Den "Gelben Karten" folgen Strafzettel

OVB
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Parken in der Feuerwehranfahrtszone: Dafür gibt es, so wie hier am Gmoahof in Willing, derzeit in den neu in die Überwachung aufgenommenen Gebieten noch die Gelbe Karte. Künftig drohen jedoch Verwarnungen und Bußgelder.

Bad Aibling - Ab sofort überwacht der Zweckverband Kommunale Verkehrssicherheit Oberland den ruhenden Verkehr im gesamten Stadtgebiet. Noch gibt es "Gelbe Karten":

Neues Jahr, neue Regeln: Ab sofort überwacht der Zweckverband Kommunale Verkehrssicherheit Oberland den ruhenden Verkehr im gesamten Aiblinger Stadtgebiet (bisher nur Zentrum). Vorerst verteilen die dazu eingesetzten Mitarbeiter in den neu hinzugekommenen Gebieten noch eine "Gelbe Karte", bevor nach der Anfangsphase dann Strafzettel ausgestellt werden. Dabei werden vor allem auch neuralgische Punkte wie der Bereich Schulzentrum oder Kellerberg unter die Lupe genommen.

Bürger beschwerten sich über Behinderungen durch Falschparker

Die Erweiterung der Verkehrsüberwachung auf das ganze Stadtgebiet hatte der Stadtrat, wie berichtet, im vergangenen Jahr beschlossen. Nicht zuletzt Bürger aus den unterschiedlichen Bereichen Bad Aiblings hatten zunehmend Behinderungen durch Falschparker im absoluten Halteverbot, vor Einfahrten oder in der Feuerwehranfahrtszone moniert und sich an die Stadt mit der Bitte um Abhilfe gewendet. Auch die Polizei Bad Aibling begrüßt diese Maßnahme.

Bisher konnte der Zweckverband im Auftrag der Stadt nur innerhalb genau festgelegter Grenzen kontrollieren, was Polizei-Oberkommissar Jochen Storch zufolge beispielsweise dazu führte, dass Falschparken nördlich der Bahnlinie (Lindenstraße, Bahnhofstraße) geahndet werden konnte, während der Zweckverband südlich davon, beispielsweise in der Gartenstraße, nicht die Möglichkeit dazu hatte. Nach dem Stadtratsbeschluss wurde die Erweiterung der Verkehrsüberwachung durch eine schriftliche Vereinbarung zwischen dem Zweckverband Oberland und dem Polizeipräsidium Oberbayern Süd rechtskräftig. Umgesetzt wird sie seit wenigen Tagen.

Noch nicht bei allen Ordnungswidrigkeiten eine Verwarnung ausstellen

"Die Außendienstmitarbeiter des Zweckverbandes sind jedoch angehalten, in den ersten Wochen des neuen Jahres noch nicht bei allen Verkehrsordnungswidrigkeiten eine Verwarnung auszustellen", so Franz Mohl vom städtischen Ordnungsamt. Vielmehr soll jetzt in der Anfangsphase, sprich in den ersten Tagen, der Verkehrssünder noch mit einer "Gelben Karte" beziehungsweise mündlich auf sein Fehlverhalten aufmerksam gemacht werden.

Dabei wird zugunsten des Falschparkers angenommen, dass ihm sein Fehlverhalten möglicherweise nicht bewusst war, er das Verkehrszeichen nicht gesehen, keine Parkscheibe zur Hand oder einen Parkschein zu lösen vergessen hatte oder einfach "nur kurz" stehen bleiben wollte.

Erklärungen auf der Rückseite der Gelben Karte

Auf der Rückseite der Gelben Karte wird erklärt, dass mit der Überwachung die Verkehrssicherheit erhöht und das Geschäfts- und Wohnumfeld verbessert werden sollen. Aus diesem Grund werden vor allem sensible Bereiche wie Rettungswege, Schwerbehindertenparkplätze oder Bushaltestellen kontrolliert. Parkverstöße werden künftig im gesamten Stadtgebiet mit einer gebührenpflichtigen Verwarnung, in schwerwiegenden Fällen auch mit Bußgeld belegt.

Dazu kontrollieren die Mitarbeiter des Zweckverbandes in unregelmäßigen Abständen die unterschiedlichen Stadtgebiete. Beschwerden über Falschparker gingen in letzter Zeit vor allem aus dem Bereich Schulzentrum ein, wo die Schulbusfahrer vielfach über Missstände klagten. Das Gleiche gilt für das Gebiet Am Klafferer. Häufige Probleme werden zudem aus dem Bereich Berufsschule und Zeller Weg, Therme, Kellerberg, Krankenhaus, Schwimmbadstraße oder aus Willing und Berbling gemeldet. "Künftig wird einer unserer Mitarbeiter dann auch kurzfristig zu den beanstandeten Stellen fahren und dort nach dem Rechten sehen", kündigt Ingolf Schüttau, bei der Stadt zuständig für die Verkehrsüberwachung, an.

Gelbe Karten, in Bälde gefolgt von Strafzetteln, gibt es laut Ordnungsamt jetzt auch für alle, die ihr Auto im Einbahn-Bereich der Rosenheimer Straße widerrechtlich in der dort ausgewiesenen Feuerwehranfahrtszone (wir berichteten) abstellen oder die vorgesehenen Lieferzonen nicht beachten.

Eva Langwieder/Mangfall-Bote

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