Studie: Corona-Monotoring lokal

2,6 Mal mehr Infizierte - RKI präsentiert die Ergebnisse der Corona-Studie in Bad Feilnbach

Mitarbeiter des Robert-Koch-Institust stellen die Ergebnisse der Corona-Studie in Bad Feilnbach vor
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Projektleiterin der Studie „Corona-Monitoring lokal“ Dr. Claudia Santos-Hövener (rechts) und Dr. Osamah Hamouda, Leiter der Abteilung für Infektionsepidemiologie vom Robert-Koch-Institut stellen die Ergebnisse der Corona-Studie in Bad Feilnbach vor

Bad Feilnbach - Eine Antikörper-Studie des Robert Koch-Instituts in Baden-Württemberg zeigte bereits, dass die Dunkelziffer an Corona-Infizierten sehr hoch ist. In Bad Feilnbach war das Ergebnis ein etwas anderes.

Das Wichtigste in Kürze:

  • RKI präsentiert die Ergebnisse der Corona-Studie in Bad Feilnbach
  • Sechs Prozent der erwachsenen Einwohner Bad Feilnbachs hatten Antikörper
  • Antikörper bei Frauen und Männern relativ gleich verteilt
  • 14,5 Prozent der Personen mit Antikörpern waren ohne typische Krankheitssymptome
  • 85,5 Prozent der Getesteten mit Antikörpern hatten mindestens ein Symptom
  • Es waren 2,6 Mal mehr Personen infiziert als bisher bekannt
  • Bei 39,9 Prozent der Erwachsenen mit positivem SARS_CoV-2-Test konnten keine Antikörper nachgewiesen werden

Die Pressekonferenz im live-Ticker:

+++11.25 Uhr: Laut der Projektleiterin liege die Dunkelzifferrrate in Bad Feilnbach bei 2,6, also es sind 2,6 Mal mehr Personen Infiziert gewesen als bisher bekannt. 40 Prozent der Bad Feilnbacher, die eine Infektion durchgemacht haben haben laut Dr. Claudia Santos-Hövener keine Antikörper mehr. Die Studienmacher vom RKI betonen allerdings, dass dies nicht zwangsläufig eine fehlende Immunität bedeutete.

+++11.20 Uhr: Die Proben in Bad Feilnbach umfassten sowohl einen Rachenabstrich als auch Blutproben. Zudem seien Daten zum Gesundheitszustand der Menschen, zu Vorerkrankungen etc. genommen worden. Während der Studie wurde in Bad Feilnbach keine aktive Corona-Erkrankungen nachgewiesen. Sechs Prozent der Teilnehmenden haben laut Studie die Infektion schon durchgemacht. Männer und Frauen waren gleich häufig betroffen. 85,5 Prozent der Personen gab an, mindestens ein Erkrankungssymptom gehabt zu haben.

+++11.17 Uhr: Projektleiterin der Studie „Corona-Monitoring lokal“ Dr. Claudia Santos-Hövener stellt nun die Ergebnisse der Studie vor. Mit der Studie in vier verschiedenen besonders betroffenen Kommunen wollen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des RKI unter anderem herausfinden, wie viele Menschen bereits Antikörper gegen das neuartige Corona-Virus gebildet haben. Weiterhin soll erforscht werden, wie hoch der Anteil von Infektionen ohne Krankheitssymptome ist, welche Menschen häufiger von der Erkrankung COVID-19 betroffen sind und wie oft die Erkrankung so schwer verläuft, dass Menschen im Krankenhaus oder auf der Intensivstation behandelt werden müssen. Bad Feilnbach war die zweite Station der Studie.

Projektleiterin der Studie „Corona-Monitoring lokal“ Dr. Claudia Santos-Hövener (rechts) und Dr. Osamah Hamouda, Leiter der Abteilung für Infektionsepidemiologie vom Robert-Koch-Institut stellen die Ergebnisse der Corona-Studie in Bad Feilnbach vor

+++11.14 Uhr: Die Untersuchung in Bad Feilnbach ist die zweite Studie des Corona-Monitoring lokal.“ Es gebe noch die Corona-Monitoring Studie bundesweit und eine Kita-Studie. Zudem noch eine Studie bei dem das RKI mit Blutspendediensten zusammenarbeite. „Diese Studien sind notwendig um wie ein Mosaik ein Bild der Lage zu bekommen.“ Ein wichtiger Baustein dafür ist die Studie in Bad Feilnbach.

+++11.11 Uhr: „Die steigenden Fallzahlen in Europa und auch Deutschland machen uns große Sorgen. Auch im Land- und Stadtkreis Rosenheim steigen die Zahlen wieder an“, so Dr. Osamah Hamouda. „Ein Hauptteil sind Reiserückkehrer. Die aktuellen Entwicklungen sind ernst zu nehmen und besorgniserregend.“ Man könne das Risiko minimieren, und dem man die AHA-Regeln beachte und immer für frische Luft in Innenräumen sorge.

++11.07 Uhr: Dr. Osamah Hamouda, Leiter der Abteilung für Infektionsepidemiologie vom Robert-Koch-Institut ergreift das Wort und richtet seinen Dank an die Bad Feilnbacher. 2.153 Personen haben an der Studie teilgenommen.

Vorbericht

Ein Team des Robert Koch-Instituts (RKI) untersuchte in der Gemeinde Bad Feilnbach, wie verbreitet das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 vor Ort ist. Am Dienstag, 25. August, werden die Ergebnisse vorgestellt. Rund 2.900 Erwachsene aus der Gemeinde im Landkreis Rosenheim wurden zur Studie „Corona-Monitoring lokal“ eingeladen. Auch Bürgermeister Anton Wallner ging mit gutem Beispiel voran und nahm Teil. Im Studienprogramm vorgesehen waren ein Rachenabstrich, eine Blutentnahme und eine Befragung unter anderem zu klinischen Symptomen, Vorerkrankungen und Gesundheitsverhalten. Die Untersuchungen begannen am 23. Juni und fanden bis 4. Juli in einem Studienzentrum vor Ort statt.

Corona-Studie des RKI in Bad Feilnbach - Dunkelziffer hoch?

Bürgermeister Anton Wallner wurde als erste Testperson im Rahmen der RKI-Studie „Corona-Monitoring lokal“ im mobilen Testzentrum untersucht.

In Kupferzell (Baden-Württemberg) führte das RKI die gleiche Studie durch, wie vor einiger Zeit in Bad Feilnbach. Corona-Studie Kupferzell RKI Das Ergebnis spricht für sich: Die Dunkelziffer der Infizierten war hoch. Auf jeden registrierten Covid-19-Kranken kommen 3 Coronavirusfälle, die nicht in die Statistik eingingen. Das teilte Projektleiterin Claudia Santos-Hövener am Freitag (14. August) in Kupferzell mit.

Von 2203 getesteten Erwachsenen aus dem Ort 7,7 Prozent Antikörper aufwiesen. Weil bei nachweislich mit Corona infizierten Menschen allerdings häufig keine Antikörper nachweisbar sind, liege der tatsächliche Anteil der Menschen in Kupferzell, die bereits mit Sars-CoV-2 infiziert waren, wohl merklich höher bei gut 10 Prozent, erklärte RKI-Vizepräsident Lars Schaade. Nach Kupferzell testete das Robert-Koch-Institut in Bad Feilnbach, wo insgesamt 161 Erkrankungen registriert wurden. Die Gemeinde zählt rund 8.300 Einwohner.

Erste Bilanz zu RKI-Studie in Bad Feilnbach

Dr. Santos-Hövener zeigt sich in einer ersten Bilanz zufrieden, wie sie gegenüber mangfall24.de erklärt: „Der Studienverlauf in Bad Feilnbach war sehr erfolgreich. Die Bürger haben engagiert bei der Studie mitgewirkt. Bereits vor dem ersten Untersuchungstag waren sämtliche Termine der ersten Woche ausgebucht.

Bad Feilnbach war der Zweite von insgesamt vier Standorten der bundesweiten RKI-Studie. Im September wird die Studie „Corona-Monitoring lokal“ in der Region Straubing fortgeführt. Sobald die Erhebungsdaten zu allen vier Orten vorliegen, werden die Wissenschaftler auch mögliche Gemeinsamkeiten und Unterschiede untersuchen.

jb

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