Pressemeldung Bruckmühler Bündnis Artenvielfalt

"Biene, Hummel und Co.": Zahlreiche Besucher beim Vortrag zum Volksbegehren

Von links: Christine Mehlo-Plath vom Bruckmühler Bündnis Artenvielfalt (ÖDP), Ludwig Maier (ÖDP), Monika Kuchler, Umweltreferentin (SPD), Sepp Hermannn vom Bienenlehrpfad Kleinhöhenrain.

Bruckmühl - „Biene, Hummel und Co.“ hieß der Vortrag von Sepp Hermann, der zum Start des Volksbegehrens „Stoppt das Artensterben - Rettet die Bienen“ beim Brückenwirt gehalten wurde. Eingeladen hatte das Aktionsbündnis.

„Biene, Hummel und Co.“ hieß der Vortrag von Sepp Hermann, der zum Start des Volksbegehrens „Stoppt das Artensterben- Rettet die Bienen“ beim Brückenwirt gehalten wurde. Eingeladen hatte das Bruckmühler Aktionsbündnis. Christine Mehlo-Plath, Kreisrätin und Bündnissprecherin für Bruckmühl begrüßte die ca. 150 Gäste im Saal und moderierte die teils heftige Diskussion am Ende der Veranstaltung. Bürgermeister Richter sprach ein Grußwort. 

"Erst stirbt die Biene, dann der Mensch"

Sepp Hermann vom Bienenlehrpfad Kleinhöhenrain verdeutlichte mit humorvollen Einlagen, wie wichtig die Bestäubungsinsekten für Natur und Landwirtschaft und wie bedeutend die Bienenprodukte für unsere Gesundheit sind. Kostproben hatte er gleich mitgebracht. Hermann betonte, dass 80 Prozent aller Nutzpflanzen von Insekten bestäubt werden

Er zitierte Einstein: "Erst stirbt die Biene, dann der Mensch. Tatsächlich bilden Pflanzen im fünften Jahr keine Samen mehr aus, wenn sie vier Jahre zuvor nicht mehr bestäubt wurden“, so Hermann. Blütenstaub sei außerdem sehr wichtig für die Bodenfruchtbarkeit. Wir sollten es nicht so weit kommen lassen wie in China, wo teilweise die Blüten mit Menschenhand bestäubt werden müssen, appellierte er zum Schluss seiner Ausführungen.

Bereits zahlreiche Unterstützer

Tatsächlich sind in Bayern 54 Prozent der Bienen bedroht oder bereits ausgestorben, 73 Prozent aller Tagfalter sind verschwunden. Dies bestätigte Ludwig Maier in seinem anschließenden Info-Vortrag über Inhalt und Beweggründe des von der ÖDP in die Wege geleiteten Volksbegehrens. Die Zulassungshürde wurde Anfang November 2018 mit großem Erfolg genommen, da den Sommer über 94.700 Unterschriften gesammelt wurden. 

Das eigentliche Volksbegehren stellt die zweite und weitaus schwierigere Hürde dar, da jetzt innerhalb von zwei Wochen eine Million Bürger ins Rathaus gehen müssen. Nach mindestens zehn Prozent Befürwortern kommt es innerhalb eines halben Jahres zum Volksentscheid, wobei die Regierung einen Gegenentwurf abstimmen lassen kann. Inhaltlich geht es um eine Ausweitung des bayerischen Naturschutzgesetzes, um den Artenschwund bei Insekten, Vögeln, Schmetterlingen und Fischen in Bayern zu stoppen.

Gesetzesänderung bewirke neue Fördermaßnahmen

Einige Landwirte äußerten ihren Unmut, da sie sich als alleinige Leidtragende des Volksbegehrens sehen und darin keine Entschädigungszahlungen festgelegt sind. Maier entgegnete, dass kein Volksbegehren in die Finanzhoheit des Staatshaushalts eingreifen und sich immer nur mit einem Gesetz befassen darf. Doch eine neue Gesetzeslage ziehe auch neue Fördermaßnahmen nach sich, da zeigte er sich sehr zuversichtlich. Die Gesetzesänderung sei zwar eine verpflichtende Zielvorgabe an die Regierung. Die Umsetzung könne aber nicht ohne weitere Maßnahmen und Entschädigungen an die Landwirte funktionieren. 

Im Nachbarland Österreich sei dies bereits geglückt und knapp 30 Prozent Bioanbau bereits umgesetzt. Dieses Ziel soll nach Vorgabe des Volksbegehrens in Bayern bis 2030 auch erreicht werden. Außerdem fordert Nebenerwerbslandwirt Maier als agrarpolitischer Sprecher der ÖDP eine Deckelung der Agrarsubventionen zugunsten der kleinen und mittleren Familienbetriebe. „Wir Bauern sind nicht an allem Schuld, sondern wir sind auch Leidtragende einer verfehlten Agrarpolitik“, sagte er zu den aufgebrachten Landwirten, die die Diskussion zu dominieren versuchten.

Pressemeldung Bruckmühler Bündnis Artenvielfalt

Quelle: mangfall24.de

Zurück zur Übersicht: Bruckmühl

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser

MEHR AUS DEM RESSORT