Bedenken bei Moosbach-Ausbau

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Über den Ausbau des Moosbachs entscheidet der Stadtrat kommende Woche.

Bad Aibling - Der Moosbach soll ausgebaut werden. Die Stadtverwaltung und der Bauausschuss befürchten jetzt aber zu hohe Kosten und unkalkulierbare Risiken.

Zu hohe Kosten und unkalkulierbare Risiken befürchten die Stadtverwaltung und der Bauausschuss durch den ursprünglich in städtischer Regie geplanten Ausbau des Moosbachs. Daher riet das Gremium in seiner jüngsten Sitzung dem Stadtrat von der Maßnahme ab und empfahl, dass der Grundeigentümer B&O den Ausbau in eigener Verantwortung durchführen solle.

Dass der Moosbach ausgebaut werden soll, wird unter anderem mit Hochwasserschutz begründet. Zum einen soll sich das Gewässer entwickeln können, zum anderen Retentionsraum geschaffen werden. Die Kosten für die Maßnahme (Planungs- und Bauaufwand) werden auf rund 320.000 Euro geschätzt. Würde die Stadt die Aufgabe übernehmen, wäre mit zirka 192.000 Euro (60 Prozent) an Fördermitteln zu rechnen, während die weiteren Aufwendungen in Höhe von 128.000 Euro aus allgemeinen Haushaltsmitteln erbracht werden müssten.

Laut einem Vereinbarungsentwurf würde B&O an die Stadt als kapitalisierten Unterhaltsbeitrag von 120.000 Euro zahlen.

Allerdings rät der Bauausschuss dem Stadtrat nach einer Reihe von Untersuchungen nun von diesem Vorgehen ab. Ebenso wie die Verwaltung empfiehlt er dem Stadtrataufgrund der mittlerweile vorliegenden Erkenntnisse und nach Abwägung aller Vor- und Nachteile, die Planungshoheit und damit verbundene Verantwortung für den Ausbau nicht zu übernehmen.

Zum einen wurde bei einer Untersuchung der Grundwasserströme und der Geologie festgestellt, dass der Moosbach mit dem Grundwasser korrespondiere. Wie sich diese Situation dann bei Starkregen-Ereignissen auf die Umgebung auswirke, müsse erst noch untersucht und abschließend geklärt werden. Zum anderen sei nach Erfahrungen der Stadt mit aufwendigen Unterhaltsarbeiten am Teich (stehendes Gewässer) zu rechnen. Der zugesagte Unterhaltsbeitrag von B&O an die Stadt würde dazu wohl nicht ausreichen.

Zudem sieht die Verwaltung unkalkulierbare Risiken durch die öffentliche Nutzung des geplanten Teichs auf die Stadt zukommen. Dies sei auch laut Bürgermeister Felix Schwaller das Hauptargument dafür, dass die Stadt von der Maßnahme besser "die Finger lasse".

Wie Schwaller weiter erklärte, sei der Gewässerausbau prinzipiell zwar begrüßenswert. Angesichts der großen Probleme, die auf die Stadt zukommen könnten, komme er aber zu dem Schluss, dass es manchmal sinnvoller sei, auf einen Zuschuss zu verzichten, als unterm Strich dann nur Ärger zu haben. Hubert Krabichler vom Bauamt bekräftigte, dass die Stadt in voller Verantwortung und Haftung stehe, wenn sie diese Maßnahme selbst durchführe.

Krabichler verwies auch auf die Aussage eines Wasseringenieurs vom Wasserwirtschaftsamt Rosenheim, der nach weiteren Untersuchungen erklärt hatte, es könne nicht völlig ausgeschlossen werden, dass Keller bei starkem Regen doch wieder mit Wasser volllaufen, auch wenn Landschaftsgärtner zunächst erklärt hatten, der Weiher könne so gebaut werden, dass keine Gefahr von ihm ausgehe.

"B&O vermarktet das Gebiet, also sollen sie sich auch um den Bach kümmern. Wenn sie den Weiher haben wollen, sollen sie ihn auch bauen. Wir brauchen ihn nicht", meinte Markus Stigloher (CSU) unumwunden. Er verwehrte sich dagegen, dass der Steuerzahler hier mit zur Kasse gebeten werden solle. Schwaller hingegen betonte, dass das öffentliche Interesse durchaus gegeben sei, da im Zuge des Weiherbaus auch Straßen und Wege öffentlich werden sollen. Deshalb sei die Stadt ja bereit gewesen zu prüfen, ob sie diese Maßnahme nicht durchführen könne. Nur stünden die Risiken und der wirtschaftliche Vorteil nicht im Verhältnis dazu.

Einstimmig empfahl der Bauausschuss schließlich dem Stadtrat, dass der Gewässerausbau durch den Grundeigentümer B&O in eigener Verantwortung durchgeführt werden sollte. Der Stadtrat entscheidet darüber in seiner Sitzung am Donnerstag, 15. Dezember.

Eva Langwieder (Mangfall-Bote)

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