Kleine Lilly Maria erblickte das Licht der Welt

Coronakrise macht in Heufeld erfinderisch: Kindsbier per Videoanruf

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In Heufeld wurde der Brauch des Kindsbiers einfach virtuell veranstaltet. 

Bruckmühl - Die Geburt eines Babys ist etwas ganz besonderes. Nach der Geburt möchte man sein Familienglück mit Familie und mit Freunden teilen. Aufgrund der aktuellen Corona-Situation ist das derzeit aber nicht möglich. Doch die Not macht erfinderisch: 

Das Coronavirus hat Bayern fest im Griff. Tausende sind bereits mit dem Virus infiziert und auch die Zahl der Todesopfer im Freistaat steigt fast täglich an. Ministerpräsident Markus Söder hat am Freitag, 20. März, sogar eine weitreichende Ausgangsbeschränkung verkündet. Seit Samstag, 21. März, ist das Verlassen der eigenen Wohnung nur noch bei Vorliegen triftiger Gründe erlaubt. Der Besuch bei oder von Freuden ist derzeit also bis zum Freitag, 3. April, verboten. 


Das sind also auch schlechte Voraussetzungen für ein sogenanntes Kindsbier, auch als Wieslfest oder Babypinkeln bekannt. Am Mittwoch, 25. März, erblickte Lilly Maria um 11.19 Uhr im Krankenhaus Agatharied das Licht der Welt. Am liebsten würden Familie und Freunde nun also sofort ins Krankenhaus stürmen und die Kleine willkommen heißen. Doch persönlicher Kontakt ist in der jetzigen Situation nicht erlaubt. 

Kindsbier wird virtuell veranstaltet

Mike, der Onkel der kleinen Lilly Maria, wollte sich eines aber nicht nehmen lassen - und zwar das Kindsbier. Ein Umtrunk, der zeitnah (am besten noch am Tag der Geburt) mit meist männlichen Freunden, Bekannten und Nachbarn gefeiert wird. Somit wird der neue Erdenbürger gebührend auf der Welt begrüßt. Der Brauch soll nach Überlieferungen dem Neugeborenen nach der Geburt durch den Genuss der Getränke symbolisch beim Wasserlassen helfen, damit es keine Schmerzen erleidet. 


Aufgrund der aktuell geltenden Regeln veranstaltete Mike diesen Umtrunk einfach virtuell via einer App namens "House Party".

Diese acht Männer haben das Kindsbier einfach virtuell veranstaltet. (von oben links: Marinus, Alex, Michi, Christoph, Max, Tom (Vater), Maxi und Onkel Mike)

Nicht mal Lilly Marias Vater Thomas, Mikes Bruder, darf uneingeschränkt zu seiner Frau Mona und dem Baby, wie der frischgebackene Onkel gegenüber mangfall24.de berichtet. Lediglich für eine Stunde täglich darf Thomas die beiden im Krankenhaus besuchen kommen. 

Der feierliche Umtrunk ging laut dem stolzen Onkel Mike am Mittwoch von 19.30 Uhr bis 1 Uhr nachts. Das persönliche Kindsbier wird aber noch nachgeholt, wenn die Coronakrise überstanden ist und alle Lilly Maria und ihre Eltern Mona und Thomas in Heufeld besuchen können.

Die kleine Lilly Maria erblickte am 25. März 2020 das Licht der Welt. 

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jg/ics

Quelle: mangfall24.de

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