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Ausstellung in der Galerie Markt Bruckmühl

Radierung, Kohle und Objekte: Vernissage am 28. Januar

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Bruckmühl - Am Sonntag, den 28. Januar findet die Vernissage der Ausstellungen „Raimund Reiter - Radierung und Kohle“ und „Walter Weer - Objekt“ in der Galerie Markt Bruckmühl statt.

Am Sonntag, den 28. Januar lädt die Galerie Markt Bruckmühl zur Eröffnung der Ausstellungen „Raimund Reiter - Radierung und Kohle“ und „Walter Weer - Objekt“ ein. Die Vernissage beginnt um 11 Uhr, die Galerieleiterin Cornelia Ahrens gibt eine kurze Einführung.

Walter Weer, geboren 1941 in Wien, absolvierte ein naturwissenschaftliches Studium an der Universität Wien und studierte zudem an der Hochschule für Angewandte Kunst in Wien. Nach dem Studium der Malerei (bei Prof. Wolfgang Hutter) erzielte er mit seinen Zeichnungen (kleine Schwimmerfiguren in riesigen Wasser-und Eismassen ausgesetzt) großen Erfolg. 

Kunstwerke aus Schnüren

Er wandte sich jedoch bald der Skulptur zu, zunächst nur aus Papier, bald auch zusätzlich mit Schnüren, Holz und Spachtelmasse. Aus Schachteln, Verpackung und gefundenen Materialen, die er auf seinen Reisen, auf der Straße, im Souk, auf Märkten in aller Welt, buchstäblich „aufsammelt“, entstehen ganz unterschiedliche Arbeiten, Wand- oder Rad-Objekte, mit Titeln wie „Bibliotheks-Rad“ oder „Das Rad der Blutsbrüder“ sowie Schnurgebilde. Aus Schnüren aller Art „knüpft“ der Künstler die von der Decke hängenden Reusen. 

Walter Weer geht es darum, mit einfachen Materialien Arbeiten zu schaffen, die zugleich in Konstruktion und Dekonstruktion stehen, also Objekte zwischen Anfang und Ende, zwischen Aufbau und Zerstörung - Gleichnis für unser Leben und den Zustand der Welt. Die ständige Veränderung wird sozusagen in Gestalt des Kunstwerks an einem Punkt angehalten. Es gibt nichts Vollkommenes und kein Ganzes, aber etwas ganz Einzigartiges. 

Schon in zahlreichen Ausstellungen zu sehen

Bei den Reusen entsteht zugleich die Möglichkeit des Durchblickens, aber auch das Gefühl des Gefangenseins. Transparenz und Gefahr, Neugierde und Bedrohung. Bei Lichteinwirkung in den Raum werden diese durch Schatten zusätzlich verändert und potenziert. Die Schnurgebilde, die Titel tragen wie „Babylon“, „Verstummen“ oder „gefährdetes Gebäude“ sind Zeichnungen im Raum, gleichzeitig selbst Räume, entstanden aus Kartonresten, Papierfetzen, Farbschichten und Schnüren. 

Seit 1975 waren die Arbeiten von Walter Weer schon in über 100 Einzelausstellungen z. B. in Wien, Mailand, Budapest, Rom oder New York sowie zahllosen Gruppenausstellungen zu sehen. Der Künstler hatte 195/96 eine Gastprofessur an der Hochschule der Bildenden Künste in Budapest inne und wurde u. a. mit dem Österreichischen Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst ausgezeichnet. Er lebt und arbeitet in Wien.

Vom Lehrer zum Künstler

Raimund Reiter, geboren 1950 in Eichendorf, absolvierte eine Ausbildung zum Dipl. Betriebswirt und zum Volksschullehrer. Diesen Beruf übte er auch lange Jahre an verschiedenen Schulen aus. Als Maler und Grafiker ist er Autodidakt. 1984 richtete er ein druckgrafisches Atelier in der Nähe von Landshut ein. 

Im Zentrum seines künstlerischen Schaffens steht für ihn die Kernfrage: Wo ist Licht und wo ist kein Licht? Fast nirgends mehr gibt es vollständige Dunkelheit, die Lichtverschmutzung lässt unsere Welt mehr oder minder diffus im Halbdunkel erscheinen. Dies spiegelt sich in seinen Bildern, von der Natur inspiriert, wider; es entstehen atmosphärische Stimmungen, genau ausbalanciert im Zusammenspiel von Schwarz und Weiß. 

"Licht entsteht, wo die Finsternis weicht"

Ines Kohl beschreibt dieses Schwarz-Weiß-Spiel des Künstlers so: „Bei Reiter ist Schwarz mehr als ein Nichts, es ist die Farbe der Finsternis. Licht entsteht, wo die Finsternis weicht. Schwarz erst bringt das Licht zum Leuchten. Schwarz ist hier wohl Dunkelheit, steht aber als Farbe mit eigenem Wert und vorrangiger Bedeutung.“ 

Das Schwarz in den Arbeiten von Raimund Reiter ist aber keineswegs kalt oder hart; die Arbeiten haben einen geradezu textilen Anschein, die Farbe wirkt weich, fast samtig. Diese Effekte entstehen durch einen mehrfachen Druckprozess, bei dem mehrere, teils auch farbige Platten, übereinander gedruckt werden, oder dieselbe Platte gedreht mehrmals verwendet wird. Daraus ergeben sich Werke voller Leichtigkeit, Bewegung im Moment festgehalten. 

Die schwarze Kunst

Neben den „dunklen“ Bildern zeigt die Galerie Markt Bruckmühl von Raimund Reiter auch Serien lichterner Ätzradierungen. Die feingliedrigen Liniengewebe aus geätzten, linearen Strichfolgen konkurrieren mit den dominanten unregelmäßigen Kaltnadeleinsätzen und mit transparenten, luftigen Flächenätzungen. Während die Aquatinta-Radierungen und die Kohlearbeiten fast malerische Eindrücke vermitteln, sind diese Arbeiten streng grafisch angelegt, aber auch hier gilt s/w - die schwarze Kunst. 

Seit 1983 sind Arbeiten von Raimund Reiter in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland zu sehen. Er war „Artist in Residence in Klenova (Tschechien), in Nykarleby (Finnland) und in Pujols (Frankreich). Raimund Reiter lebt und arbeitet in Landshut.

Die Ausstellung läuft noch bis einschließlich 4. März und kann jeweils mittwochs von 14 bis 18 Uhr, sowie samstags und sonntags von 11 bis 18 Uhr besucht werden.

Pressemeldung Galerie Markt Bruckmühl

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