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+++ Eilmeldung +++

Schwerer Unfall auf Baustelle im Landkreis Landshut

Großeinsatz: 100 Meter lange Betondecke stürzt ein und verletzt wohl mehrere Personen

Großeinsatz: 100 Meter lange Betondecke stürzt ein und verletzt wohl mehrere Personen

245.000 Euro Zusatzkosten für 300 Tonnen illegalen Müll

Detektive im Einsatz: Immer wieder montags gibt’s in Bruckmühl Ärger mit dem Müll

So sieht Papiermüll aus – zumindest in Hichrichssegen. Beräumt wird der Sondermüll auf der Wertstoffinsel vom Landratsamt – auf Kosten der Gebührenzahler.
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So sieht Papiermüll aus – zumindest in Hichrichssegen. Beräumt wird der Sondermüll auf der Wertstoffinsel vom Landratsamt – auf Kosten der Gebührenzahler.

Es ist jede Woche das gleiche Spiel: Montags ist Bruckmühl zugemüllt. Wertstoffinseln und Papierkörbe sind voll mit illegal entsorgtem Abfall. Auch in den Naherholungsgebieten an der Mangfall und am Höglinger Weiher hinterlassen Mülltouristen ihre Spuren.

Bruckmühl – Immer wieder montags gibt es in der Marktgemeinde Bruckmühl Ärger mit dem Müll „Schlimmer ist es eigentlich nur in Kolbermoor“, sagt ein Mitarbeiter des Landratsamtes, der am Montagmorgen die Container der Wertstoffinsel in Hinrichssegen abholt. Er beruhigt: „Keine Sorge. Da kommt noch unsere Putzabteilung, die auch den Sperrmüll entsorgt und hier saubermacht.“ Und wirklich: Eine Stunde später ist die Wertstoffinsel wieder ordentlich.

Bürger zahlen die Zeche

Im Landkreis sind es jährlich etwa 300 Tonnen Abfall, die an den 200 Wertstoffinseln unzulässig entsorgt werden. Die zusätzlichen Kosten belaufen sich auf 245 000 Euro. Umgelegt werden sie auf alle Gebührenzahler.

Das Bruckmühler Ordnungsamt fährt im Gemeindegebiet regelmäßig Streife. Finden sich auf dem Müll Hinweise auf den Verursacher, werden diese dem Landratsamt mitgeteilt: „Das Sachgebiet Abfallwirtschaft leitet dann Ordnungswidrigkeitsverfahren ein“, erklärt Ina Krug, Pressesprecherin des Landratsamtes.

Detektive haben Werstoffinseln schon überwacht

Jährlich sind es etwa 100 Verfahren. Auch Detektive hat die Behörde schon mit der Überwachung von Wertstoffinseln beauftragt.

Damit sich die Situation in Hinrichssegen verbessert, hat sich der Marktgemeinderat für eine Videoüberwachung entschieden. Diese soll nun installiert werden.

Großer Aufwand für eine saubere Gemeinde

Weiter geht die montägliche Erkundungsfahrt zum Höglinger Weiher. Es ist 8.30 Uhr – alles sauber. Die Mitarbeiter des Bruckmühler Bauhofes haben die Mülleimer am Naherholungs-Hotspot der Marktgemeinde schon entleert. Auch wenn noch keine Badesaison ist: Die Mülleimer waren wieder voll, so wie an jedem Montag.

Aktuelle Artikel und Nachrichten finden Sie in unserem Dossier zur Corona-Pandemie

Mit dem Restmüll aus privaten Hausmüll. Entsorgt nach der Devise: „Einer wird‘s schon wegräumen.“ Und es klappt. Die Marktgemeinde achtet auf Sauberkeit.

Styroporplatten an der Weihenlindener Straße: Der Wertstoffhof ist nur drei Kilometer entfernt.

Auch Styroporplatten – abgestellt neben einer Hundetoilette an der Weihenlindener Straße – holen die Bauhofmitarbeiter ab. Damit es schön ist in der Marktgemeinde.

Illegal Bauschutt vergraben

Ein Anruf geht ein: Ein Mitarbeiter des Bauamtes informiert, dass er einem Hinweis nachgeht, in den Filzen am Rande Bruckmühls sei illegal Bauschutt vergraben worden. Er fährt vor Ort, macht Fotos, recherchiert. Eine neue Seite des Müll-Montags in Bruckmühl.

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An der Mangfall hat der Sommer noch nicht begonnen. Doch an ihren Ufer zeigen sich schon jetzt die ersten Spuren. Im Bereich von Götting scheinen sie dauerhaft angelegt zu sein. Wer die Schranke an der Brücke Mühlenstraße passiert und flussabwärts am rechten Ufer der Mangfall entlangschlendert, kann es nicht übersehen: Grünschnitt, Kompost, Grill- und Feuerstellen, eine urige Cocktail-Bar aus Treibholz, beschaulich bunte Sitzecken.

Ein Komposthaufen am Ufer der Mangfall hat im Hochwasserschutzgebiet nichts zu suchen – auch wenn das Grundstück im Privatbesitz ist.

Doch hat all das im Bereich einer Hochwasserschutzanlage eigentlich etwas verloren? „Diese Flächen befinden sich bis zur Flussmitte im Privatbesitz der Uferanrainer“, klärt das Bruckmühler Ordnungsamt auf. „Wir haben hier keine Handhabe. Zuständig ist das Wasserwirtschaftsamt.“ Die montägliche Kontroll-Tour endet mit der Gewissheit, dass weder Freistaat, noch Landratsamt, noch Ordnungsamt der Vermüllung der Landschaft Herr werden können. Das haben nur allein die Bürger in der Hand.

Wasserseitig des Dammes sind Ablagerungen nicht erlaubt

Verantwortlich für den Hochwasserdamm entlang der Mangfall ist das Wasserwirtschaftsamt Rosenheim. Nach den Ablagerungen im Abflussquerschnitt befragt, erklärt der stellvertretende Leiter Andreas Holderer: „Solche Sachen haben wasserseitig des Dammes nichts zu suchen.“

Müllablagerungen am Damm. Da sie auf privatem Grund sind, kann keine Behörde eingreifen.

Aufgabe des Flussmeisters sei es nun, die Eigentümer daran zu erinnern, dass sie ihre Grundstücke im Hochwasserschutzgebiet nur in gewässerschutzverträglichem Rahmen nutzen dürfen. Und das bedeutet: „Der Abflussquerschnitt des Flusses muss frei von Müll, Kompostanlagen, Baumschnitt oder anderen Dingen sein“, betont Holderer.

Doch warum sind diese Hochwasserschutzbereiche nicht im Besitz des Freistaates? „Weil der Schutz des Eigentums eines der höchsten Güter ist“, erklärt Holderer. Zwar versuche der Freistaat bei der Planung neuer Hochwasserschutzanlagen, die Aufstandflächen von Deichen zu erwerben.

Auch am Mangfalldamm findet sich Müll

Das sei aber nicht in jedem Fall möglich. Unabhängig von den Eigentumsverhältnissen stehe der Freistaat und damit das Wasserwirtschaftsamt Rosenheim in der Verantwortung für die Unterhaltung der Mangfall als Gewässer erster Ordnung und für den Hochwasserschutz in diesem Bereich.

Diese urige Sitzecke an der Mangall könnte bei Hochwasser für andere flussabwärts zur Gefahr werden.

Auch luftseitig des Dammes, also auf der Seite zum Land hin, sind Müllablagerungen zu finden. Nicht nur auf Grundstücken in der direkten Nachbarschaft von gepflegten Anwesen. Auch weit nach der Göttinger Bebauung, inmitten von Baumgruppen, die den Müll bald mit ihrem saftigen Grün verbergen werden, findet sich Müll. Ein rostiges landwirtschaftliches Gerät. Ein Anhänger. Asbest. Plasteflaschen. „Das ist eine Privatfläche, da können wir nichts machen“, sagt das Bruckmühler Ordnungsamt.

Privat zugemüllt

Und auch dem Wasserwirtschaftsamt sind die Hände gebunden, solange kein Öl ausläuft und eine Gefährdung des Grundwassers besteht. So bleibt der private Müll auf dem privaten Grundstück liegen. Zum Glück ist der Mangfalldamm so gebaut, dass er stabil ist und auch bei Hochwasser nicht brechen kann. Denn wäre hier im Ernstfall eine Sicherung des Dammes erforderlich, würden die Müllablagerungen diese behindern.

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