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Einweihung im September 2024

An der Rösnerwiese kostet ein Kita-Platz 87.500 Euro – Warum Bruckmühl trotzdem baut

Mit 6900 Quadratmetern bietet das Grundstück an der Rösnerwiese nicht gerade üppig viel Platz für eine achtgruppige Kindertagesstätte. Trotzdem haben die Architekten eine Lösung gefunden, wie sich der etwa 80 Meter lange und 25 Meter breite Massivbau in das Areal zwischen Bahndamm und Triftbach einfügen kann.
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Mit 6900 Quadratmetern bietet das Grundstück an der Rösnerwiese nicht gerade üppig viel Platz für eine achtgruppige Kindertagesstätte. Trotzdem haben die Architekten eine Lösung gefunden, wie sich der etwa 80 Meter lange und 25 Meter breite Massivbau in das Areal zwischen Bahndamm und Triftbach einfügen kann.

Mindestens 14 Millionen Euro muss der Markt Bruckmühl für die Kindertagesstätte an der Rösnerwiese ausgeben. Damit kostet jeder der 160 Plätze für Krippen- und Kindergartenkinder etwa 87.500 Euro. Warum die Marktgemeinde sich diese Investition nicht einfach spart.

Bruckmühl – Nicht mehr 6,5 Millionen, sondern etwa 14 Millionen Euro wird die neue Kindertagesstätte an der Rösnerwiese kosten. Trotzdem entschied sich der Marktgemeinderat mit 15:3 Stimmen dafür, das Projekt zu realisieren, denn die Not ist groß: Im neuen Betreuungsjahr ab September fehlen 51 Plätze für Krippen- und Kindergartenkinder der Gemeinde. Bis 2024 steigt der Mangel weiter an – dann werden voraussichtlich mehr als 200 Plätze fehlen.

160 Kinder in Krippe und Kindergarten

Ursprünglich war der Bau einer sechsgruppigen Kita für 6,5 Millionen Euro geplant. Schon im Januar hatte sich der Rat mit 14:7 Stimmen für eine größere Einrichtung entschieden, um den Bedarf decken zu können. Im September 2024 soll die achtgruppige Kita ans Netz gehen, mit vier Krippen- und vier Kindergartengruppen Plätze für mindestens 160 Kinder schaffen. Die Bayerngrund GmbH als Generalauftragnehmer hat zusammen mit Architekten und Fachplanern, dem AWO-Kreisverband Rosenheim als künftigem Betreiber und der Verwaltung die Planungen vorangetrieben.

Der Bruckmühler Architekt Christian Würfel stellte in der jüngsten Marktgemeinderatssitzung zwei Alternativen vor: eine Kita in Holzbauweise für circa 17 Millionen Euro oder in Massivbauweise für etwa 15,6 Millionen Euro. Gleichzeitig zeigte er aufgrund der gestiegenen Kosten Einsparpotenziale auf. Die gewünschte „Luxusvariante“ mit 55 Quadratmeter großen Gruppenzimmern plus Schlaf- und multifunktionalen Räumen, Keller und Küche verteuere die Preise pro Quadratmeter um etwa 328 Euro, machte Projektleiterin Hubavina Arnaoudova von der Bayerngrund deutlich.

Werden alle Wünsche realisiert, kostet der Quadratmeter etwa 3.578 Euro. Wie Architekt Würfel erläuterte, könnten die Geschosshöhen um zehn Zenitmeter verringert und der Baukörper im Norden und Süden jeweils um einen halben Meter verkleinert werden. Verzichte man auch auf Keller und Küche könnten Einsparungen von etwa 1,3 Million Euro erzielt werden. Auf Nachfragen, ob man auf die Lagerkapazitäten an den geplanten Gruppenräumen oder im Keller verzichten könnte, erklärte Würfel, dass diese dringend gebraucht würden. In den Gruppenräumen müsste man bei Verzicht auf Lagerräume Einbauschränke planen, sodass unterm Strich keine Ersparnis bleibe.

In der neuen Kita soll täglich frisches Essen zubereitet werden. Das war nicht nur der Wunsch der AWO, sondern auch einer der Gründe für den Bruckmühler Gemeinderat, sich für diesen Träger zu entscheiden. Damit das möglich wird, bekommt die neue Einrichtung eine modern ausgestattete Kochküche. Diese braucht 150 Quadratmeter Raum. Trotz der gestiegenen Kosten für das Gesamtprojekt hält der Gemeinderat daran fest: mit einem 15:3-Entscheid. Neben der Küche entsteht ein Speiseraum für zwei Gruppen.

Die klimafreundliche Holzbauweise wurde aufgrund der Kosten mit 4:14 Stimmen abgelehnt. Der Rat entschied sich (15:3) für einen Massivbau sowie die Verringerung der Gruppen- und Schlafraumgrößen, der Geschosshöhe und der Gebäudelänge. Dadurch wird mit Kosten von etwa 14 Millionen Euro gerechnet. Wie hoch die staatliche Förderquote sein wird, ist noch nicht klar. Die Planer gehen davon aus, dass die Regierung Oberbayerns höchstens fünf Millionen Euro dazugeben könnte.

„Die Kostendynamik am Bau ist schwer zu verkraften, aber wir haben die Pflicht zu bauen und dürfen keine Zeit verlieren“, betonte Georg Ziegltrum (CSU/PW). Bürgermeister Richard Richter (CSU/PW) ergänzte, dass es eine Pflichtaufgabe der Marktgemeinde sei, ausreichend Kita-Plätze zu schaffen. Der Rat billigte die Vorentwurfsplanung und beauftragte die Bayerngrund GmbH und die Planer mit der nächsten Phase, der Entwurfsplanung.

Energie aus Sonne und Grundwasser

Die Energieversorgung ist als Kombination aus Photovoltaik und Grundwasser- oder Luftwärmepumpen geplant. Bohrungen sollen ergeben, ob eine Grundwasserwärmepumpe überhaupt möglich ist. Aufgrund der Hochwassersituation in diesem Bereich wird der Keller als wasserdichte Wanne ausgeführt, zudem sind wasserdichte Fenster erforderlich. Gruppen- und Schlafräume sowie Räume für Therapeuten und Entspannung werden barrierefrei sein und ermöglichen eine multifunktionale Nutzung. Im Hol- und Bringbereich entstehen 16 Stellplätze für die Eltern, weitere 14 für das Personal sind am Wimmerweg vorgesehen. Zudem sind 35 Fahrradstellplätze geplant.

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