Bäume werden auf Vordermann gebracht

Vom Totholz befreit wurde am Dienstag auch die Esche in der König-Ludwig-Anlage, die Richtung ehemaliger Post steht. Wenn herunterfallende Äste einen Schaden anrichten, haftet der Besitzer. Deshalb sollten auch Privatpersonen ihre Bäume im Blick behalten.

Kolbermoor - "Im Märzen der Bauer...": Bis März warten die Stadtgärtner allerdings nicht, um das städtische Grün in Kolbermoor auf Vordermann zu bringen.

Das Fällen "gefährlicher" Bäumen, das Ausschneiden und Neupflanzen stehen jetzt auf dem Programm.

Weichen mussten bereits Eschen am König-Ludwig-Denkmal an der Hassler-Straße. Sie ragten weit in den Luftraum über Straße und Gehweg und hatten schon mehrfach Äste abgeworfen, "grüne", also nicht einmal abgestorbene, sogar. Die weitere, über 20 Meter hohe Esche, die in dieser Grünanlage Richtung ehemaliger Post steht, hat zwar ebenfalls bereits einen leichten Pilzbefall, wurde jetzt aber von den Mitarbeitern der Stadtgärtnerei noch einmal ausgeschnitten, vom Totholz befreit. "Auf Dauer wird aber auch dieser Baum nicht zu halten sein," so Jürgen Halder vom Bauamt der Stadt. Aber wenn diese Esche jetzt auch gleich noch gefällt worden wäre, hätte sich der Platz plötzlich ungewohnt kahl präsentiert.

Auch der Eschenreihe am Glasberg haben sich die Baumpfleger bereits angenommen. Da ein Lastwagen mit Steigeraufbau hier aber zu massiven Verkehrsbehinderungen geführt hätte, war am Glasberg eine private Firma im Einsatz, die dem Totholz in Baumklettertechnik zu Leibe rückte. Auch der Altbestand an Bäumen am Kriegerdenkmal wurde bereits frühjahrfit gemacht.

Auch rings um die Turner-Alm sind die Stadtgärtner im Einsatz: Im Bereich an der Aiblinger Straße wurden wild aufgegangene Bäumchen entfernt; die Hauptbäume - Eichen, Linden, Eschen - wieder vom Totholz befreit. Totholz ist für den Laien im Sommer leicht zu erkennen, weil die Blätter fehlen. Für das geschulte Gärtner-Auge ist dies aber auch jetzt kein Problem; man muss Rinde und fehlende Knospen beachten.

Mit Zurückschneiden war es dagegen an der Nordseite des Sportplatzes nicht mehr getan: Hier fielen alle Fichten. Zum einen wird der ehemalige SVK-Sportplatz wieder hergerichtet, das Gelände überholt, zum anderen waren die Fichten "überfällig", so Jürgen Halder. Auch die Anlieger seien froh gewesen über die Entscheidung, die hohen Flachwurzler zu fällen. Wenn die Wurzelstöcke ausgefräst sind und das Gelände wieder plan ist, wird die Stadtgärtnerei hochwertigen Ersatz pflanzen: heimische Laubbäume, die aber mit Rücksicht auf die Nachbarn nicht zu hoch wachsen.

Auch im Westen des Sportplatzes hat die Stadt auf Wunsch des SV-DJK den dortigen Gehölzsaum begutachtet. Hier sei viel Wildwuchs zu finden, viele Bäume seien in keinem guten Zustand, hätten teilweise Stammfäule am Wurzelhals. Jürgen Halder wird speziell hier noch Nachbarn aufsuchen und ihnen die Lage erklären. Eine Nachpflanzung mit Hainbuche, Feldahorn, Grauerle und Eiche, wie auch für die Nordseite geplant, wäre hier ebenfalls ein optischer Gewinn.

Generell macht sich Halder, der auf Einladung des Obst- und Gartenbauvereins Kolbermoor im letzten Jahr auch einen viel beachteten Vortrag über die Grünanlagen und Pflanzen der Stadt im Mareissaal gehalten hat, viel Gedanken um die Art der Nachpflanzungen. So hat er bereits in den letzten Jahren links und rechts des König-Ludwig-Denkmals je eine Rotbuche gepflanzt, dahinter mittig eine Blutbuche. Während Rotbuchen trotz des Namens grüne Blätter tragen, ist das Laub der Blutbuche tatsächtlich rot. "Früher haben die Direktoren der Spinnerei sich in ihren Park auch Rotbuchen gepflanzt - aber jeder nur eine, weil es etwas Besonderes war", erinnert er an die Stadtgeschichte. Ein Tupfer rot hat Wirkung, zuviel wird kitschig, meint Halder. Aber es gibt ein paar benachbarte Rottupfer auf dem Quest-Areal, so dass sich hier ein optischer Verbund aufbauen kann. Auch im Danielspark ist noch eine Blutbuche zu finden.

Momentan macht Halder auch die Ausschreibung für die heurigen Pflanzungen an die Baumschulen fertig. Über 50 Bäume wird er bestellen, die meisten als Ersatz, viele aber auch zusätzlich. "Der Baumbestand in Kolbermoor steigt stetig an," freut er sich. Über die Jahre hat es dabei, so hat er festgestellt, eine für die Stadt günstige Preisentwicklung gegeben: So hat im letzten Jahr etwa eine fünf bis sechs Meter hohe Linde rund 70 Euro gekostet. Zu klein kann er die Bäume nicht bestellen: Mickrige werden bevorzugtes Opfer von Vandalen. fl

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