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Darauf sollten Bürger nun achten

In Bruckmühl werden vermehrt Ratten gesichtet

In Bruckmühl wurden vermehrt Ratten gesichtet. Neben Kompostanlagen in den Gärten sind es im Winter auch die Vogel-Futterhäuschen, die die Nager anlocken.
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In Bruckmühl wurden vermehrt Ratten gesichtet. Neben Kompostanlagen in den Gärten sind es im Winter auch die Vogel-Futterhäuschen, die die Nager anlocken.

Von einer Rattenplage ist der Markt Bruckmühl zwar weit entfernt, doch gilt die Devise: Wehret den Anfängen. Denn die Nager sind aktuell im Bereich Vagener Straße, Vagenerau Weg, Frühlingsstraße, Tannenweg und Föhrenstraße unterwegs. Es gab mehrere Sichtungen.

Bruckmühl – Deshalb sei es im Sinne der Allgemeinheit jetzt besonders wichtig, dass jeder Bürger umsichtig handelt und unfreiwillige Futterplätze behebt, ruft die Marktgemeinde Bruckmühl zur Umsicht auf.

Reich gedeckte „Tische“ locken an

„Ratten sind Allesfresser, ernähren sich von Essensresten und kommen daher gerade jetzt in der Winterzeit nicht nur an den reich gedeckten Tisch am Komposthaufen, sondern oftmals auch an Vogel-Futterhäuschen“, erklärt Silvia Mischi, Pressesprecherin der Marktgemeinde Bruckmühl.

Nach Angaben des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) in Erlangen können Ratten etwa 120 Infektionskrankheiten übertragen. Man sollte deshalb weder Kadaver noch Hinterlassenschaften der Tiere ohne Handschuhe anfassen. Die Erreger sind auch über Kot übertragbar, heißt es von der Behörde.

Pro Jahr 20 Hinweise auf Ungeziefer

Bei Jana Söhnel im Bruckmühler Ordnungsamt gehen pro Jahr etwa 20 Anrufe von Bürgern ein, die eine Ratte gesehen haben. Die Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung gehen dann der Sache nach, um die Quelle ausfindig zu machen, die die Tiere anzieht. Um den Markt Bruckmühl und seine Bürger vor einem akuten Rattenproblem zu schützen, ruft Söhnel eindringlich zu vorbeugenden Maßnahmen auf.

„Dazu gehört etwa, Mülltüten nicht längere Zeit im Hinterhof oder am Straßenrand abzustellen, Essensreste nicht über die Kanalisation zu entsorgen und Fleischabfälle, Knochen oder Käse nicht auf den Kompost zu werfen. Auch sollte Müll nicht in Kellern und Gewölben zwischengelagert werden“, zählt die Sachbearbeiterin auf.

Offene Komposthaufen seien im wahrsten Sinne des Wortes oftmals ein gefundenes Fressen für die Nager. Ratten sind hauptsächlich in menschlichen Siedlungsbereichen zu finden, bewohnen Abwasserkanäle, Mülldeponien, Keller, Lagerhäuser, Ställe, Bauernhöfe und ähnliche Habitate, sehr oft in Wassernähe.

Werden Rattenlöcher auf öffentlichem Grund gefunden, beauftragt die Kommune einen Schädlingsbekämpfer. Auf Privatgrund muss sich der Eigentümer selbst darum kümmern. „Liegt die Ursache des Rattenbefalls beim Mieter beziehungsweise Eigentümer, hat dieser auch die Kosten zu übernehmen. Auch für die Begutachtung“, erklärt Jana Söhnel.

Grundsätzlich empfiehlt sie die Beauftragung einer Fachfirma, da die Erfahrung gezeigt habe, dass die Erfolgsquote dabei deutlich höher ist. Die Spezialisten gehen unter anderem mit Köderboxen gegen die Tiere vor. Eine offene Auslegung von Ködern ist zum Schutz für Mensch und andere Tiere gesetzlich verboten.

Ein weiteres Problem: Das Einwerfen von Gartenabfällen in den Triftbach, Goldbach oder gar die Mangfall durch die Anlieger der Gewässer trägt dazu bei, dass sich die Tiere einnisten und vermehren können. „Auch das vermeintlich gut gemeinte Füttern der Enten mit Brotresten stellt ein Problem dar. Nicht die Enten, sondern die Ratten profitieren oftmals von diesen Fütterungen“, weiß Söhnel. Zudem: Für die Enten selbst sei diese Art der Nahrungsaufnahme sogar problematisch, weil unter Umständen die Brot- und Semmelreste nicht von den Tieren verdaut werden können.

Noch gibt es keine Plage

„Wie hoch die Rattenpopulation in der Marktgemeinde ist, kann man nicht sagen, aber eine Rattenplage haben wir ganz sicher nicht“, stellt Söhnel unmissverständlich klar. Damit es auch so bleibt, wird der Rattenbefall in gefährdeten Gebieten regelmäßig überprüft. Dazu gehören etwa Parkanlagen, Uferbereiche der Flüsse und Kompostierungsanlagen. Es handelt sich im Allgemeinen um Örtlichkeiten, die den Ratten optimale Lebensbedingungen bieten. Dort finden sie Nahrung und Rückzugsmöglichkeiten.

Population unter Kontrolle halten

„Jeder Bürger ist gefordert, sein Grundstück nicht attraktiv für die Nager zu machen“, betont Söhnel. Dies sei gerade im Hinblick darauf zu beachten, dass etwa bei langen Kälteperioden das Ausmaß der Vogelfütterung, Verunreinigungen von Grundstücken und Großbauprojekte das Aufkommen von Ratten beeinflussen. „Jeder kann helfen, die Rattenpopulation unter Kontrolle zu halten“, ermutigt Söhnel. Das Bruckmühler Ordnungsamt steht bei Fragen unter Telefon 0 80 62/5 92 60 oder per E-Mail an jana.soehnel@bruckmuehl.de zur Verfügung.

Klärwerk legt Fallen in der Kanalisation aus, um Keimverschleppung zu verhindern

Neben anderen Materialschäden verursachen Ratten in menschlichen Siedlungsbereichen durch das Annagen von elektrischen Kabeln oft auch Kurzschlüsse. Wanderratten können auch in Altbauten eindringen. Sie schlüpfen durch kleinste Spalte und Löcher mit einem Durchmesser von nur zwei Zentimetern. So dringen die Nager häufig über Kellerfenster und defekte Kanalisationsanschlüsse in Wohngebäude ein.

Obwohl Kanalsysteme nicht das hauptsächliche Umfeld von Wanderratten in Kommunen darstellen, ist ihre Bekämpfung dort von besonderer hygienischer Bedeutung, denn die Keimdichte ist in Abwassersystemen hoch, und die Gefahr der Keimverschleppung durch die Nager erheblich. Der Markt Bruckmühl ist für die Kanalisation zuständig, entsprechende Fallen wurden vom Klärwerk bereits ausgelegt. Wanderratten können durch ihre Grab- und Wühltätigkeit aber auch Schäden an Deichen und Dämmen anrichten.

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