Ist der Plan gültig oder doch nicht?

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Anhand eines rot-weißen Bandes war die Größe der geplanten Transportbetonanlage ersichtlich. Fotos

Bruckmühl - Welche ökologische Folgen hätte eine Transportbetonanlage in der Kiesgrube Noderwiechs? Besteht eine Gefahr für das Grundwasser?

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Ökologische Folgen und eine Gefahr für das Grundwasser befürchtet die IG "Bestandschutz Naherholungsgebiet Bruckmühl" (BNB) durch die geplante Transportbetonanlage der Südbayerische Portlandzementwerke Rohrdorf (SPZ). Deshalb reichte sie im Oktober eine Petition an den Bayerischen Landtag ein. Jetzt machten sich Vertreter des zuständigen Ausschusses vor Ort ein Bild über das Kiesgrubengelände in Noderwiechs. Strittig ist dabei nach wie vor, ob der Bebauungsplan rechtskräftig ist.

Mit dem Bebauungsplan "Kiesabbau Noderwiechs" steht und fällt das Vorhaben der SPZ. Gleichzeitig ist bei einer Ungültigkeit des Plans aber auch der Bestandschutz der derzeitigen Kiesabbaubetriebe gefährdet.

Deshalb hatte die Marktgemeinde Bruckmühl - wie berichtet - in den vergangenen Monaten bereits den Bebauungsplan von Anwälten prüfen lassen. Kostenpunkt: 20.000 Euro. Laut diesem Gutachten liegt zwar ein Formfehler in einer der ersten Fassungen des Plans vor, doch für die Anwälte ist der Plan durch die sechste Änderung (gleichkommend einer Neuaufstellung) wirksam geworden.

Die Abstandsflächen und der Verlauf des Wasserstroms wurden per Plan veranschaulicht.

An dieser Einschätzung - die "Auslegungssache sei" - störten sich aber Ausschussvorstand Dr. Christian Magerl und FDP-Abgeordneter Tobias Thalhammer. Von Neuaufstellung und weiterer Prüfung durch das Landratsamt war beim Ortstermin die Rede. Positiv bewertete indes der Ausschuss, darunter auch Landtagsabgeordnete Annemarie Biechl (CSU), dass die geplante Anlage nun nicht mehr halbmobil, sondern stationär sein soll. Über diese Neuerung informierte ein Vertreter der SPZ das Gremium.

Die Ausmaße der zirka 30 auf 8 Meter großen Transportbetonanlage hatte zur besseren Übersicht Grundstückseigentümer Marinus Schmid anhand eines Markierungsbandes abgesteckt. Dabei ersichtlich: Der Abstand zum Wasserbereich wird zwischen 40 und 50 Meter betragen. Eine Gefährdung des Grundwassers liege somit nicht vor. Deshalb hatte Schmid ebenfalls eine Petition, aber pro Transportbetonanlage, im Landtag eingereicht.

Vertreter des Petitionsausschusses, der Gemeinde, der IG sowie der Betreiber nahmen Stellung.

Denn schließlich werde - wie vom Wasserwirtschaftsamt Rosenheim (WWA) gefordert - der Standort noch um bis zu 1,50 Meter aufgekiest. Erst dann errichte man die nötige Fundament-Betonplatte. Grund: "Der Standort muss höher als der maximale Grundwasserpegel sein", erklärte der stellvertretende WWA-Leiter Andreas Holderer gegenüber unserer Zeitung. Seine Behörde hat gegen das SPZ-Vorhaben, sofern es die Auflagen mit Niederschlags- und Absetzwasser sowie speziellen Tanks für die Chemikalien erfüllt, keine Bedenken.

Bruckmühls Bürgermeister Franz Heinritzi und Markus Zehetmaier von der Gemeindeverwaltung erläuterten den Ausschuss-Vertretern zudem noch einmal die Entstehungsgeschichte des Bebauungsplans inklusive seines Sondergebietes "Kiesabbau".

Auch die langfristige Planung des Naherholungsgebietes mit Zeltplatz und Badebereich wurde angesprochen. "Wir halten an dieser Idee nach wie vor fest, doch die Realisierung gestaltet sich langwierig aufgrund der zahlreichen unterschiedlichen Grundstückseigentümer", so Zehetmaier.

Mit den Erkenntnissen aus dem Ortstermin wird nun der Petitionsausschuss voraussichtlich am 12. Juli eine Entscheidung fällen.

Bis dahin ruht der im Landratsamt Rosenheim vorliegende Bauantrag der SPZ weiterhin. "Auch wir warten die Entscheidung im Petitionsausschuss ab", erklärte Sprecher Michael Fischer. Von Seiten des Landratamtes gebe es überdies keine Bestrebungen, den Bebauungsplan erneut prüfen zu lassen.

Silvia Mischi (Mangfall-Bote)

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