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Bruckmühler Fabrikweg

Fünf Wochen nach dem Brand: Älteres Ehepaar noch immer in Notunterkunft

Das Brandhaus ist nicht mehr zu retten. Voraussichtlich im Februar soll es abgerissen werden.
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Das Brandhaus ist nicht mehr zu retten. Voraussichtlich im Februar soll es abgerissen werden.

Fünf Wochen nach dem verheerenden Brand am Fabrikweg in Heufeldmühle ist klar: Es war keine Brandstiftung. Von den 18 Menschen, die obdachlos wurden, sucht ein älteres Ehepaar noch immer ein neues Zuhause.

Bruckmühl – Die Brandursachenermittler haben ihre Arbeit zwar noch nicht abgeschlossen, eines aber ist schon klar: „Es war keine Brandstiftung“, informiert Martin Emig von der Pressestelle des Polizeipräsidiums Rosenheim. Nun geht die Suche nach der Ursache für den Brand weiter.

Kabelbrand als Ursache vermutet

„Vermutet wird ein technischer Defekt, wahrscheinlich ein Kabelbrand in dem Bereich des Dachgeschosses, in dem die Feuerwehr für die Löscharbeiten das Dach abreißen musste“, ergänzt Hannes Eisner von Werndl & Partner, dem Hauseigentümer. Die Versicherungsgutachten werden im Laufe dieses Monats abgeschlossen. „Das Gebäude muss komplett abgerissen werden, die Arbeiten beginnen in circa vier Wochen“, so Eisner. Wie dieser Bereich perspektivisch gestaltet und sich ins Wohnquartier der Wolldeckenfabrik einfügen kann, wird der Investor Werndl & Partner im Laufe des Jahres neu konzipieren.

Schnelle Hilfe im Ehrenamt organisiert

Die Familien, die am 8. Dezember obdachlos geworden sind, haben dank der großen Hilfsbereitschaft der Menschen im Mangfalltal schnelle Hilfe erhalten. Allein durch die private Spendenaktion von Nicole Körnig kamen 14 000 Euro zusammen, die an die Betroffenen verteilt wurden. Über fünf Wochen stand die Vagenerin – selbst berufstätig und Mutter von drei Kindern – den Brandopfern zur Seite und hat sie auf dem Weg zurück ins Leben begleitet. „Sie hat wunderbar reagiert und sich sehr dafür eingesetzt, dass den Betroffenen schnell geholfen wurde“, würdigt Harald Höschler, evangelischer Pfarrer im Ruhestand und Vorsitzendes Ortskartells Bruckmühl, ihr ehrenamtliches Engagement.

Inzwischen hat sich auch die Wohnungsnot etwas entspannt. Gabor und Klementina Balogh und ihre beiden Kinder Hunor und Heike haben in Götting ein neues Zuhause gefunden. Sie hatten mit einer Hausratversicherung auch Glück im Unglück, denn der Schaden wurde reguliert.

Ab dem 1. März haben nach Informationen der Marktgemeinde Bruckmühl auch Dunay und Rizki Abdelhadi, die Betreiber des „Sultan-Kebap“ am Fabrikweg, eine neue Bleibe. Kurz vor Weihnachten hatten ihnen die Bayernwerke einen neuen Stromanschluss für ihren Imbiss hergestellt, damit sie wenigstens wieder eine Lebensgrundlage haben (wir berichteten). Sie traf der Brand besonders schwer, denn direkt im Dachgeschoss über ihrer Wohnung war das Feuer ausgebrochen. Sie hatten keine Hausratversicherung und verloren alles. Sobald sie eine neue Wohnung beziehen können, werden sie Möbelspenden brauchen. Momentan ist es dafür aber noch zu früh.

Die Mitarbeiter des indischen Restraurants „Safran“ sind laut der Marktgemeinde inzwischen in Rupholding untergekommen. Dort scheint sich im gleichnamigen indischen Restaurant eine Perspektive für sie abzuzeichnen.

Noch immer in der Obdachlosenunterkunft der Marktgemeinde Bruckmühl lebt ein älteres Ehepaar mit Mobilitätseinschränkungen. Sie möchten gern in Bruckmühl bleiben, da sie hier ihr gesamtes soziales Umfeld haben. „Sie bräuchten eine barrierefreie Wohnung, möglichst im Erdgeschoss, die sie von ihrer Rente auch bezahlen können“, macht Nicole Körnig auf die schwierige Suche aufmerksam.

Die private Spendenaktion wurde inzwischen beendet. Gestern sammelte Nicole Körnig auch die letzten Spendenboxen ein, die in Geschäften aufgestellt waren. „Mit der Verteilung dieser Spenden werden wir unsere Aktion abschließen“, erklärt sie.

Die ökumenische Spendensammlung der beiden Pfarreien in Bruckmühl läuft noch. Die Katholische Kirchenstiftung Herz Jesu Bruckmühl nimmt unter der IBAN: DE23 7115 0000 0240 1016 59 Spenden für die Brandopfer an. Das Konto der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Bruckmühl hat folgende IBAN: DE98 7115 0000 0000 1059 16. Wichtig ist, jeweils auch den Verwendungszweck „Brandopfer Bruckmühl“ zu vermerken.

Erinnerungen an das Leben am Fabrikweg sind auf dem Müll gelandet.

„Bislang sind mehr als 5000 Euro auf unserem Spendenkonto eingegangen“, informiert der evangelische Pfarrer Andreas Strauß. Noch bis Ende Januar sollen Spenden gesammelt werden. Danach muss ein Gremium darüber entscheiden, wie die Spenden nach individueller Bedürftigkeit verteilt werden.

Noch immer gehen Mietangebote ein

16 obdachlose Menschen leben derzeit in der Marktgemeinde Bruckmühl. Einige sind am Rübezahlweg und an der Gottlob-Weiler-Straße, drei an der Rathausstraße 4 untergebracht. „In den nächsten beiden Wochen ziehen die drei in die Notunterkunft am Rübezahlweg um“, informiert Elfriede Bengl-Kimmel, Sachgebietsleiterin für Ordnung und Sicherheit. Das Haus an der Rathausstraße soll abgerissen werden.

Mit den Mietangeboten für die Brandopfer vom Fabrikweg, die in der Verwaltung eingingen, konnte auch einer anderen obdachlosen Frau aus Bruckmühl geholfen werden. „Sie hat für ein Jahr eine Wohnung in Bad Aibling gefunden“, freut sich Bengl-Kimmel. Auch wenn es nur eine vorübergehende Lösung sei, eröffne sich dadurch die Chance auf einen Neubeginn. Fünf Wochen nach der Brandkatastrophe gehen bei der Marktgemeinde noch immer Mietangebote ein.

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