommt.

Ob es tatsächlich im ersten Anlauf zu einem Eigentümerwechsel der Grundstücke kommt, ist offen. Unwägbarkeiten sind nicht ausgeschlossen: Laut Rechtspfleger Reinhold Graf, der morgen die Versteigerung leiten wird, kann eine Versteigerung vor Beginn oder sogar noch während des Verlaufs abgesagt werden - wenn der insolvente Grundstückseigner plötzlich bei seinem oder seinen Gläubigern alle Schulden bezahlt, "durch das Engagement einer Bank oder dergleichen".

Der Rechtspfleger verweist überdies darauf, dass generell jeder mietbieten könne. Indes verlange meist der Gläubiger eine Sicherheitsleistung - zehn Prozent vom Verkehrswert des Objektes. Wolle also jemand ein Gebot abgeben, müsse er sich zunächst ausweisen und auch die Sicherheit leisten - beispielsweise per Verrechnungsscheck oder indem im Vorfeld die zehn Prozent auf ein benanntes Konto überwiesen wurden.

Wie groß die Resonanz bei Grundstücksversteigerungen im Ausmaß eines "Kellerberg" sind, lässt sich Graf zufolge schwer voraussagen. Gemeinhin habe ein Gläubiger bereits Interessenten aquiriert. Bei so großen Objekten wie dem "Kellerberg" sei zudem ein deutschland- weites Interesse einzukalkulieren, und auch "Schaulustige" würden sich zu solchen Terminen einfinden und informieren wollen.

Von der Versteigerung betroffen sind sieben Grundstücke an der Krankenhausstraße sowie Keller- und Kolbermoorer Straße (der Eckbau) sowie Verkehrsflächen zwischen einem Verkehrswert von 2400 Euro über 277400 bis zu 1,8 Millionen Euro und Grundstücksgrößen zwischen zirka 945 Quadratmetern über 2466 bis zu 2813 Quadratmetern. Darunter ist auch die Fläche, auf der die städtische Tiefgarage steht. Probleme sind aber ausgeschlossen, da die Stadt rechtlich abgesichert ist: Der Grund und Boden wurde damals in Erbpacht (50 Jahre) bebaut.

Ein Wunsch der Stadt ist, dass die Grundstücke nicht "gestückelt" ersteigert werden - sondern an einen einzigen solventen Investor beziehungsweise eine Investorengruppe gehen.

Von verschiedenen Interessenten ersteigerte Einzelgrundstücke aus einem Areal bringen erfahrungsgemäß wenig - Beispiel Ghersburgstraße (Grundstück Akzenta), das "scheibchenweise" angeboten wurde und wo potenzielle Interessenten bei der Stadt dann ihre Baumöglichkeiten abklopften, teils aber enttäuscht werden mussten: Es ging um Hang- und Waldfläche.

"Wir setzen große Hoffnungen darin, dass ein neuer Eigentümer mit der Stadt Bad Aibling gemeinsam dann einen Vorhaben- und Erschließungsplan erarbeitet", so gestern Bauamtsleiter Andreas Krämer auf Anfrage unserer Zeitung. Die Stadt verfolgt ihm zufolge weiter das Konzept mit den Kernstücken "Ärztehaus" (Medical-Zentrum), Erlebnisgastronomie und Mischbebauung auf der Tiefgarage nebst Stadtterrasse.

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