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Barrierefreier Umbau von zwei Gebäuden am Blumenhof

Medical Park investiert acht Millionen Euro in Geriatrische Rehabilitation in Bad Feilnbach

In den Häusern „Glockenblume“ und „Bergklee“ des Medical Parks Blumenhof entsteht eine Fachklinik für geriatrische Rehabilitation. Geschäftsführer Stephan Merz (rechts) und Therapieleiterin Sylvia Wunderlich bauen ein kompetentes Team für den Start im Frühsommer auf.
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In den Häusern „Glockenblume“ und „Bergklee“ des Medical Parks Blumenhof entsteht eine Fachklinik für geriatrische Rehabilitation. Geschäftsführer Stephan Merz (rechts) und Therapieleiterin Sylvia Wunderlich bauen ein kompetentes Team für den Start im Frühsommer auf.

Eine Fachklinik für geriatrische Rehabilitation wird im Frühsommer 2022 in Bad Feilnbach eröffnet. Medical Park investiert circa acht Millionen Euro in den Umbau der Gebäude „Glockenblume“ und „Bergklee“ am Blumenhof.

Bad Feilnbach – Hier war in den vergangenen Jahren die Fachklinik für kardiologische Rehabilitation untergebracht. Auch die Experten für die onkologische Rehabilitation bleiben weiterhin im Blumenhof – in den Gebäuden „Edelweiß“ und „Alpenrose“ mit insgesamt 105 Betten.

Zahl hochbetagter Patienten steigt

Die Zahl der Menschen, die 67 Jahre oder älter sind, wird nach Angaben des Statistischen Bundesamtes in Deutschland bis 2035 um 22 Prozent auf voraussichtlich 20 Millionen steigen. Damit gewinnt die Altersmedizin zunehmend an Bedeutung – sowohl im Bereich der Akutgeriatrie als auch in der geriatrischen Rehabilitation. „Die Zahl der geriatrischen Patienten wird um 100 Prozent steigen“, blickt Stephan Merz voraus, Geschäftsführer der Medical Park Kliniken Bad Feilnbach. Dem trägt das Unternehmen Rechnung und strukturiert um.

Klinikverbund strukturiert um

Die Kompetenz der kardiologischen Rehabilitation wurde an den Standort von Medical Park nach Bad Wiessee am Tegernsee verlagert. Danach brachte sich die Rehaklinik aktiv in die regionale Akutversorgung ein. In den Hochphasen der Corona-Pandemie sicherte Medical Park Bad Feilnbach im Frühjahr 2020 und im ersten Quartal 2021 als Covid-Unterstützungsklinik die Versorgung der Patienten im Rettungsdienstbezirk Rosenheim-Miesbach ab. Aufgrund des temporär gestiegenen Bedarfs an onkologischer Rehabilitation wurde zeitweise auch die Zahl der onkologischen Betten auf 180 hochgefahren.

In diesem bereits entkernten Bereich entstehen großzügige Aufenthalts- und Therapieräume.

Im August haben die Bauarbeiten in den Gebäuden „Glockenblume“ und „Bergklee“ begonnen. Die Entkernung ist weitestgehend abgeschlossen. In den nächsten Monaten entstehen hier drei moderne Stationen für geriatrische Rehabilitation. „Mit 57 Einzel- und zwölf Doppelzimmern für 81 Patienten, mit stationsnahen Therapie- und Aufenthaltsräumen“, umreißt der Geschäftsführer das Vorhaben.

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Auch Therapieleiterin Sylvia Wunderlich begleitet mit einem interdisziplinären Team seit der Planung die Entstehung der Geriatrie, denn aufgrund der Multimorbidität der Patienten gibt es besondere Anforderungen an die bauliche und organisatorische Struktur. Dazu gehören neben der Barrierefreiheit auch größere Patientenzimmer, eine Struktur zur einfachen Orientierung und eine stationsnahe Versorgung.

„Wir schaffen an jeder der drei Stationen weitläufige, lichtdurchflutete Räume, in denen sich unsere Bewohner aufhalten und ihre Mahlzeiten zu sich nehmen können“, informiert die Therapieleiterin. Jede der Stationen wird mit eigenen, auf geriatrische Patienten zugeschnittene Therapieräumen ausgestattet. „Beispielsweise gehören zur medizinischen Trainingstherapie spezielle Kardiogeräte mit Sitzfunktionen, damit die Patienten direkt aus dem Rollstuhl einsteigen können“, erklärt Wunderlich.

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„Training ist in jedem Alter möglich“, weiß die Therapeutin. „Wir möchten Pflegebedürftigkeit vermeiden oder vermindern, indem wir das vorhandene Potenzial der Menschen aktivieren. Der Idealfall wäre es, dass unsere Patienten ihre Mobilität verbessern, um ihre Selbstständigkeit zu erhalten und nach der Rehabilitation wieder in ihr häusliches Umfeld zurückkehren zu können. Auf diese Weise vermeiden wir Isolation und Einsamkeit im Alter und ermöglichen soziale Teilhabe.“ Deshalb werden auch die Angehörigen von Beginn an in die Reha eingebunden.

Ziel: Erhalt der Selbstständigkeit

Zudem wird den Senioren in Kooperation mit der Ernst-Freiberger-Stiftung und der TH Rosenheim die Möglichkeit des Probewohnens im Ameranger „Haus 4.0“ angeboten. Dort werden ältere Menschen und deren Angehörige beim „Testwohnen“ beraten, wie sich Wohnungen je nach Bedarf baulich verändern und technisch ausstatten lassen.

Ein Musterzimmer zeigt, wie die Patientenzimmer künftig aussehen werden.

„Unsere Patienten können testen, welche Anpassungs- oder Assistenz-Systeme sie bräuchten, um weiterhin im häuslichen Umfeld wohnen zu können.“ Anfang des Jahres geht das Projekt „Geriatrische Fachklinik für Rehabiliation“ in Bad Feilnbach auch personell in die heiße Phase. Bis Mitte des Jahres werden mindestens 100 neue Mitarbeiter gesucht: Ärzte, Pflegende, Therapeuten und Servicepersonal.

Die ersten Führungskräfte der künftigen Klinik haben ihre Verträge schon unterschrieben. Die künftige Pflegedienstleiterin Lidija Franzkewitsch ist schon seit August im Medical Park Blumenhof tätig. Am 1. April 2022 nimmt der neue Chefarzt, ein Facharzt für Innere Medizin und Geriatrie, seine Tätigkeit auf.

Wer im Fokus der Geriatrie steht

Geriatrie, auch bekannt als Altersmedizin, ist die Lehre von den Krankheiten des alternden Menschen. Geriatrische Medizin versorgt meist Patienten ist über 65 Jahre alt. Für ihre Behandlung ist ein ganzheitlicher Ansatz notwendig, denn viele Senioren leiden an mehreren Krankheiten zugleich, die teilweise chronisch sind (Multimorbidität).

Barrierefrei und rollstuhlgerecht sind auch die Bäder, die neu entstehen.

Ein typisches Beispiel für diese Multimorbidität wäre eine hochbetagte Person, die an Herz- und Nierenschwäche sowie schweren Gelenkschmerzen leidet. Zusätzlich lässt die geistige Fitness deutlich nach. Kommt es nun zu einem Sturz und einem Knochenbruch, kann dies überaus komplexe Auswirkungen auf die Gesamtgesundheit des Patienten haben. Im schlimmsten Fall kann der Sturz Auslöser einer Kettenreaktion werden: Nicht nur, dass der Patient künftig auf Hilfe im Alltag angewiesen ist, um zu essen, sich an- und auszuziehen oder zu waschen.

Das Ziel der Geriatrie in Aktubehandlung und Rehabilitation ist es daher, nicht nur ein bestimmtes Symptom zu behandeln, sondern den Gesamtzustand des Patienten im Blick zu haben und ihm zu helfen, so lange wie möglich seine Gesundheit und Autonomie im Alltag zu bewahren.

Rehabilitation vor Pflege

Eine durch den Freistaat Bayern geförderte Studie untersuchte die Lebenssituation von Patienten vor und nach einer geriatrischen Rehabilitation. Es zeigte sich, dass rund 87 Prozent der in Bayern befragten Patienten, die vor der medizinischen Behandlung in einem privaten Wohnumfeld gelebt haben, nach abgeschlossener geriatrischer Rehabilitation auch wieder in dieses zurückkehren konnten.

Das heißt laut Studie: Bei der überwiegenden Mehrheit konnte eine Entlassung in eine vollstationäre Pflegeeinrichtung oder in Betreutes Wohnen vermieden werden. Dass es sich dabei auch um einen langfristigen Effekt handelt, wurde aus dem großen Anteil der ehemaligen Rehabilitanden (94 Prozent), die auch noch nach einem halben Jahr zu Hause lebten, ersichtlich.

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