Schützenhilfe für Almbauern durch Gemeinden

Bad Feilnbach - Der Almwirtschaftliche Verein Oberbayern setzt sich für ein wolfsfreies Gebiet im bayerischen Alpenraum ein. Per Antrag bat er jetzt die Gemeinde Bad Feilnbach um Unterstützung.

Diese sicherte der Gemeinderat in jüngster Sitzung mehrheitlich zu.

Ziel des Almwirtschaftlichen Vereins ist es, den bayerischen Alpenraum als wolfsfreies Gebiet auszuweisen. Außerdem soll der im Mangfallgebirge ansässige Wolf gemäß §45 des Bundesnaturschutzgesetzes unverzüglich entfernt werden.

Ein Antrag mit diesen Forderungen lag jetzt dem Gemeinderat von Bad Feilnbach vor. Bei fünf Gegenstimmen sprach sich das Gremium für eine Unterstützung der Almbauern hinsichtlich des "Bayerischen Wolfsmanagements" aus. Der Verein befürchtet, wie berichtet, mit der Rückkehr des Wolfes in den deutschen Alpenraum mit seinen Weidegebieten schwerwiegende Folgen. "Wirksame und durchführbare Maßnahmen zum Herdenschutz sind unter den gegebenen Bedingungen nicht vorhanden", verlas Bürgermeister Hans Hofer (FW) den Antrag. Weiter heißt es darin: Die Verbreitung der Wölfe würde gravierende Konsequenzen für die Weidewirtschaft und damit die gesamte Berglandwirtschaft haben. Der Verband befürchtet, dass es zu einer schleichenden Verdrängung der Almwirtschaft mit substantiellen Flächenaufgaben kommen könnte. Dadurch wiederum würde die Artenvielfalt im deutschen Alpenraum erheblich leiden.

Wirtschaftliches Gefüge gefährdet

"Bisher formulierte Schutz- und Erhaltungsziele würden untergraben. Die Aufgabe landwirtschaftlicher Nutzflächen würde das gesamte wirtschaftliche Gefüge der Region aus Landwirtschaft, Tourismus und Handwerk nachhaltig belasten und schwere nachteilige soziale und kulturelle Auswirkungen haben", erläuterte Hofer den Antrag.

Aus den genannten Gründen würden sich deshalb neben dem wolfsfreien Gebiet folgende weitere Ziele für den Almwirtschaftlichen Verein ergeben: Der Freistaat Bayern soll darauf hinwirken, dass auch Österreich eine Ausweisung von wolfsfreien Gebieten prüfe und eine Einwanderung von Wolfspopulationen in den bayerischen Alpenraum verhindert werde.

Martina Gernstl (SPD) hob die aktuellen Arbeitskreise und -gruppen zum Wolfmanagmentplan hervor: "Hier wird aktuell daran gearbeitet, wie ein Zusammenleben oder der Herdenschutz insbesondere im Mangfalltal funktionieren soll", so die Gemeinderätin.

Verwundert zeigte sich Josefine Köllmeier (CSU) über das vorliegende Schreiben. Sie wusste von einem anderen Antrag des Verbandes, der Herdenschutzzäune beziehungsweise Hütehunde anforderte. Dazu erklärte Zweiter Bürgermeister Vitus Gasteiger (CSU): "Nachdem Minister Söder einen flächendeckenden Herdenschutz zugesagt hat, muss man dies auch entsprechend beantragen." Dabei sei aber klar, dass diese Maßnahmen nicht in den Almregionen umsetzbar seien - weder finanziell noch bautechnisch.

Der Verein hatte alle Gemeinden im Bereich des Wendelsteinsgebiets angeschrieben, und um Unterstützung gebeten. "Die Gemeinden Irschenberg und Fischbachau haben sich bereits solidarisch mit den Almbauern erklärt", wusste Gasteiger.

Eine Aussage von EU-Abgeordneter Angelika Niebler (CSU) führte Martin Huber (CSU) an: Diese hätte jüngst gesagt, dass unter bestimmten Voraussetzungen das EU-Recht eine Entnahme des Wolfes aus einem Gebiet vorsehe.

"Entnahme" nur im Problemfall

Dem stimmte Hofer zu, erinnerte aber an die Schutzbestimmungen für den Wolf und führte an, dass die Möglichkeit der "Entnahme" nur dann gegeben sei, wenn es sich um einen Problemwolf handle oder aber wenn extremer wirtschaftlicher Schaden durch das Tier entstehen würde. Mit fünf Gegenstimmen sicherte der Gemeinderat dem Verein die gewünschte Unterstützung zu. Namentlich wollten dabei die Gegner Josefine Köllmeier (CSU), Karin Freiheit, Martina Gernstl und Walter Dinzenhofer (alle SPD/Parteifrei) sowie Karin Priller (Freie Wähler) das Abstimmungsergebnis fixiert wissen.

Mangfall-Bote

Rubriklistenbild: © dpa

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