Wiesnzeit: Hochsaison für Vandalen in Bad Aibling

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Der Höhepunkt der nächtlichen Gewaltexzesse im Aiblinger Kurpark waren heuer die Zerstörungen im Bereich der Minigolfanlage.

Bad Aibling - Auf einen fünfstelligen Betrag beziffert Kurdirektor Thomas Jahn die Schäden, die im Laufe des Sommers durch Vandalismus im Kurpark entstanden sind.

"Besonders schlimm war es während des Aiblinger Volksfestes und des Rosenheimer Herbstfestes", so seine Bilanz im Bericht über die Kurparkstreife vor dem Hauptausschuss.

Von dem Ausmaß der Gewalt sei man heuer völlig überrascht worden, teilte der Kurdirektor den Kommunalpolitikern mit: "Das alles hat eine ganz neue Qualität, so etwas habe ich in den sieben Jahren, seitdem ich hier bin, noch nicht erlebt." So seien Unbekannte am ersten Volksfestwochenende über die Minigolfanlage im Kurpark regelrecht hergefallen und hätten die schweren Betontische umgeworfen und teils übereinander gestapelt: "Das erfordert brutale Kraft und Gewalt", so Jahn.

Immer wieder seien auch Schilder total verbogen oder sogar in Mühlbach und Glonn geworfen worden. Von zerstörten Blumenbeeten wolle er gar nicht erst reden. Großer Schaden entstand auch bei der Zerstörung der Lampen im Bereich des Moorweihers, die sich die Randalierer kurz nach der Reparatur gleich ein zweites Mal vorgenommen hätten.

"Notbremse gezogen"

Während des Volksfestes habe man aufgrund der gravierenden Vorfälle die Notbremse gezogen und die Kurparkstreife auch nachts, teilweise in Zivil, losgeschickt. Diese habe dann die Polizei verständigt, sobald sie mutwillige Zerstörer, zumeist betrunkene Jugendliche, beobachtet habe. Dies sei zu den Aiblinger und Rosenheimer Wiesnzeiten jede Nacht der Fall gewesen.

"Diejenigen, die erwischt wurden, müssen selbstverständlich auch für den angerichteten Schaden aufkommen. Die werden so etwas ganz sicher nicht mehr machen", zeigte sich Bürgermeister Felix Schwaller überzeugt. Auf jeden Fall werde man im nächsten Jahr die Kontrollmaßnahmen, verstärkt auch nachts, beibehalten, kündigte Jahn an.

Dr. Birgitt Matthias berichtete von einem "Selbstversuch", nachts vom Bahnhaltepunkt Kurpark zum Kurhaus zu gelangen und stellte fest, dass es auf dem Weg sehr finster sei: "Etwas Licht würde hier nicht schaden, zum einen, damit sich die Fußgänger sicherer fühlen. Zum anderen wäre der Bereich dann auch besser einsehbar. Das würde vielleicht doch den ein oder anderen Randalierer abschrecken." Der Bürgermeister griff diese Anregung auf: "Das müsste machbar sein."

Thomas Höllmüller (CSU) stellte einer Verlagerung der Sachbeschädigungen fest: So habe es bei ihm als Anlieger am Volksfestplatz heuer zum ersten Mal seit zehn Jahren überhaupt keine Schäden gegeben. Allerdings habe er zahlreiche Flaschen von seinem Grundstück entfernen müssen. Jahn bestätigte, dass der Sicherheitsdienst auf dem Volksfestgelände gut funktionierte und auch der Festwirt keinen Alkohol an Jugendliche ausschenke. "Doch auf die Bereiche außerhalb haben sie natürlich keinen Einfluss."

Nicht nur auf den konsequenten Volksfest-Sicherheitsdienst, sondern auch auf die Sperrung des Marienplatzes führte Schwaller die Verlagerung der nächtlichen Treffpunkte von Alkoholisierten und Randalierern zurück. Zahlreiche Beschwerden erreichten die Stadtverwaltung ihm zufolge auch aus dem Bereich Duschl-bräukomplex, den viele Kneipenbesucher nachts als Durchgang nutzten.

Abgesehen von den nächtlichen Problemen schilderte Jahn im weiteren Verlauf der Sitzung die Bilanz der Kurparkstreife als ähnlich wie in den Vorjahren. Die Mitarbeiter seien bei gutem Wetter zu verschiedenen Tageszeiten für eine Stunde im Park unterwegs und stießen dabei immer wieder auf ihre bekannte Klientel: Radfahrer, die verbotenerweise und viel zu schnell auf den Wegen unterwegs seien, sowie "hartnäckige und beratungsresistente" Hundehalter, die ihre Vierbeiner nicht anleinten. Zudem würden die Wiesen häufig als Partyzone genutzt, was man speziell im Kurpark nicht haben wolle. Nach wie vor setze man auf gegenseitige Rücksichtnahme und appelliere an den gesunden Menschenverstand.

Mangfall-Bote

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