Nach Alarm: Das Koffer-Rätsel ist gelöst

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Rosenheim - Vier Stunden herrschte gestern Abend auf dem Rosenheimer Bahnhof Alarm. Schuld war ein Koffer, der mutterseelenallein im Reisezentrum stand. Jetzt ist klar, wem er gehört und was drin war. **Video: Interview Bundespolizei**Video: Fahrgäste zum „Koffer-Alarm“**

Video vom Einsatzort:

Die Lösung des Gepäck-Rätsels ist denkbar unspektakulär: Der graue, schon etwas ältere Hartschalen-Koffer mit den metallenen Beschlägen enhielt nur Reiseutensilien wie Kleidung und Kosmetikartikel und gehört einer Frau aus dem Norden Deutschlands. Wie die Dame ihr Gepäckstück - das eigentlich eine nicht zu übersehenden Größe hat - einfach vergessen konnte, ist noch nicht geklärt. Die Bundespolizei hat die Koffer-Besitzerin derzeit noch nicht persönlich erreicht. Da es sich um ein „offenes Verfahren“ handele, wolle man jetzt nicht mehr Details bekannt geben, sagte ein Sprecher der Bundespolizei rosenheim24.de auf Anfrage.

Der Koffer jedenfalls hatte am Dienstagabend für reichlich Wirbel gesorgt:

Gegen 17.15 Uhr war im Reisezentrum das herrenloses Gepäckstück entdeckt worden. Der Koffer, so Uwe Steinbrecher von der Bundespolizei Rosenheim, sei „ungünstig“ gestanden. Nachdem der Besitzer erfolglos ausgerufen wurde, gab es Alarm wegen des „nicht zuzuordnenden Gegenstandes.“ Danach wurde der Bereich um das Gleis 1 und dem Reisecenter von der Bundespolizei abgesperrt. Auch der Haupteingang stand den Reisenden nicht zur Verfügung. „Wir machen das lieber einmal zu oft, als einmal zu wenig“, sagte Steinbrecher unserem rosenheim24.de-Reporter vor Ort.

Mysteriöser Koffer: Alarm am Bahnhof

Es wurde deshalb auch sofort ein Sprengstoff-Spürhund aus München angefordert. Der tierische Experte, der übrigens „Face“ heißt, traf gegen 18.30 Uhr ein und schnüffelt bis kurz nach 19 Uhr auf dem Bahnhof nach verdächtigen Dingen.

Auf die Nase des Vierbeiners kam es an: „Der Hund spielt eine wichtige Rolle. Was er uns anzeigt, ist ein wichtiges Kriterium“, sagte Steinbrecher. Die Verantwortlichen beratschlagten sich nach Face‘ Einsatz.

Nach schneller Entwarnung sah es da aber zum Leidwesen der Reisenden immer noch nicht aus. Nach Spürhund „Face“ wurden auch noch Sprengstoff-Fachleute vom Münchner Flughafen angefordert.

Video: Das sagen die Fahrgäste zum „Koffer-Alarm“

„Es sieht nicht danach aus, als ob tatsächlich eine Explosionsgefahr besteht. Aber die Einsatzkräfte wollen lieber auf Nummer Sicher gehen“, berichtete Rosenheim24.de-Reporter Christian Schernthaner aktuell vom Bahnhof. Zur Sicherung des Geländes waren rund ein Dutzend Beamte im Einsatz am Bahnhof.

Gegen 21 Uhr ging es dann ganz schnell. Keine Gefahr, Entwarnung. Die Einsatzkäfte zogen ab.

Das Reisecenter nach der Entwarnung.

Bis sich der Zugverkehr normalisiert hatte, dauerte es noch etwas. Für die Passagiere waren die Unannehmlichkeiten aber schon zuvor so gering wie möglich gehalten worden. Ihr Glück: Der Bahnhof war nicht komplett gesperrt. Zwar gab es vereinzelt Verwirrung, welcher Zug nun wo fuhr. Doch das Bahnpersonal war in der Regel schnell zur Stelle, um Pendler und Reisende abseits vom Bahnhofsgebäude in die Züge einsteigen zu lassen. 

Oder aussteigen. Ein Rosenheimer, der kurz nach 20 Uhr von einer Geschäftsreise aus Nürnberg mit einem ICE angekommen war, lobte: „Am Bahnhof war eigentlich alles ganz gut organisiert, man hat  uns über die Gleise geführt,  Ansagen waren auch ok, schon im Zug bei der Einfahrt.“ Froh war er trotzdem, jetzt daheim zu sein.

Viele Bahn-Fahrgäste hatten sich auch in Fahrgemeinschaften organisiert.

Herrenlose Tasche: Entwarnung am Bahnhof

Rubriklistenbild: © re

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