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Preisexplosion im Bausektor

Bruckmühler Rathaus soll schnellstmöglich abgerissen werden

Der Abriss des Rathauses soll noch in diesem Jahr erfolgen – voraussichtlich direkt nach dem Volksfest.
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Der Abriss des Rathauses soll noch in diesem Jahr erfolgen – voraussichtlich direkt nach dem Volksfest.

Die Preisexplosion im Bausektor zwingt den Markt Bruckmühl zum schnellen Abbruch des Rathauses und der ehemaligen Obdachlosenunterkunft an der Rathausstraße 2. Doch gibt es eigentlich schon Pläne für ein neues Rathaus?

Bruckmühl – Die Kostenexplosion auf dem Bausektor ist dramatisch. Deshalb sollen das alte Rathaus und das Wohnhaus an der Rathausstraße 2 – die ehemalige Obdachlosenunterkunft – jetzt so schnell wie möglich abgerissen werden. „Wir müssen sofort handeln“, war sich der Bruckmühler Marktausschuss in seiner jüngsten Sitzung einig. Im gleichen Atemzug billigte das Plenum die damit verbundenen überplanmäßigen Finanzmittel in Höhe von knapp 750.000 Euro.

Bernd Krist, Sachbearbeiter Hochbau und Bauunterhalt, informierte die Ratsmitglieder, dass aufgrund der festgestellten hohen Schadstoffbelastung im Wohnhaus der Marktgemeinde an der Rathausstraße die im Haushalt eingestellten Finanzmittel von 100.000 Euro nicht ausreichen.

Reaktion auf Kostenexplosion

Die aktuelle Kostenberechnung für den Abriss des Gebäudes weist einen Betrag in Höhe von 380.000 Euro aus, zuzüglich 14.000 Euro für den erhöhten Aufwand der Schadstoffuntersuchung. Ein ähnliches Fazit ergab eine Detail-Überprüfung für das Rathaus-Gebäude. Hier müssen die veranschlagten Mittel von 100.000 Euro auf 570.000 nachjustiert werden.

Markus Zehetmaier relativierte das Zahlenwerk mit der Erläuterung, dass die Abbrucharbeiten der beiden Objekte ursprünglich für die beiden Haushaltsjahre 2022 und 2023 vorgesehen und in den Bruckmühler Haushalt eingestellt waren. Auf dem Bausektor seien aber teils enorme Preisexplosionen zu beobachten. Daher sei bei beiden Abriss-Objekten ein sofortiges Handeln erforderlich. „Die Preisspirale kennt derzeit nur einen Trend, und der geht nach oben. Aus diesem Grund schlägt die Verwaltung vor, beide Abbruchvorhaben noch in diesem Jahr durchzuführen“, so der Fachbereichsleiter Immobilienwirtschaft.

Dies habe zur Folge, dass die auf zwei Jahre verteilten Ausgaben auf ein Haushaltjahr komprimiert werden müssen. Zehetmaier: „Dieser Umstand und die für uns nicht vorhersehbare Schadstoffproblematik sind die Knackpunkte für die ausgewiesene Kostenmehrung.“ Sein Fazit: „Je schneller die Bagger anrollen, umso besser.“ Als Zeitkorridor für den Startschuss der großen „Aufräumaktion“ schlug er die Zeit unmittelbar nach Ende des Bruckmühler Volksfestes vor.

Für Harald Höschler ist das vorgeschlagene Prozedere die einzig praktikable Lösung: „Und sind wir mal ganz ehrlich, beide Objekte sind keine optischen Leckerbissen“, so der CSU/PW-Rat.

Seinem Fraktionskollegen Hubert Maier trieb das Zahlenwerk tiefe Falten auf die Stirn: „Bei den Summen brauchst du als Gemeinderat schon gute Nerven, wenn allein der Abbruch schon so teuer wird.“ Trotzdem war auch für ihn der Vorschlag der Verwaltung alternativlos.

Kritik am Abbruch ist unberechtigt

Auf die Frage von SPD/PU-Rat Josef Staudt, was mit den verbleibenden Baugruben passieren werde, erklärte Bernd Krist, dass diese nach Ende der Abbrucharbeiten bodengleich verfüllt würden. Wolfgang Huber (Grüne) haderte in Richtung von Bernd Krist mit einem grundsätzlichen Problem rund um das Thema Schadstoffentsorgung. „Als Kommune drehen wir bei der Schadstoffbeseitigung jedes einzelne Futzelchen um. Beim kürzlichen Abriss der Brandruine in Heufeldmühle am Gewerbepark wurde alles vom Mauerwerk über die Bodenbeläge bis hin zum Bettgestell zusammen auf die Laster gekippt und auf einen Rutsch entsorgt.“

Der Sachbearbeiter Hochbau erklärte hierzu, keinerlei Informationen über das Abbruch-Szenario des betroffenen Gebäudes zu haben: „Wir wissen nicht, wie und wohin entsorgt worden ist.“ Auf Nachfrage des Mangfall-Boten relativierte Hannes Eisner vom Investor Werndl&Partner die Behauptung von Huber: „Der Abriss wurde an ein Abrissunternehmen beauftragt. Das Gebäude wurde in aufwendiger Handarbeit sorgfältig entknert, ehe die Mauern abgetragen wurden.“

Zurück zum Abriss von altem Rathaus und Wohnhaus an der Rathausstraße 2: Der Marktausschuss stimmte den überplanmäßigen Mittel für die Abbruchkosten in Höhe von 470 000 für das Rathaus und von 280 000 für das Wohnhaus zuzüglich 20 000 Euro Baunebenkosten einstimmig zu.

Planungsbüro erarbeitet neuen Bebauungsplan für den Rathausplatz

Im Oktober hat der Bruckmühler Marktgemeinderat einstimmig entschieden, das alte Rathaus abzureißen. Der Neubau soll im Rahmen des Integrierten Städtebaulichen Erneuerungskonzeptes (ISEK) erfolgen. Dieses betrachtet die Entwicklung des Zentrums im Bereich von Sonnenwiechser-, Kirchdorfer-, Bahnhof- und Müller-zu-Bruck-Straße. Eine weitere Feinuntersuchung über einen veränderten Rathaus-Standort in diesem Bereich lehnte der Marktgemeinderat ab. Mit 13:7-Stimmen plädierte er dafür, dass sich das neue Rathaus „um den bisherigen Standort herum“ befinden solle.

Die Verwaltung stellt nun die Weichen dafür, das Baurecht am Rathausplatz zu erhalten. Würde dieses erlöschen, befände sich der alte Rathaus-Standort im Außenbereich. Derzeit erarbeitet das Münchener Planungsbüro AKFU einen Bebauungsplan für den Bereich. Der Entwurf wird dem Marktausschuss in seiner öffentlichen Sitzung am 5. Mai vorgelegt.

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