Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Keine Mehrheit für die Eltern

Bruckmühler Gemeinderat lehnt Ausstattung der Grundschulen mit Luftfilteranlagen ab

Fenster auf und lüften, lüften, lüften – diese Maxime gilt auch weiterhin für den Klassenraum der 4b und für alle anderen Klassen der Justus-von-Liebig-Grundschule und der Holnstainer Grundschule Bruckmühl.
+
Fenster auf und lüften, lüften, lüften – diese Maxime gilt auch weiterhin für den Klassenraum der 4b und für alle anderen Klassen der Justus-von-Liebig-Grundschule und der Holnstainer Grundschule Bruckmühl.

Mit einem Mehrheitsentscheid von 15:8 Stimmen lehnte der Marktgemeinderat Bruckmühl die Anträge der Elternbeiräte der Holnstainer Grundschule und der Justus-von-Liebig Grundschule ab. Sie hatten die Ausstattung der beiden Schulen mit Luftfilteranlagen beantragt. Die Diskussion im Rat war kontrovers.

Bruckmühl – Eingangs der Beratung ging Richard Richter (CSU/PW),Bürgermeister der Marktgemeinde Bruckmühl, auf die Rahmenbedingungen ein. So liege die staatliche Förderung für die Beschaffung von mobilen Luftreinigungsgeräten bei maximal 50 Prozent.

Seine persönlichen Recherchen bei 26 Kommunen hätten ergeben, dass nur die über eine Beschaffung von Luftreinigungsgeräten nachdenken, deren Schulräume schlecht oder ungenügend zu belüften seien: „Andere erwägen dagegen die Beschaffung von CO2-Ampeln.“

Geräte bringen angeblich keine Vorteile

CSU/PW-Rätin Anna Wallner stütze sich bei der ablehnenden Haltung ihrer Fraktion auf die Aussagen der Unfallversicherung und des Umweltbundesamtes: „Es gibt keine Vorteile für Lehrer und Schüler, Wechselunterricht und Maskenpflicht bleiben. Die Luftreiniger wirken nur punktuell, auch muss weiter gelüftet werden, zudem sehen Teile der Lehrerschaft den Einsatz von Luftreinigern kritisch.“

Komplett anders bewertete dies SPD/PU-Sprecher Robert Niedermeier. Für ihn seien die Luftfilteranlagen durchaus wirksam. Seiner Ansicht nach könne mit mobilen Kleingeräten, die das minimale Geräuschlevel eines kleinen Kühlschranks hätten, eine deutliche Klimaverbesserung erzeugt werden: „Der Finanzaufwand ist für die Gemeinde aufgrund der staatlichen Zuschüsse überschaubar.“

Die Argumentation der CSU/PW-Fraktion kommentierte der Grünen-Rat Wolfgang Huber mit Kopfschütteln: „Die Elternbeiräte sind dafür, es gibt Zuschüsse, und der Gemeinderat ist dagegen? Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen.“ Die angeführten Stellungnahmen bewertete er als „nicht mehr aktuell“. Für ihn sei es das vordringlichste Ziel, dass die Kinder wieder in die Schule kommen.

Bürgermeister Richter kritisierte das Fehlen von staatlichen Weisungen für den Einsatz und Betrieb von Luftreinigern.

CSU/PW-Rat Michael Stahuber sah als zweifacher Vater von schulpflichtigen Kindern ebenfalls keinen einschneidenden Vorteil dieser Geräte, denn: „Sie sind nicht der Heilsbringer.“

Fraktionskollege Robert Plank legte seinen Fokus auf die hohe Kostenfrage der Wartung und Entsorgung der Geräte mit „Sondermüll-Charakter“. Josef Staudt (SPD/PU) wollte vor einer Entscheidung den finanziellen Aufwand für die Gemeinde durch die Verwaltung ermittelt haben.

Das könnte Sie auch interessieren: Berufsberatung in Corona-Zeiten: Erste Online-Messe für Schüler im Mangfalltal ein voller Erfolg (Plus-Artikel ovb-online.de)

Für Grünen-Rätin Dr. Monika Mager war die Sache klar: „Trotz allem Für und Wider müssen wir alles tun, damit die Situation besser wird. Wenn wir dazu die Möglichkeit haben, sollten wir sie nutzen.“

Dem widersprach Georg Oswald (BP). Nach seiner langen beruflichen Erfahrung seien Luftreiniger „Dreckschleudern“, die lediglich die Luft umwälzten und dazu noch einen hohen Wartungsaufwand nach sich zögen: „Lüften ist viel effektiver.“ Diese Argumentation wies Huber entschieden zurück. Er schätzte den technischen Aufwand aufgrund der Selbstreinigung der Geräte als minimal einund betonte: „Damit können wir relativ sicher fahren.“

Kein Rederecht für Elternvertreter

Für Bartholomäus Krapichler (CSU/PW) haben Filtersystem mehr Nach- als Vorteile, denn: „Die Geräte geben eher eine trügerische Sicherheit vor.“

Hans-Georg Dieterle vom Elternbeirat der Holstainer Grundschule drückte mit dem ein oder anderen emotionalen Zwischenruf seine Unzufriedenheit mit dem Verlauf der Diskussion aus. Ein gewünschtes Rederecht bekam er allerdings nicht.

Am Ende entschied sich das Plenum mehrheitlich gegen die Anschaffung von Luftreinigungsgeräten für die Grundschulen in Bruckmühl und Heufeld. (re)

Kommentare