B&O-Parkgelände: Kommt Zufahrt im Norden?

+
Die Skizze rechts zeigt, wie die nördliche Erschließung des B&O-Geländes von der Ebersberger Straße aus aussehen könnte. Gleichzeitig könnte das Ortsschild weiter nach Norden versetzt und somit der Verkehr früher auf Tempo 50 abgebremst werden. Links der Ist-Zustand. Ein Teil der benötigten Flächen ist bereits versiegelt.

Bad Aibling - Veränderte Wegeführungen und vielleicht sogar eine eigene Zufahrt im Norden: Der Bauausschuss begann jetzt damit, die Weichen für die weitere Entwicklung auf dem B&O-Parkgelände zu stellen.

Ein neuer Teich, veränderte Wegeführungen und vielleicht sogar eine eigene Zufahrt im Norden: Der Bauausschuss begann in jüngster Sitzung damit, die Weichen für die weitere Entwicklung auf dem B&O-Parkgelände zu stellen. Bei der eingehenden Beratung des Bebauungsplanes "Parkgelände Mietraching" galt es auch, zahlreiche Anregungen und Einwände aus dem Anhörungsverfahren zu berücksichtigen.

Auf Interesse stieß bei den Ausschussmitgliedern eine von Stadtplaner Eberhard von Angerer ins Spiel gebrachte Variante, die die Erschließung des so genannten Wohlfühlparks von Norden her ermöglichen würde. So wären beispielsweise das Parkhotel und die Raphael-Schule auf direkterem Weg erreichbar, und nicht mehr erst nach einer Fahrt durch das ganze Gelände vom Haupttor (beim Kreisel) aus.

Von Angerer schlug vor, diese Möglichkeit mit dem Straßenbauamt abzusprechen. In der Vergangenheit sei die Behörde einem derartigen Ansinnen allerdings ablehnend gegenüber gestanden, erinnerte sich Bürgermeister Felix Schwaller.

Wirtschaft und Soziales harmonieren auf dem B&O-Areal nebeneinander: Parkhotel (rechts), Büros (Querriegel im Vordergrund), Raphaelschule (links) und Nullenergiequartiere.

Eine weitere geplante Straße würde der Ausschuss hingegen am liebsten auf die längere Bank schieben: Die Erschließung Richtung Süden zum Gewerbegebiet Markfeld. Diese werde derzeit noch nicht so dringend benötigt. Ihr Bau würde zudem aufgrund der starken Versiegelung ein erhebliches Maß an Ausgleichsflächen erfordern - und diese müssten bereits ein Jahr nach der Ausweisung des Bebauungsplanes nachgewiesen und umgesetzt werden.

Von Angerers Vorschlag: "Entweder wir verzichten auf diese Straße oder versuchen uns mit dem Landratsamt Rosenheim zu einigen, dass der Bau der Straße eine Zielplanung ist und der Ausgleich erst bei der Realisierung dargestellt werden muss."

Dies wäre auch dem Bauausschuss am liebsten, denn die als Ausgleich erforderlichen 8000 Quadratmeter bereits jetzt nachzuweisen, gestalte sich schwierig - auch wenn man aktuell über einen deutlichen Überhang von 1000 Quadratmetern Ausgleichsfläche auf dem B&O-Areal verfüge, wie von Angerer dem Gremium mitteilte. Dieses Plus habe sich durch eine neue Berechnung ergeben, nach der ein Bereich südlich der Antennen sowie ein Bereich westlich des Technologieparks als gestaltete Grünfläche anstelle einer Ausgleichsfläche gelten könne.

Naturschutzfachlich notwendig hingegen ist eine Ausgleichsfläche in Gestalt eines Teiches im Landschaftspark. Die Untere Naturschutzbehörde forderte hier den Erhalt des älteren Baumbestandes im nördlichen Bereich. Aus diesem Grund soll auch die dort vorgesehene Bebauung nach Norden gerückt werden.

Ins Blickfeld geriet außerdem der Moosbach, aus dem man das Wehr nach einer Überschwemmung herausgenommen habe. Laut Rechtsanwalt Alois Karl bleibe zudem die Wasserführung auf dem um 50 Zentimeter gesenktem Niveau.

Auf Höhe des Gebäudes Nummer 358 (rechts) ist von der Anne-Frank-Straße aus die Verschwenkung im Bogen nach links auf die Ebersberger Straße für die nördliche Zufahrt angedacht.

Die Befürchtung des Marktes Bruckmühl, dass im Bereich des Technologieparks bei Ausnutzung der möglichen Bauräume und einer durchgehend zulässigen Wandhöhe von 15 Metern zwei jeweils 300 Meter lange und 15 Meter hohe Gebäudekomplexe entstehen könnten, entkräftete von Angerer. In seinen Augen sei diese Gefahr nicht gegeben.

Die Festsetzungen zur Höhenentwicklung sei durch betriebliche Notwendigkeiten bedingt. Westlich würden Grünflächen angeordnet, zudem wolle man eine "gliedernde Gestaltung" der fraglichen Baukörper festsetzen.

Rücksicht genommen werden muss ferner auf ein Bodendenkmal, das als "vorgeschichtliches Grabhügelfeld, daraus Funde aus der Hallstattzeit, und Kreisgraben unbekannter Zeitstellung im Luftbild" eingetragen ist. "Niemand weiß allerdings, ob dort wirklich etwas ist - es gibt beim Landesamt für Denkmalpflege nur historische Aufzeichnungen aus dem Jahr 1936", merkte von Angerer dazu an.

Den Forderungen des Staatlichen Bauamtes Rosenheim hinsichtlich der Bauverbotszone neben der Staatsstraße wird die Stadt ebenso nachkommen wie einer geänderten Darstellung der Sichtdreiecke bei der Zufahrt zum Sport- und Veranstaltungsgelände sowie der Einhaltung des Mindestabstands für die Neupflanzung von Bäumen entlang der Staatsstraße (außerhalb der Ortsdurchfahrt 7,50 Meter, innerhalb 4,50 Meter). Zum Schutz der Bebauung vor Straßenlärm enthält der Bebauungsplan auf der Grundlage einer schalltechnischen Untersuchung bereits Festsetzungen zum erforderlichen Gesamtschalldämpfmaß der Fassaden. Eine Erstattung von Lärmschutzmaßnahmen kann beim Staatlichen Bauamt nicht geltend gemacht werden.

Den Hinweisen des Wasserwirtschaftsamtes auf die Grundwasserproblematik begegnet die Stadt mit der Festsetzung, dass bei Kellerbauten unter anderem wasserdichte Wannen erforderlich seien. Das Niederschlagswasser soll nach Möglichkeit versickern.

Die Wehrbereichsverwaltung hat sich in ihrem Schreiben auf drei Punkte beschränkt, die sich auf einen ausreichenden Abstand von Hecken und Bäumen zum Antennenfeld im Norden und im Zufahrtsbereich beziehen sowie auf einen Verzicht auf Bepflanzung auf der Ostseite der nördlichen Radarkuppel.

Der Bebauungsplan wird in der Stadtratssitzung am Donnerstag, 28. Januar, behandelt. Bis dahin wünschen sich die Ausschussmitglieder noch eine genauere Planung für den Einfahrtsbereich ab Kreisel bis hin zu Kindergarten, Krippe und Café. Die dortige Verkehrs- und vor allem Parksituation sei aktuell alles andere als zufriedenstellend. Mit einer gezielten Planung möchte man dort die Lage besser in den Griff bekommen.

von Eva Langwieder/Mangfall-Bote

Zurück zur Übersicht: Mangfalltal

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser

MEHR AUS DEM RESSORT