B&O: Vorzeigequartier wächst täglich

+
Wirtschaft und Soziales harmonieren auf dem B&O-Areal nebeneinander: Parkhotel (rechts), Büros (Querriegel im Vordergrund), Raphaelschule (links) und Nullenergiequartiere.

Bad Aibling - Die Schaffung von insgesamt 400 neuen Arbeitsplätzen, eine Hackschnitzelanlage und ein Designzentrum - die aktuellen Entwicklungen auf dem B&O-Parkgelände waren die Zugpferde der Bürgerversammlung.

Im gut gefüllten großen Kursaal verfolgten die Aiblinger die Erläuterungen des B&O-Gesellschafter-Geschäftsführers Dr. Ernst Böhm zu den bisher umgesetzten und den künftigen Vorhaben.

Die Idee des Fußballinternats, das auf dem Gelände entstehen soll, fand großen Gefallen. Auch für den Radsport konnte sich ein Bürger eine ähnliche Einrichtung gut vorstellen. Eine Idee, die Böhm gleich gefiel, zumal Platz dafür noch vorhanden wäre: "30 bis 40 Zimmer für Jugendliche könnten wir schon noch schaffen." Allerdings gab er zu bedenken, dass im Winter die Trainingsbedingungen nicht optimal wären.

Eine Absage erteilte er hingegen dem Wunsch nach einem Hallenbad, den mehrere Aiblinger geäußert hatten, die mit Sorge dem Tag entgegenblicken, an dem das Schwimmbad Prantseck nicht mehr genutzt werden kann. Laut Böhm plane man zwar, das B&O-Parkhotel um einen Wellnessbereich zu erweitern, dabei denke er jedoch "eher an ein Plantschbecken als an ein Schwimmbad."

Genauer erläutern ließen sich die Bürger auch den Technologiepark. Dort siedelt sich neben Einrichtungen wie Fensterinstitut Rosenheim (IFT) oder Hatec (Handlingssysteme für das Testen elektronischer Baugruppen und Bauteile) nun auch die Firma Lightweight Solutions mit ihren Leichtbauplatten an, die unter anderem in der Automobil-, Flugzeug- und Schiffbauindustrie verwendet werden.

Blick auf den Fotovoltaikpark auf dem ehemaligen US-Gelände in Mietraching.

"Wir geben uns Mühe, Neuentwicklungen zu fördern - wenn es geht mit dem Schwerpunkt Energie", betonte der Unternehmer. Nicht ohne Stolz stellte er sodann das "Solar-Appartement" vor, mit dem Studenten der FH Rosenheim wie berichtet den zweiten Platz beim internationalen Hochschulwettbewerb "Solar Decathlon Europe 2010" in Madrid gewonnen hatten. Es soll als Appartement ans B&O-Parkhotel angeschlossen werden und als solches auch zu buchen sein.

Böhm spannte den Bogen weiter zum Konzept des Nullemissionsquartiers (CO2-frei) beziehungsweise der Nullenergiestadt, für die die gesamte Energie auf dem Gelände erzeugt werde. Geheizt werde beispielsweise im Sommer mittels Solarthermie: "Da kommt die Wärme sozusagen vom Dach."

Hinzu kämen Wärmepumpen, die mit Strom aus dem Fotovoltaikpark betrieben würden. Und zu guter Letzt sei eine sogenannte Heiz-Ikone mit Hackschnitzelheizwerk geplant. "Das schaut dann aus wie ein Kircherl, das jeder gern auf dem Marktplatz haben will", meinte Böhm angesichts der ungewöhlichen Erscheinungsform. An dem Entwurf dieses Bauwerks sei der Mailänder Stararchitekt Matteo Thun beteiligt, der zudem in dem im "Wohlfühlpark" geplanten Designzentrum Werke ausstellen will.

Um Formen geht es auch bei dem vierstöckigen (und dem geplanten achtstöckigen) Holzhaus mit den eigenwilligen Balkonen. Die von manchen Seiten kritisierte Optik verteidigte Böhm. Zwar reichten die Kommentare hierzulande von "sehr gut" über eher höflich gemeinte "Vogelnester" bis hin zu "Warzen". Doch sei B&O als technischer Dienstleister der Wohnungswirtschaft nicht nur auf Oberbayern konzentriert. Gerade aus Küstengebieten - aus Kiel, Lübeck oder Bremerhaven - kämen begeisterte Reaktionen, da die Balkone nicht nur Schutz vor Wind böten, sondern auch den in dieser Gegend typischen Strandkörben ähnelten.

Von den bautechnischen Faktoren ging Böhm auf die gesellschaftlichen Aspekte über, die seiner Meinung nach viel wichtiger sind. Deshalb freue man sich besonders über die soziale Infrastruktur auf dem Gelände, auf dem Einrichtungen wie Diakonie, Kindergarten, Schulen oder das Fußballinternat Platz fänden.

Hinzu komme, dass auf dem Gelände insgesamt rund 400 Arbeitsplätze entstehen und dadurch auch die Stadt Bad Aibling in Form der Gewerbesteuer profitiere. "Ich glaube, es gelingt uns hier wirklich ein Vorzeigequartier zu entwickeln", so Böhm.

Insgesamt sei die Entwicklung so rasant, dass sich täglich, manchmal sogar stündlich, der Stand des Projektes fortschreibe, meinte Bürgermeister Felix Schwaller. Er zollte dem Eigentümer Respekt, wies aber auch darauf hin, dass es angebracht sei, die Kommune an solch einer großen Unternehmung teilhaben zu lassen. Schließlich müsste auch die Infrastruktur bezahlt werden, angefangen von Kindergarten und Schulen über Freizeiteinrichtungen bis hin zur Schul- und Jugendsozialarbeit.

Viel Applaus bekam schließlich auch Stadtbaumeister Andreas Krämer, der den Versammelten die Planung und Ursprungsentwicklung des ehemaligen US- Areals anhand der einzelnen Planungsschritte anschaulich erläuterte.

Mangfall-Bote

Zurück zur Übersicht: Mangfalltal

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser

MEHR AUS DEM RESSORT