Juwel der Rosenheimer Bildung feierte 60.

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Mit Theater, aber auch mit viel Musik von der Klassik über die 50er bis zu den 70er Jahren begeisterten Lehrer und Schüler die anwesenden Festgäste.

Bad Aibling - Im Rahmen einer feierlichen Geburtstagsfeier wurde am Freitag auch der Erweiterungsbau der Wirtschaftsschule Alpenland eingeweiht.

Gleich doppelten Grund zur Freude gab es an der Wirtschaftsschule Alpenland in Bad Aibling. In einem Festakt wurde am Freitag nicht nur das 60-jährige Bestehen der überaus beliebten Schule gefeiert, sondern auch der Erweiterungsbau eingeweiht. Der Landkreis Rosenheim investierte 6,25 Millionen Euro.

Landrat Josef Neiderhell konnte von einer Besonderheit berichten, denn bei diesem Projekt wurde nicht nur die geplante Bausumme eingehalten, sondern auch die Bauzeit. Der Landrat lobte aber nicht nur alle am Bau Beteiligten, sondern auch die Schule selbst. Zu einer Zeit, als es den Praxisbezug an den Schulen noch nicht gab, habe man hier schon auf die Praxis gesetzt, sagte Neiderhell. Die bestmögliche Ausbildung sei nur möglich, wenn man hochmotivierte Lehrerinnen und Lehrer habe und das gebe es hier im Übermaß. Der Landrat lobte die Wirtschaftsschule als Vorzeigeschule, die über den Landkreis hinausstrahle.

Der Schlüssel ist jetzt in den richtigen Händen. Architekt Alfons Petzenhammer (2. von links) übergab ihn an Landrat Josef Neiderhell (2. von rechts) sowie an die Schulleiter Bärbel Marx (links) und Günther Rutz (rechts).

Bevor Architekt Alfons Petzenhammer den Schlüssel symbolisch an Neiderhell und die Schulleitung übergab, stellte er kurz den Erweiterungsbau vor. Ein modernes Bürogebäude habe Pate gestanden, für Petzenhammer eine Möglichkeit, die Begriffe Wirtschaft und Schule miteinander zu verbinden. Die Abgeordnete des Europäischen Parlaments, Dr. Angelika Niebler, zog Parallelen zwischen dem Europäischen Parlament und dem neuen Schulgebäude. Die Fensterfassade und das Arbeiten mit neuen Techniken stehe für Offenheit und Transparenz und erinnere sie an das Parlamentsgebäude in Brüssel und auch an das Haus in Straßburg.

Niebler stellte eine ganze Reihe europäischer Programme vor, die unter anderem sicherstellen, dass ein Schüler, der seinen Abschluss an der Wirtschaftsschule gemacht hat, in ganz Europa einen Arbeitsplatz finden kann. Es gebe keine Grenzen mehr, jeder könne im Ausland lernen und studieren, da böten sich ungeahnte Möglichkeiten, so Niebler.

Bad Aiblings Bürgermeister Felix Schwaller schwärmte vom neuen Gebäude. Es sei ein wunderschöner Bau der Atmosphäre habe und in dem man gerne zur Schule gehe. Für die Fortführung der guten Schulförderung seines Vorgängers Max Gimple bedankte sich Schwaller bei Landrat Neiderhell.

Zwei ehemalige Schüler der Wirtschaftsschule, Bruckmühls Bürgermeister Franz Xaver Heinritzi (links) und Charivari-Redakteur Felix Masel (Mitte), hier mit Schulleiter Günther Rutz, machten sich zunächst als Bauaufsicht nützlich um dann launig und informativ den Festakt zu moderieren.

Ganz grundsätzliche Gedanken über die Aufgabe einer Schule machte sich zum Abschluss Schulleiter Günther Rutz. Für ihn geht es nicht nur um das Vermitteln von Wissen, sondern auch und vor allem um die Unterstützung der Kinder und Jugendlichen in ihrer Persönlichkeitsentwicklung. Die gegenseitige Wertschätzung müsse der Grundpfeiler unserer Bildungsarbeit sein und die Vermittlung von Werten bestimme das tägliche pädagogische Handeln. Rutz unterstrich die Bedeutung, begabte Kinder zu fördern. Mindestens genauso wichtig sei es, auch weniger begabte Schüler zu unterstützen. Gute Schulpolitik sei immer auch gute Sozialpolitik, so Rutz abschließend.

In den vergangenen 21 Monaten entstand nicht nur ein zweigeschossiger Anbau, auch im bestehenden Gebäude wurde umgebaut. Neu- und Altbau sind durch die neue Pausenhalle, die sich über beide Geschosse erstreckt und eine offene lichtdurchflutete transparente Orientierung ermöglicht, miteinander verbunden. Im neuen Schulgebäude sind sieben Klassenzimmer, ein Lehrbüro, ein Mehrzweckraum, ein Musikraum, ein Fotolabor sowie ein Werkraum mit Nebenräumen untergebracht. Für Veranstaltungen kann die Pausenhalle erweitert werden. Um genügend Platz zu schaffen, kann die Faltwand zwischen dem Mehrzweck- und dem Musikraum geöffnet werden. Auch die barrierefreie Erreichbarkeit ist gewährleistet. Dazu wurde der Neubau tiefer gesetzt und über eine Brücke sowie einem Aufzug mit dem Altbau verbunden. Die ehemalige immer beengte Pausenhalle im bestehenden Gebäude wurde zu einem Lehrerzimmer und einer Bibliothek umgebaut. Die Räume der Verwaltung wurden renoviert.

Zudem gibt es Verbindungen zwischen dem Alt- und Neubau in allen Geschossen. Das Energie- und Klimakonzept im neuen Schulgebäude sieht Heizkörper nur noch in den Klassenzimmern vor. Die übrigen Bereiche wie die Pausenhalle werden über die Wände beheizt. Fachleute sprechen von einer Betonkernaktivierung, die mit einer Wärmepumpe gekoppelt ist. Durch die Gestaltung der Fassaden sowie über die Verglasung der Klassenzimmer hin zur Pausenhalle können alle Räume mit Tageslicht ausgeleuchtet werden.

Die Feierlichkeiten an der Wirtschaftsschule Alpenland gehen am Samstag weiter. Zunächst ist von 10 Uhr bis 15 Uhr die Öffentlichkeit zu einem Tag der Offenen Tür eingeladen. Am Abend schließt sich ein Ehemaligen-Ball im Kesselhaus in Kolbermoor an.

Pressemeldung Landratsamt Rosenheim

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