Bäume schützen, aber wie?

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Sollen Bäume im Gemeindegebiet von Feldkirchen-Westerham per Verordnung geschützt werden? Darüber beriet jetzt der Umweltausschuss.

Feldkirchen - Amtlicher Schutz für Bäume? Der Umweltausschuss denkt über eine solche Maßnahme nach und diskutierte mit den Bürgern. Eine hitzige und konträre Debatte entbrannte.

Sollen ortsbildprägende Bäume mittels einer amtlichen Verordnung von der Motorsäge verschont bleiben? Soll für den Gemeindebereich Feldkirchen-Westerham eine Baumschutzverordnung erlassen werden? Oder jeder Haus- und Hofbesitzer für seine Bäume selbst verantwortlich bleiben? Wie konträr die Antworten auf diese drei Fragen ausfallen können, zeigte sich bei der engagierten Grundsatzdiskussion in der jüngsten Sitzung des Umweltausschusses.

Wenngleich es eigentlich eine Sitzung des Ausschusses war, ließ Bürgermeister Bernhard Schweiger an diesem Abend viele Frage der Zuhörer zu. Und auch um viele Vorschläge drückten sich die Redner nicht herum.

Dr. Gertraud Knopp, Vorsitzende von Bund Naturschutz, machte sich dabei für eine Baumschutzverordnung stark. Ihrer Ansicht nach ist die Stadt Bad Aibling mit den entsprechenden Ge- und Verboten auf dem Weg, den sie auch in Feldkirchen-Westerham gerne sehen würde. Knopp könnte sich auch durchaus vorstellen, besonders erhaltenswerte Bäume als Naturdenkmal vorzuschlagen.

Klaus Anderl, Vagener Gemeinderat und von der Kommune eingesetzter Baumwart, hält von solchen amtlichen Anordnungen nicht viel. Sein Vorschlag für eine Landschaft, in der Bäume nicht nur gepflanzt, sondern auch sorgsam gepflegt und auf Nachhaltigkeit geachtet wird, wäre: "Lieber ein paar Bäume weniger, dafür aber für jeden einzelnen mehr Platz, damit er wachsen und sich entfalten kann". Anderl ist auch jederzeit bereit, Ratschläge zu erteilen, wie mit Bäumen umgegangen werden sollte.

Sorgsamer Umgang mit Steuergeldern

Mit dem Vorschlag von Ratsmitglied Christof Langer (Grüne), private Baumbesitzer bei Pflegemaßnahmen finanziell zu unterstützen, wollte sich der Bürgermeister nicht anfreunden. "Wir sind zum sorgsamen Umgang mit Steuergeldern verpflichtet, da bekämen wir große Probleme und viele Bezugsfälle", warnte der Rathauschef.

Klar gegen eine Baumschutzverordnung sprach sich der Freie-Wähler-Rat Georg Schnitzenbamer aus. "In allen Ortschaften der Gemeinde stehen so viele Bäume wie noch nie, wir sollten es den Hausbesitzern überlassen, wie sie mit ihrem privaten Besitz umgehen", sagte der Land- und Forstwirt. Aus seinem Bekanntenkreis weiß Schnitzenbaumer von den Problemen mit einer Baumschutzverordnung: "Ganze Häuser verkommen und werden unansehnlich, weil sie immer im Schatten von Bäumen stehen, die nicht umgeschnitten werden dürfen", sagte der Wertacher.

Jetzt liegt es am Gemeinderat von Feldkirchen-Westerham, ob er eine Baumschutzverordnung für notwendig hält. Das Gremium muss sich im Falle eines Beschlusses mit dem Thema auseinandersetzen.

me/Mangfall-Bote

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