Gezeigt werden Bilder von Elisabeth und Johannes Segieth

Vernissage in der Galerie Bruckmühl

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Bruckmühl - Die neue Vernissage in der Galerie Markt steht unter dem Namen "Zweiklang". Bei der Ausstellung vom 6. Dezember bis 10. Jannuar werden Bilder von Elisabeth und Johannes Segieth gezeigt.

Informationen zu den Künstlern

Über sechs Jahrzehnte lebten sie zusammen, malten und zeichneten in ihren Ateliers in München Schwabing und am Samerberg Tür an Tür, liebten es, zu reisen, suchten die Auseinandersetzung mit der Vielfalt kulturellen Lebens weltweit und nahmen regen Anteil an der Entwicklung ihrer Zeit. Doch trotz dieses Einklangs und der gelebten Balance zwischen Offenheit und innerer Notwendigkeit, stellten sich in ihrem Oeuvre nie Gleichklang ein, denn ein jeder verstand es, seine Individualität zu wahren, nahm die Welt auf seine Weise wahr und ging künstlerisch eigene Wege: Die Rede ist von dem Künstlerpaar Elizabeth (1926-2009) und Johannes Segieth (1922-2007). 

Ihr spannungsreiches Mit- und Nebeneinander im Zeitraum von 1950 bis Ende der 1990er Jahre ist nun Thema eine Ausstellung.  Eigen- und wiederständig waren Elisabeth und Johannes Segieth als Maler von Anfang an. 

Darstellungsweise der Bilder:

Denn weder ihre Lehrer an der Münchner Akademie prägen ihr Schaffen nachhaltig, noch schließen sich beide dem Mainstream Abstraktion an, die in der westlichen Welt nach 1945 die Kunstszene dominierte. Elisabeth wird bis in ihr Spätwerk dem Gegenstand verhaftet bleiben. 

Johannes‘ Bildsprache entwickelt sich jedoch ab Mitte der 1970er Jahre in Richtung Abstraktion. Die Bilder der 1950er und frühen 1960er Jahre spiegeln die Aufbruchsstimmung der Nachkriegszeit wider. Das Thema "Ausblick" wird von beiden Malern thematisiert. Johannes greift anfänglich zu kräftigen, kontrastierenden Farben, die plan und flächig daherkommen. Bald aber wird seine Palette licht und hell, und locker hingeschriebene Pinselstriche, Punkte und Linien beschreiben offene Bildräume. 

Elisabeth entwickelt von Beginn an eine tonige, aus der Abwägung von warmen und kalten Farben entwickelte Malkultur und moduliert ihre Landschaften durch fein abgestimmte Farbfelder, die Mitte der 1960er Jahre zu kleinteiligeren, farbintensiveren Flecken mit unruhiger Handschrift mutieren. Das Licht des Südens, erfahren auf Reisen durch Italien, Südfrankreich und Griechenland wird beiden Malern zum großen Erlebnis. 

Beide Künstler waren aber keine Freilichtmaler. Sie schöpfen vorwiegend aus Erinnerung und Vorstellungskraft. Erlebtes und Erfahrenes wird im Arbeitsprozess verdichtet, konzentriert und sublimiert. 

Von Elisabeth Segieth sind jedoch Skizzen erhalten, die einige ihrer Kompositionen vorbereiten. Ab 1958 verzweigt sich Johannes Segieths Werk: Er gestaltet Ausstellungen und avanciert zum international ausgezeichneten Pionier des Asstellungsdesigns. 

Projekte und Ausstellungen von Herrn Segith:

Insgesamt hat er über 300 Ausstellungen und Museumseinrichtungen sowie Dutzende öffentliche Projekte , etwa die visuelle Gestaltung des U-Bahnhofs Königsplatz in München (1979/1990), realisiert, wie sein Nachlass im Bayerischen Hauptstaatsarchiv dokumentiert.

Vor allem mit der Einrichtung des Dokumentationszentrums der KZ Gedenkstätte Dachau (1965) und den Inszenierungen der großen Schauen im Haus der Kunst in München wie "Tutanchamun" (1980/81), "Nofretete Echnaton" (1976/77), "Shogun" (1984), "Das Automobil in der Kunst" (1986) und "Afrikanische Kunst aus der Sammlung Barbier-Mueller" (1989) setzte er neue Maßstäbe. Und auch hier in der Region war er tätig: Unter anderem gewannen die Ausstellungen "Die Bajuwaren" (1988) und "Der Inn" (1989) im Lokschuppen Rosenheim durch Johannes Segieth ihre prägnante Gestalt, auch das Museum Torhalle auf Frauenchiemsee (1979-1981). 

Neue Stilrichtungen für das Paar:

Malen war von da an für Johannes Segieth nur mehr ein sporadischer Akt, aber umso wichtiger, um sich auszutarieren und auf sich zu besinnen: Arbeit im eigenen Auftrag, frei und ohne die Zwänge des Ausstellungsgetriebes. 

In den 1990er Jahren entstehen vibrierende und doch meditative Bilder wie "Sternenwelten" und "Empfindung Gelb".  Und auch Elisabeth Segieth schlägt Mitte der 1960er Jahre einen neuen Weg ein: sie verabschiedet sich von der Malerei und findet in der großformatigen Bleistift- und Graphitzeichnung ihr neues Medium. Sie tritt nun nah an die Sujets heran, zeichnet monumentale Köpfe, weibliche Akte und Torsi, erodierte und zerstörte Fragmente antiker Architekturen, gestürzte Bäume, eine Wolke, die sich vor einen Berg schiebt. Sie bleibt in ihrer Welt. Und auch ihr Duktus ist weiterhin malerisch. Denn nicht der Fluss der Linie bestimmen ihre Zeichnung, sondern kurzrhythmische Schraffuren und Strichlagen. Der weiße Grund des Papiers ist dabei ihr Rohling, aus dem sie den Gegenstand herausarbeitet, formt und modelliert. In langwierigen und kraftraubenden Arbeitsprozessen geht sie mit tausenden von Bleistiftstrichen gegen das weiße Nichts an, verleiht ihren Vorstellungen Gestalt. 

Termine der Veranstaltung:

Die Vernissage findet am Sonntag, 6. Dezember um 11 Uhr in der Galerie Markt Bruckmühl statt . Dazu spielt Hans Maier auf einem mitteltönig gestimmten Akkordeon Werke von G. Frescobaldi (1583-1643) und Nicolaus Brass (1949). 

Dauer der Ausstellung: 6. Dezember 2015 bis 10. Januar 2016

Öffnungszeiten: Mittwochs 14 Uhr bis 18 Uhr, Samstags und Sonntags 11 Uhr bis 18 Uhr. 

Zur Ausstellung wird ein Katalog mit zahlreichen Abbildungen in Farbe angeboten zum Preis von zehn Euro.

Pressemeldung Galerie Markt Bruckmühl

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