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„Schnupperangeln“ für Kinder ab zehn Jahren angeboten

„Fische töten“ im Ferienprogramm: Wie reagiert die Gemeinde Bad Feilnbach auf die PETA-Kritik?

Angeln Fisch im Kescher
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Zum Ferienprogramm in Bad Feilnbach zählt auch das sogenannte „Schnupperangeln“, was gemeinsam mit dem Fischereiverein angeboten wird, was aber nicht jeder gut findet. (Symbolbild).

Zum diesjährigen Ferienprogramm zählt auch das „Schnupperangeln“, das die Gemeinde Bad Feilnbach zusammen mit dem Fischereiverein anbietet. Die Tierrechtsorganisation PETA zeigte sich alarmiert und wendete sich an den Bürgermeister. Doch der hat eine klare Meinung zum Thema „Fische töten“.

Bad Feilnbach – Von der Wassergaudi mit der DLRG über das Wirtshaussingen auf der Tregler Alm bis hin zum Musikquiz im Naturpark. Das Ferienprogramm in Bad Feilnbach hat in diesem Sommer eine ganze Menge zu bieten. Zum Programm gehört auch das sogenannte „Schnupperangeln“, das die Gemeinde gemeinsam mit dem Fischerverein Bad Feilnbach für Kinder ab zehn Jahren anbietet.

Fischereiverein will informieren

Hierfür treffen sich die Teilnehmer Anfang September. Dabei werden die Mitglieder des Fischereivereins alles Wichtige über die Angelfischerei erzählen. Anschließend sollen unter fachmännischer Anleitung selbst die Angeln ausgeworfen werden. Was für die einen eine wichtige und wertvolle Angelegenheit darstellt, stößt bei anderen viel mehr auf Unverständnis.

So hat sich die Tierrechtsorganisation PETA in einem Schreiben an die Gemeinde Bad Feilnbach gewandt und diese aufgefordert, das Angeln aus dem Ferienprogramm zu streichen. Nach dem Motto „Empathie stärken, statt ausreden“ begründet PETA die Aufforderung unter ethischen und pädagogischen Gesichtspunkten.

Die Organisation erklärt, dass Fische sensible, soziale und intelligente Wirbeltiere sind, die miteinander kommunizieren und die auch Schmerzen empfinden würden. Auch würden sich viele Kinder unwohl fühlen, „wenn ein Tier vorsätzlich verletzt und getötet wird“. Laut der Organisation soll den Heranwachsenden ihr natürliches Mitgefühl nicht ausgeredet werden, sondern man sollte sie darin bestärken, alle Tiere und ihre Lebensräume zu schützen.

Bürgermeister zur PETA-Forderung: „Das werden wir nicht tun“

Auf Nachfrage der OVB-Heimatzeitungen zeigt Bad Feilnbachs Bürgermeister Anton Wallner wenig Verständnis für die PETA-Aufforderung. „Das werden wir nicht tun“, betonnt Wallner. Man biete das Angeln in Zusammenarbeit mit einem „sehr kompetenten Partner“ an, der sich seit weit über 20 Jahren in der Gemeinde „sehr verdient gemacht hat“. Beim Fischereiverein seien hoch qualifizierte Mitarbeiter tätig, die sich vorbildlich für die Nachwuchsarbeit einsetzten. Beim „Schnupperangeln“ gehe es auch darum, einen „verantwortungsvollen Umgang“ mit der Natur und anderen Lebewesen zu erlernen.

Das Engagement des Fischereivereins reiche vom Naturschutz bis zur Sicherung der Artenvielfalt. Die PETA-Kritik sei deshalb überhaupt nicht angebracht und auf diese werde man auch nicht reagieren, so der Rathauschef. „Sie haben das Programm nicht mal richtig gelesen“, ärgert sich Wallner. Der Organisation gehe es um Aufmerksamkeit und nicht darum, sich mit dem Angebot wirklich auseinanderzusetzen.

Bürgermeister Anton Wallner.

Kinder, die laut PETA Schaden von den Erlebnissen tragen könnten („Fische töten ist kein Ferienspaß“), würden laut Wallner erst gar nicht an dem Kurs teilnehmen wollen. Naturgemäß sieht das die Tierrechtsorganisation anders. „Niemand würde auf die Idee kommen, die Jagd auf Hunde oder Katzen als Ferienspaß anzubieten“, wird Dr. Tanja Breining, Meeresbiologin und Fachreferentin für Fische und Meerestiere bei PETA, in einer Mitteilung zitiert. Nur weil Fische Flossen haben statt Beine und Schuppen statt Fell, bedeute das nicht, dass sie nicht genauso leben möchten wie andere Tiere, so die Meeresbiologin.

Fischerverein setzt sich für Naturschutz ein

Der Fischereiverein der Gemeinde Bad Feilnbach selbst zeigt für diese Argumentation wenig Verständsnis. „Ihnen geht es leider weniger um Argumente“, betont der Vorsitzende Josef Martin Schlemer auf OVB-Nachfrage. Die Organisation arbeite mit vielen Emotionen und versuche oftmals, etwa Angler oder Jäger auf fragwürdige Weise zu diskreditieren. „Dass Kinder, wie von PETA behauptet, traumatische Belastungsstörungen vom Angeln bekommen, ist dem Landesverband jedenfalls nicht bekannt“, sagt Schlemer.

Laut dem Vorsitzenden setze sich der Fischereiverein in vielen Bereichen für die Gemeinde ein. In der Tat hat der anerkannte Naturschutzverein viele Renaturierungsprojekte oder Biotopprojekte vorangebracht. „Auch damals waren wir beispielsweise bei ‚Rettet die Bienen‘ sehr engagiert“, so Schlemer. Die von der Gemeinde verpachteten Gewässer mache der Verein in einem sauberen Zustand der Allgemeinheit zugänglich. Darüber hinaus legt man großen Wert auf die Jugendarbeit. „In den vergangenen Jahren erlebt die Fischerei einen regelrechten Boom“, auch in Bad Feilnbach stiegen die Mitgliederzahlen deutlich an, erklärt er.

Fischstäbchen kommt nicht aus Gefriertruhe

„Gerade während der Ausbildung geht es uns darum, einen angemessenen und würdigen Umgang mit der Natur zu vermitteln“, so Schlemer. Auch während des „Schnupperangelns“ wolle man dies den jungen Menschen mit auf den Weg geben. „Denn ein Fischstäbchen kommt eben nicht aus der Gefriertruhe.“

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