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Schützengesellschaft Edelweiß

Schützen freuen sich schon auf Keller der „Bruckmühler Kulturmühle“

Genau gezielt wird im aktuellen Schießstand in der „Göttinger Alm“. Bernd Seitz, Wolfram Eichelberger, Brigitte Pfeffer und Roland Kielblock (von links) legen an. Von hinten beobachten (von links) Wolfgang Zißler, Franz Bauer und Erwin Kotisch das Geschehen.
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Genau gezielt wird im aktuellen Schießstand in der „Göttinger Alm“. Bernd Seitz, Wolfram Eichelberger, Brigitte Pfeffer und Roland Kielblock (von links) legen an. Von hinten beobachten (von links) Wolfgang Zißler, Franz Bauer und Erwin Kotisch das Geschehen.

Die Verträge sind gemacht. Der Marktausschuss hat zugestimmt. Die Zukunft der „Schützengesellschaft Edelweiß“ im neuen Bürger- und Kulturhaus „Kulturmühle“ ist besiegelt: Hier entsteht gerade ein moderner Schießstand.

Bruckmühl – Die Schützengesellschaft gehört zu den ältesten Vereinen in der Marktgemeinde. Die Gründungsversammlung fand im Jahr 1926 im damaligen Gasthof „Strangl“ – dem späteren „Brückenwirt“ – statt. Knapp 15 Jahre später, im Jahr 1940, wurde der Vereinsbetrieb jäh unterbrochen: Im Dritten Reich mussten Schützenvereine auf Weisung der NS-Machthaber ihre Tätigkeit einstellen.

Neugründung im Jahr 1951

Aus den ersten 15 Jahren ist nach Aussage des Vorsitzenden – bei Schützenvereinen heißt diese Position „Erster Schützenmeister“ – Wolfram Eichelberger keine Vereinschronik vorhanden. Es ist allerdings per Bildmaterial überliefert, dass 1938 eine Vereinsfahne eingeweiht wurde. Im Dezember 1951 unternahm der Verein – wieder im Gasthof „Strangl“ – mit neun Vorkriegsmitgliedern seinen Nachkriegs-Neustart. Glücklicherweise konnten trotz der Kriegswirren die Vereinsfahne, die Schützenkette und die Blatt-Teilungsmaschine gerettet werden.

Das Foto von der Fahnenweihe von 1938 ist eines der wenigen Dokumente aus den ersten 15 Jahren der Schützengesellschaft „Edelweiß“.

Bei der Entscheidung, ob künftig mit Zimmerstutzen oder Luftgewehr geschossen werden solle, sprach sich die Versammlung einstimmig für den Zimmerstutzen aus. Bei der wenige Tage später einberufenen Generalversammlung wurde Franz Ewald zum Ersten Schützenmeister gewählt. In den Folgejahren entwickelte sich ein reges Vereinsleben, das über die internen Schießabende und Wettkämpfe mit anderen Schützenvereinen weit hinausging. Es wurden unter anderem Faschingsbälle veranstaltet, Ausflüge durchgeführt und am Fronleichnamstag traf man sich zum Weißwurstessen. Später gab es auch gemeinsame Theaterbesuche und die „Edelweiß“-Schützen machten beim Trachtenumzug zum Münchener Oktoberfest-Auftakt mit.

Schießstand-Odyssee

Auf Vorschlag von Johann Gigglinger und Karl Steininger wurde 1972 die Marktmeisterschaft der Schützenvereine aus der Taufe gehoben. 1974 wechselte der Verein vom „Brückenwirt“ zum Schießstand im damaligen „Hackerstüberl“ (heute „Poseidon“) in Sonnenwiechs. Im Laufe der Jahre stiegen die Schießsportler vom Zimmerstutzen auf Luftgewehr und Luftpistole um. In den 1990er-Jahren gab es auch eine reine Frauenmannschaft. 1997 wählten die Schützen als ihr Vereinslokal die Bahnhofsgaststätte, die bis zu ihrer Schließung im Jahr 2015 ihre Heimat blieb.

Danach begann eine „Schießstand-Odyssee“, die unter anderem leider auch mit einem Rückgang der Aktiven, insbesondere im Nachwuchsbereich, verbunden war. Mangels eigener Schießanlage gastierten die „Edelweiß“-Schützen bei Vereinen in Högling und Vagen. Derzeit teilen sie sich den Schießstand in der „Göttinger Alm“ mit den Waither „Schützen“.

Umso mehr freuen sich die Aktiven natürlich auf den neuen modernen Schießstand in der „Kulturmühle“, der ihnen ab Oktober zusammen mit den „Freischützen“ zur Verfügung steht. „Dort können wir wieder einen regelmäßigen Schießbetrieb an einem festen Ort aufnehmen und vielleicht Jugendliche für den Schießsport begeistern“, hofft der „Edelweiß“-Chef. Die „Gewehr“-Sparte des Vereins zählt derzeit 43 Mitglieder, davon zehn aktive Schützen.

Finanzieller Kraftakt für den Verein

Doch der Einzug in die neuen Räumlichkeiten ist auch mit einem Wermutstropfen verbunden – einer Kostenbeteiligung der Vereine in Höhe von insgesamt 35 000 Euro. Aus dem Gemeindesäckel werden zwar 10 000 Euro beigesteuert und von der Sportförderung gibt es 7000 Euro. Doch das Aufbringen des Restbetrags stellt die aktuelle Vorstandschaft – bestehend aus Wolfram Eichelberger, seinem Stellvertreter Walter Hohlweg, Kassier Brigitte Pfeffer und Schriftführer Roland Kielblock – vor arge finanzielle Probleme. „Wir hoffen auf Spenden aus der Bevölkerung“, sagt der Erste Schützenmeisters.

Die Vorstandschaft hat zusammen mit der Bogensparte ein „Crowdfunding“-Projekt gestartet. Nähere Einzelheiten dazu finden sich online unter www.viele-schaffen-mehr.de/projekte, unter der Postleitzahl 83052 und Projekt „Neuer Schießstand mit Gemeinschaftsraum…“.

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