Der Gemeinderat hat abgestimmt

Was passiert mit dem Heufelder Bahnhof?

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Bruckmühl - Drei Vorschläge für den Umbau des Heufelder Bahnhofs wurden am Donnerstag im Gemeinderat vorgestellt. Eine Variante wurde schließlich mit 16:3 Stimmen angenommen.

Nach längerer Diskussion in der Gemeinderatssitzung vom 19. November im Bruckmühler Rathaus wurde über den Bahnhaltepunkt Heufeld schließlich entschieden.

Florian Liese vom Bayerischen Staatsministerium des Inneren für Bau und Verkehr und Herbert Kölbl von der DB Station&Service AG stellten im Vorfeld drei Varianten für den Um- und Ausbau des Haltepunktes vor:

Variante eins: 

Diese Variante sieht die Nutzung des Bahnsteigs an Gleis eins als Regelbahnsteig vor. Das würde einen Umbau des Gleises eins zum durchgehenden Hauptgleis bedingen. Kostenpunkt läge im oberen einstelligen Millionenbereich zwischen geschätzt sechs bis neun Millionen Euro. Der Vorschlag wurde von den Vertretern Liese und Kölbl jedoch nicht näher betrachtet.

Variante zwei:

Der zweite Vorschlag sieht einen 5,40 Meter breiten Mittelbahnsteig zwischen Gleis eins und zwei vor. Dies bedingt einige Probleme: Im westlichen Bereich müsste in Fremdgrund eingegriffen werden und diverse Anlagen im Bereich des Empfangsgebäudes müssten verlegt werden und der Bestandsschutz der Unterführung würde verloren gehen. Die Barrierefreiheit könnte nur durch Aufzüge geschaffen werden. Kostenpunkt: 5,8 Millionen Euro

Variante 3:

Die von den Vertretern des Innenministeriums und der DB gewählte Variante sieht einen Außenbahnsteig vor. Die Begründungen waren: Es ist kein Eingriff in die signaltechnischen Einrichtungen erforderlich und somit würde der Bestandsschutz in diesem Bereich erhalten bleiben. Die Barrierefreiheit würde durch einen Rampenanschluss gewährleistet werden und es gäbe kein Risiko mit defekten Aufzügen. Außerdem würde der Bahnsteigzugang höhengleich mit dem Zug werden. Desweiteren sei diese Lösung mit Kosten von rund 1,2 Millionen am wirtschaftlichsten. Die Finanzierung sei vom Bund gesichert.

Hitzige Diskussion

Liese betonte im Anschluss: "Es geht hier klar um den Bahnhof Heufeld als Punkt, dieser ist aber als Baustein der gesamten Strecke zu sehen."

Einwände kamen unter anderem von Gemeinderätin Anna Wallner. Da der Bahnsteig auf der Nordseite bei dieser Variante nicht barrierefrei wäre, 90-95 Prozent der Fahrgäste aber von Norden kommen, würde sich die aktuelle Situation der Fahrgäste enorm verschlechtern. Die von Norden kommenden Gäste müssten dann immer die "greislige, stinkende Unterführung" nutzen. Vor allem für Frauen bedeute das ein höheres Sicherheitsrisiko.

Auch Gemeinderat Stefan Mager sah das ähnlich: "Diese Lösung ist für viele Menschen wie Müttern mit Kinderwägen oder körperlich eingeschränkte Personen nicht vertretbar, da keine Barrierefreiheit besteht."

Liese reagierte auf die Einwände, dass er die Situation mit der Unterführung verstehen könne, es ihm aber an einem Lösungsansatz fehle. Der Bund habe für die Finanzierung einer barrierefreien Unterführung die Untergrenze von 1.000 Fahrgästen täglich angesetzt, dies könne Heufeld mit etwa 400 Fahrgästen nicht erfüllen. Eine Lösung müsse jedoch her, denn wenn man bis 2018 nichts mache, dann werde die 30-Minuten-Taktung der Mangfalltalbahn eingeführt, könne das zur Folge haben,dass vereinzelte Züge dann in Heufeld eventuell nicht mehr halten würden. Dies zeige sich jedoch erst zu gegebener Zeit.

Liese ging auch auf die Vorteile der vorgeschlagene Variante ein: Eine  Verbesserung z.B. wäre die ebenerdige Einstiegsmöglichkeit, die aktuell mit einem Höhenunterschied von 56 cm nicht gegeben sei.

Entscheidung gefallen

Nach der ausführlichen Diskussion stimmte der Gemeinderat mit 16:3 Stimmen für die vorgeschlagene Variante drei. Der neue Bahnhaltepunkt Heufeld wird somit voraussichtlich 2018 kommen.

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