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Testlabor Schule

Was bringen Luftfilter wirklich? Nachgefragt in den Bruckmühler Grundschulen

Mobile Luftfiltergeräte gehören seit November zur Ausstattung der Klassenzimmer an den Bruckmühler Grundschulen. Ob und wie sie sich auf das Infektionsgeschehen auswirken, lässt sich nicht ermitteln.
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Mobile Luftfiltergeräte gehören seit November zur Ausstattung der Klassenzimmer an den Bruckmühler Grundschulen. Ob und wie sie sich auf das Infektionsgeschehen auswirken, lässt sich nicht ermitteln.

Mobile Luftfiltergeräte an den Schulen sollen die Kinder vor Corona-Infektionen schützen. Vor einem Jahr wurde darüber noch heftig gestritten. Nicht alle Kommunen haben investiert, die Marktgemeinde Bruckmühl aber schon: 111 000 Euro. Doch bringen die Geräte überhaupt etwas?

Bruckmühl – Am Wochenende sollen alle Masken fallen. Ab Montag dürfen sich auch die Schüler wieder frei bewegen. Zwar wird vom Bayerischen Kultusministerium nachdrücklich empfohlen, die Masken zu tragen, Pflicht ist es aber nicht mehr. Wie sich das auf die Corona-Inzidenzen auswirken wird? Die Schulen sind dafür schon seit zwei Wochen „Testlabore“, denn die Masken sind hier schon am 21. März gefallen.

Corona-Infektionen sind nicht explodiert

„Die Maskenbefreiung galt bislang aber nur am Platz und im Freien“, erklärt Birgit Splett, die Rektorin der Holnstainer Grundschule : „An der Tafel, beim Stationen-Training oder im Schulhaus mussten sie nach wie vor getragen werden.“

Die Corona-Lage habe sich nicht verändert. Es gebe immer wieder Kinder, die aufgrund positiver Tests zu Hause bleiben müssten. „Zum Glück haben wir es bisher aber geschafft, noch keine komplette Klasse in Quarantäne schicken zu müssen“, so die Rektorin.

Schüler werden in Bayern in der Regel dreimal pro Woche getestet. Bei positiven Ergebnissen greift in der Klasse ein intensiviertes Testregime, das heißt mindestens am ersten und am fünften Tag führen die Schulkinder zusätzlich in der Schule einen Selbsttest durch.

Die Grundschulen der Marktgemeinde Bruckmühl wurden im November mit mobilen Luftfiltern als zusätzlichem Schutz vor Corona-Infektionen ausgestattet. Die Kosten dafür belaufen sich auf 111 000 Euro. Knapp die Hälfte – 56 000 Euro – hat die Marktgemeinde allein geschultert.

In diesem Jahr sollen nun auch noch dezentrale Lüftungsanlagen zur dauerhaften Verbesserung der Luftqualität in den Klassenzimmern eingebaut werden. Die Gesamtkosten dafür werden auf 1,035 Millionen Euro geschätzt. Dafür soll es einen Zuschuss von 828 000 Euro vom Bund geben. Die Marktgemeinde müsste 207 000 Euro aufbringen.

Ob die Luftfilter etwas am Infektionsgeschehen geändert hätten, wollte der Marktgemeinderat schon nach einer Testphase von zwei Monaten wissen? Doch die Schulleiter können dazu keine seriösen Aussagen machen. Auch lässt sich nicht sagen, ob die Infektionszahlen ohne die Geräte eventuell höher gewesen wären. „Wir haben aber beobachtet, dass seit Frühjahr 2020 die Anzahl der Schüler-Krankmeldungen grundsätzlich geringer geworden ist. Gründe dafür sehen wir in den Hygieneregeln: lüften, regelmäßig Hände waschen, Maske tragen“, beschreibt Birgit Splett ihre Erfahrungen.

Seit dem 21. März dürfen die Schüler wieder ohne Masken am Unterricht teilnehmen. Sind die Inzidenzen dadurch in den vergangenen zwei Wochen explodiert? „Nein“, stellt Arabella Quiram, die Rektorin der Grund- und Mittelschule Heufeld fest. Ein Blick in die aktuelle Statistik sagt aus: Zwölf Prozent der 252 Grundschüler fehlen krankheitsbedingt. Doch neben Corona spielen dabei vor allem „normale“ Erkrankungen eine Rolle: Von 30 Grundschülern wurden 13 wegen einer Coronainfektion vom Unterricht abgemeldet. Weitere 17 – das sind 57 Prozent – waren „einfach“ krank.

Ähnlich ist die Situation an der Heufelder Mittelschule. Von 224 Schülern fehlen aktuell 28 – 12,5 Prozent. 16 Kinder und Jugendliche (57 Prozent) sind „normal“ krank, weitere zwölf wurden positiv auf Corona getestet.

Geräte sind ein Baustein der Hygiene

Lässt sich daraus nun der Schluss ziehen, dass die Anschaffung der mobilen Luftfilter umsonst war? Eine Antwort auf diese Frage wäre Spekulation. Fakt ist dagegen: „Eltern und Lehrer haben den Einsatz der Geräte äußerst positiv und als einen weiteren Baustein im täglich Hygieneschutz aufgenommen“, berichtet Splett: „Die Kinder nehmen die Anwesenheit der Geräte unaufgeregt zur Kenntnis.“ Auch seien die Luftfilter kein störendes Element in den Klassen, sondern fügten sich in Optik und Größe gut in die Räumlichkeiten ein. Die Bedienung sei einfach und der Geräuschpegel während des Unterrichts unauffällig. Ein durchweg positives Feedback also von jenen, für die die mobilen Luftfilter gedacht sind.

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